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Mein Mann, der Islamist Terrorisiert, verschleppt, befreit - Wie ich der Ehehölle entkam und meine Kinder rettete von Wenzel, Kerstin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.02.2017
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Mein Mann, der Islamist

Was als liebevolle Beziehung begann, wurde zu einer Hölle aus Terror und Gewalt: Kerstin Wenzel und ihre vier Kinder haben am eigenen Leib erfahren, was es heißt, wenn der Ehemann und Vater sich zum aggressiven Fundamentalisten wandelt, der die vermeintlichen Gebote seines Glaubens über die Menschlichkeit stellt. Mehr als acht Jahre lang werden Mutter und Kinder von Mohamed M. in den Vereinigten Arabischen Emiraten festgehalten und sind dort massiven Misshandlungen ausgesetzt - bis Mutter und Kindern schließlich auf abenteuerlichen Wegen die Flucht gelingt ... Dieses Buch ist bereits im Hardcover-Format unter dem Titel 'Abaya - Meine Kinder bekommst du nicht' im Heyne Verlag erschienen. Kerstin Wenzel, geboren 1968, studierte Sprach- und Literaturwissenschaft und bekam mit ihrem syrischen Ehemann vier Kinder. Im Jahr 2003 wurde die Familie vom Ehemann in die Vereinigten Arabischen Emirate gebracht. Nach acht Jahren gelang Kerstin Wenzel mit den Kindern die Flucht zurück nach Deutschland. Heute arbeitet sie als freie Lektorin sowie Fremdsprachenberaterin und lebt an einem sicheren, aber geheim gehaltenen Ort.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 20.02.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641219338
    Verlag: Heyne
    Größe: 7442 kBytes
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Mein Mann, der Islamist

Wehrt euch, Frauen!

Wenn ich in den letzten Jahren meine Geschichte erzählen musste, um die nötige Unterstützung bei Polizei, Ämtern, Gerichten, Notaren und Anwälten zu bekommen, habe ich meist bestürzte Gesichter gesehen. Oftmals habe ich dann gehört, über diese Geschichte könnte ich eigentlich ein Buch schreiben ... Hier ist es.

Wichtig ist mir: Ich möchte mit meinem Buch keinesfalls Muslime angreifen oder gar den gesamten Islam in Bausch und Bogen als böse, als rückständige Religion anprangern. Dies ist absolut nicht mein Ziel und entspräche auch gar nicht meiner Überzeugung.

Obwohl unser Fall kein Einzelschicksal ist, möchte ich betonen, dass sich mein Bericht um einen Mann dreht, der durch die negativen Einflüsse einer Gruppe von Sektierern zu einem unbarmherzigen, grausamen Tyrannen seiner Familie wurde. Dieses Thema ist religionsübergreifend. Man denke nur an die Fälle fundamentalistisch-evangelikaler Bibelchristen. In Erinnerung ist mir der Lüneburger Axel H., der vor ein paar Jahren seine vier Töchter zu einer Radtour von der Ex-Frau abholte und die vier- bis achtjährigen blonden Mädchen über Ägypten in den Sudan entführte, um sie ausgerechnet dort, in einem islamischen Bürgerkriegsland, ungestört von Familie und Schulpflicht ganz nach seinen radikalen christlichen Glaubensvorstellungen erziehen zu können.

Typisch für solche Religionsfanatiker scheint mir zu sein, dass sie ihre Idee eines Gottesstaates mit aller Gewalt in der eigenen kleinen Familie - wo sonst? - zu verwirklichen suchen und dabei zerstören, was eigentlich Basis und Kern ihres angestrebten gottgefälligen Lebens in einer gleichgesinnten Gemeinschaft sein sollte.

In meinem Fall geht es um das folgenreiche Abdriften eines Mannes in den ultrakonservativen Salafismus, eine Strömung, die vermeintliche Ideale aus der Frühzeit des Islam propagiert und, wie wir durch den Islamischen Staat (IS) heute besser denn je wissen, bei der Durchsetzung ihrer kruden Ideen mit Gewalt und Terror jeder Art und gegen jeden, Kinder eingeschlossen, nicht zimperlich ist.

Lange habe ich überlegt, ob ich meine Geschichte wirklich aufschreiben und damit noch einmal alles durchleben möchte, was mir über zwanzig Jahre hinweg und meinen Kindern den Großteil ihres bisherigen Lebens angetan wurde. Oft habe ich mir die Frage gestellt, ob es nicht besser wäre, alles zu verdrängen und zu versuchen, das Geschehene zu vergessen. Ob es nicht auch für meine Kinder besser wäre, nie wieder davon zu sprechen.

Die Antwort gab und gibt mir der Alltag. Auch nach Jahren wache ich noch in mancher Nacht schweißgebadet auf, weil ich einen dieser schrecklichen Momente meiner Ehehölle im Traum wieder durchlebt habe. Bis heute zucke ich zusammen, wenn ich auf der Straße hinter mir jemanden Arabisch sprechen höre. Offenbar ist es mir bislang völlig unmöglich gewesen, den größten Teil eines qualvollen Lebens komplett auszublenden und zu vergessen. Man kann nicht ungeschehen machen, was meinen vier Kindern und mir an Gewalt und Erniedrigung widerfahren ist - und nur wenn ich alles aufgeschrieben, alles für mich verarbeitet habe, kann ich mit der Vergangenheit abschließen.

Mit meiner Geschichte möchte ich jede Frau - insbesondere all jene, die mit einem scheinbar in die westliche Gesellschaft integrierten Mann aus einer anderen Kultur verheiratet sind (oder das planen) - dazu ermahnen, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen und jede noch so kleine Veränderung in den religiösen Auffassungen ihres Mannes genau zu registrieren und entsprechend konsequent zu handeln. Setzt Grenzen, holt euch Hilfe, bringt euch notfalls in Sicherheit. Lasst es gar nicht erst so weit kommen, dass euer Leben von Gewalt, Drohungen und Erpressungen bestimmt ist - so wie es meines anfangs aus Scham, später aus Angst um meine Kinder viel zu lange war. Wehret den Anfängen, sagten die Römer.

Trotz des anfänglichen Verliebtseins

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