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Meine verfickte Reise Wie ich einmal die Welt umrundete, um bei mir selbst anzukommen von Rausch, Mona (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.02.2015
  • Verlag: mvg Verlag
eBook (ePUB)
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Meine verfickte Reise

Mona Rausch ist frisch geschieden und hat ihren Job verloren. Doch statt Trübsal zu blasen, packt sie den Rucksack und unternimmt, wovon sie schon immer geträumt hat: eine Weltreise. Dabei lernt sie nicht nur Land und Leute, sondern auch deren Unsitten und Gebräuche kennen. Ihre Liebhaber gabelt sie rechts und links der Reiseroute oder auf internationalen Datingplattformen auf. In Kenia wandelt sie auf den Spuren der 'weißen Massai', in Moskau belegt sie einen Flirtkurs und in Malaysia erfährt sie, dass Kopfjäger sich auch für andere Körperteile interessieren. Sie erkundet das erotische Treiben auf fünf Kontinenten und erfährt am eigenen Leib, dass Sex eine weltweit gültige Währung ist. Wo die Liebe sie hinführt, bleibt offen, aber sie erkennt, dass man manchmal um die ganze Welt reisen muss, um bei sich selbst anzukommen. Mona Rausch ist das Pseudonym einer attraktiven Blondine Anfang 40. Sie war Weltenbummlerin, Sprachenlehrerin, Schmuckberaterin, Dogsitterin, Sekretärin, Kellnerin, Werbetexterin, Produktmanagerin und ist Autorin von Mein verficktes Jahr. Heute lebt sie in Köln.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 13.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864157417
    Verlag: mvg Verlag
    Größe: 714 kBytes
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Meine verfickte Reise

Mona reist aus

D er Typ zu meiner Rechten ist der absolute Traummann. Markantes Gesicht und klare, blaue Augen, die verträumt in die Ferne schauen. Blonde Haare, durch die ich gerne mit allen fünf Fingern wuscheln möchte. Sehnige Unterarme, die aus dem hochgekrempelten Hemd herausragen. Wunderschöne Muskeln, die man aber unter dem locker sitzenden Hemd nur erahnen kann oder ertasten könnte. Wenn nur der Typ zu meiner Linken nicht wäre. Kopf im Nacken, aus seinem geöffneten Mund dringt ein Gemisch aus Schnarchgeräuschen und Spuckerasseln. Zwischen den beiden sitze ich. Eingekeilt im Mittelsitz. Warum bekomme ich eigentlich immer einen Mittelsitz? Es ist wie im richtigen Leben. Die einen sitzen am Gang, stets an der Quelle und mit allen Bewegungsfreiheiten. Die anderen genießen die schöne Aussicht. Und dann gibt es die Leute auf dem Mittelsitz, zwischen zwei Stühlen. So wie ich.

Mein Blick geht zurück nach rechts, zu meinem Traummann. Unter seinen langen Wimpern blickt er nach draußen. Plötzlich ertönt eine laute Stimme: "Ladies and Gentlemen, we're about to land in a couple of minutes. Please make sure your seatbelts are fastened." Jeder setzt sich unwillkürlich gerade, auch wenn er den Sitz gar nicht nach hinten gestellt hat, Tabletts werden hochgeklappt, Becher ineinandergestapelt. Ich nestele in Hüfthöhe an meinem Gurt und berühre dabei den Traummann, der freundlich lächelt. Natürlich lächele ich zurück und werfe dann meinen Becher in den Müllsack, den die Stewardess mir hinhält. Ich kann es kaum erwarten, auf dem Boden zu sein. Mittelsitz hin oder her. Endlich mal bin ich nicht zwischen den Stühlen, sondern habe mich für etwas entschieden, was ich wirklich will. Eine Weltreise.

Dabei hatte ich noch vor wenigen Wochen gedacht, dass ich ein für alle Mal sicher bei meinem Mann Paul in Hamburg landen würde. Nach unserem Trennungsjahr, das ich in Köln verbracht hatte, gab es zunächst eine Versöhnung. Paul hatte mich überraschend in Köln besucht, und wir hatten eine Wiederaufnahme der Beziehung beschlossen. Die Wiedersehensfreude war dann auch tatsächlich so groß gewesen, dass wir Sex hatten. Das erste Mal seit Jahren. Zumindest bewusst wahrgenommenen Sex. Sex ist die schönste Nebensache der Welt und Versöhnungssex toppt das Ganze noch, da sind wir uns sicher alle einig. Daher ist es wohl gut nachvollziehbar, dass uns dieser erste Sex in einen Rausch versetzte, der uns glauben ließ, wir könnten an unsere besten Zeiten anknüpfen.

Ich kehrte also nach Hamburg zurück und wir lebten wieder in der alten Wohnung. Schritt für Schritt eroberte ich mir mein altes Leben. Genug Zeit hatte ich jetzt ja, denn meine Stelle in Köln hatte ich verloren und ich war zu ausgelaugt, um mich gleich in den nächsten Job zu stürzen. Ich hatte das Gefühl, wie nach langer Krankheit zunächst einmal eine Regenerationszeit zu benötigen.

Mit Paul lebte ich wie im Rausch. Wir entdeckten uns neu und zunächst war dies ein erstaunlich gutes Gefühl: Sex mit jemandem, den man kennt, dem man vertraut, und trotzdem aufregend neu. Dazwischen kochten wir, aßen und führten Gespräche über die Zukunft. Über die Vergangenheit weniger. Bis zu dem einen Abend, als der Moment kam, vor dem ich mich gefürchtet hatte. Paul und ich saßen am Kamin, den Gaumen rau vom Rotwein, und sahen dem prasselnden Feuer zu. Irgendwann rückte Paul näher, sodass ich schon dachte, wir würden in die Horizontale übergehen, doch er blieb sitzen. Offenbar war das seine Art, mir zu signalisieren, dass er bereit war für ein intimes Gespräch.

"Erzähl doch mal", sagte er in Gönnerlaune, "was hast du denn so erlebt in unserem Trennungsjahr?" Ich zuckte mit den Schultern und versuchte, möglichst harmlos auszusehen. Dazwischen stahl sich jedoch immer wieder ein Grinsen auf mein Gesicht, das Paul nur neugierig machte. "Erzähl schon", insistierte er und gab mir einen Puff. Also begann ich mit dem, was ich für am wenigsten he

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