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Meine Tochter verschwindet Eine Mutter kämpft gegen die Magersucht von Schulz-Vobach, Jo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2017
  • Verlag: dotbooks
eBook (ePUB)
2,99 €
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Online verfügbar

Meine Tochter verschwindet

Ein bewegender Roman, der Mut macht: 'Meine Tochter verschwindet' von Jo Schulz-Vobach jetzt als eBook bei dotbooks. Es beginnt ganz harmlos: Die 16-jährige Theresa ist ein typischer Teenager, in sich gekehrt, ein paar Schulprobleme, etwas pummelig - und darüber sehr unglücklich. Ihre Mutter Anne merkt zunächst nichts von den Veränderungen, die ihre geliebte Tochter durchmacht: Immer öfter lässt Theresa ihr Essen stehen, starrt stundenlang in den Spiegel. Als sie beginnt, sich nicht mehr nur heimlich zu erbrechen, muss Anne schmerzhaft erkennen, dass sie hilflos ist: Hilflos gegenüber einer Krankheit, die sich leise und heimtückisch in das Leben ihrer Familie geschlichen hat. Schonungslos erlaubt dieser Roman der Autorin Jo Schulz-Vobach einen Einblick in die Welt einer oft tabuisierten Krankheit: eine flammende Liebeserklärung an das Leben! Jetzt als eBook kaufen: 'Meine Tochter verschwindet' von Jo Schulz-Vobach. Ein Roman, nicht nur für Menschen, die mit Bulimie oder Anorexie kämpfen. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag. Jo Schulz-Vobach arbeitet als freischaffende Journalistin und Schriftstellerin. Auch wenn die gebürtige Ostpreußin seit 1992 in Österreich lebt und schreibt, sind es die Landschaften der Ostsee, die sie dazu inspirieren, vergangenen Geschichten nachzuspüren. Ihre Romane Die Bernsteinfrau, Das Lächeln der Wölfin und Die Sanddistel, die die leisen und unbekannten Spuren der deutschen Geschichte vor dem Vergessen bewahren wollen, sind ebenfalls in bei dotbooks erschienen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 335
    Erscheinungsdatum: 01.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958248021
    Verlag: dotbooks
    Größe: 958 kBytes
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Meine Tochter verschwindet

Kapitel 2

Vor dem Eingang des Krankenhauses steht ein Taxi. Anne gibt die Adresse ihrer Tochter an. Während der Fahrt schaut sie auf ihre Armbanduhr. Seit sie Theresa gefunden hat, sind noch nicht einmal sechs Stunden vergangen. Bleierne Zeit, denkt sie und erinnert sich an einen Film, in dem sich ein Tänzer durch eine nächtliche Landschaft bewegte - eine seltsam verloren wirkende Figur, die gegen das Dunkel stieß, wieder und wieder, und sich ihm schließlich ergab. Dieser Film, gedreht nach einem Roman, hatte sie beeindruckt, und sie musste danach oft an diese düster-melancholischen Bilder denken.

Und so kommt ihr Theresa jetzt vor - auf einem endlosen Weg in einer dunklen Nacht, die keine Türen, nur die Tiefe kennt, auf der endlosen Suche nach dem eigenen Ich, dem erwachsenen vielleicht, das für sie doch so schwer zu finden ist bei der Wanderung auf dieser diffusen Grenzlinie zwischen Illusion und Wirklichkeit. So viel Widersprüchliches ist in und an Theresa. Alles, was ihr gut tun, was ihr helfen könnte, wehrt sie, wenn auch mit Mühe, ab, denkt Anne, und Liebe und Mitleid für ihre Tochter treiben ihr die Tränen in die Augen. Sie ergibt sich der Angst, der Einsamkeit und Verlorenheit, verwehrt aber Verführung - vielleicht in Form eines gut gefüllten Tellers auf dem Esstisch. Bei Theresa gibt es nur Extreme.

In eine andere, in eine bessere Welt will sie gehen. Doch wer, denkt Anne, wer kann sagen, dass es diese Welt wirklich gibt? Was ist, wenn es dort dunkel ist und eisig kalt? Wenn du, mein Kind, dort niemanden triffst, den du wieder zu sehen hoffst?

Oder keinen, der dir wohlgesinnt ist? Oder wenn dort ein Lärm ist, den du nicht abstellen kannst, wenn dich dort zum Beispiel das unaufhörliche Klingeln eines Weckers, das du so hasst in diesem Leben, begleitet, dich verfolgen wird bis in alle Ewigkeit?

"Sind Sie in Ordnung?", fragt der Fahrer des Taxis, in das sie vor dem Krankenhaus gestiegen ist. Sie begegnet seinem besorgten Blick im Rückspiegel.

"Ja, ja", antwortet sie und dreht den Kopf, um auf die Straße zu sehen. Sie ahnt, dass der Mann gern weiterreden möchte, doch sie könnte jetzt kein Gespräch über diese nicht mehr nächtliche, aber auch noch nicht morgendliche Stunde beginnen, in der sich alle Bewegungen und Geräusche auf der Straße verlangsamt zu haben scheinen. Ihr Blick streift vorbeihuschende Lichter und Schatten, blinkende Ampeln und nichts sagende Hausmauern, und überall kann Anne doch nur Theresas abgezehrtes Gesicht sehen und diese übergroßen Augen. Was ist so viel besser am Tod als am Leben?, fragt sie wortlos. Warum erscheint dir der Tod so verlockend?

O ja, auch Anne hat diese Art der Verführung bereits kennen gelernt. Über den Gedanken, mit dem Auto gegen einen Baum zu fahren, kann sie heute sogar lächeln. Über den anderen nicht. Wenn sie nach heftigen Diskussionen mit ihrem Mann nachts aus dem Haus flüchtete, lief sie durch den nahe gelegenen Wald auf der Suche nach einem geeigneten Baum, wie sie, gleichzeitig fasziniert und entsetzt über ihre Gedanken, später ihrer Freundin erzählte. In der Dunkelheit des Waldes erwartete sie das Auftauchen noch weiterer Schrecken - überfallen und vergewaltigt zu werden, einen Stich ins Herz zu bekommen, würgende Hände an ihrem Hals, die Zähne eines wilden Tiers und anderes. Sie hoffte auf diese Schrecken - und sie fürchtete sich davor. Und sie dachte damals und noch Jahre danach: Ich kann die Kinder nicht allein lassen, das kann ich ihnen nicht antun.

Aber so leicht war und ist es nicht, die Vorstellung vom einfachen Hinübergleiten in ewiges Vergessen zu verdrängen. In den vergangenen Jahren und wahrscheinlich im Zusammenhang mit diesem unvermeidlichen Älterwerden oder dem hier und da sichtbar werdenden Verfall des Körpers ist es eine seltsame Müdigkeit in Körper und Seele, die von Zeit zu Zeit ausbricht, ohne dass Anne etwas dagegen zu unternehmen vermag. Diese Müdigkeit kann Tage andauern und sel

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