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Paula & ich Wie der frechste Hund der Welt mein Leben veränderte von Kihn, Martin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.07.2014
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Paula & ich

Kurz nach seinem vierzigsten Geburtstag befindet sich Martin Kihn in einer handfesten Krise: Sein Boss will ihn feuern, seine Frau droht, ihn zu verlassen, er selbst hat jeglichen Lebensmut verloren. Außerdem sorgt Martins heißgeliebter, aber ungezogener Vierbeiner ständig für Ärger, so dass Herrchen beschließt: Die stürmische Paulasoll auf die Hundeschule und endlich Manieren lernen. Ganz nebenbei wird Martin mit dieser Aufgabe klar, wie er sein eigenes Leben wieder in den Griff bekommt. Und wie er seine Frau davon überzeugt, dass wirklich jeder eine zweite Chance verdient hat ... Martin Kihn, 42, studierte an der Columbia- und der Yale-Universität und war Unternehmensberater. Heute arbeitet er als Journalist und Kolumnist u.a. für die New York Times , GQ , Cosmopolitan und das Forbes Magazine . Außerdem ist er als Autor für diverse TV-Unterhaltungsformate tätig, 2004 war er als Best Comedy Writer für den Emmy Award nominiert. Mit seiner Frau Julia und seinem Hund Hola wohnt Kihn in Minneapolis.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 11.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843707640
    Verlag: Ullstein
    Größe: 2201 kBytes
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Paula & ich

Prolog

Einzug in den Ring

"Kommt das nur mir so vor", frage ich meine gut vierzig Kilo schwere Copilotin, die vom Rückspiegel eingerahmt ist wie eine haarige Warhol-Marilyn, "oder drehen allmählich alle durch?"

Ich sag 's ja nur ungern, scheint sie nur ungern zu sagen, aber es kommt nur dir so vor.

"Haben wir unsere Abzweigung verpasst? Ich kann die Schilder nicht sehen."

Und ich, sagt sie, kann nicht lesen.

Eins möchte ich Ihnen raten: Wenn Sie irgendwohin wollen und der Weg nicht so leicht zu finden ist, lassen Sie bloß nicht mich ans Steuer.

Es gibt nur wenige Dinge im Leben, auf die man sich so verlassen kann wie auf eines: Ich verfahre mich. Gründlich. Ich bringe Sie so weit weg von Ihrem Ziel, dass Sie aus dem Fenster blicken, während die Dämmerung hereinbricht, und feststellen, dass die Straßenschilder inzwischen in einer anderen Sprache geschrieben sind. Während meiner Zeit als undankbarster Unternehmensberater der Welt irrte ich einmal in einem gemieteten Ford Fiesta mit einem Vorgesetzten durch London. Nach einer Reihe hirnloser Abbiegemanöver drehte er sich wutentbrannt zu mir und fragte: "Wer hat Sie noch mal eingestellt?"

Resigniert streckt sich meine Copilotin – eine fünf Jahre alte Berner Sennenhündin namens Paula – auf dem Rücksitz des bedenklich kleinen Autos aus, gleichmütig wie ein Schmetterling, der sich im Wind wiegt.

"Du bist keine große Hilfe", sage ich zu ihr, während -meine Angst allmählich alles überdeckt.

Du auch nicht. Hast du Käse dabei?

"Wenn Sie jetzt mit dem Auto unterwegs sind", sagt der Typ im Radio, "denken Sie darüber nach, irgendwo haltzumachen. Wir haben eine ernsthafte Unwetterwarnung. Bald wird ' s hässlich da draußen."

Nicht so hässlich wie White Plains.

Die Stadt, eine graue Ödnis, vollgestopft mit alten Einkaufszentren, behauptet auf ihrer Webseite, dreißig Minuten nördlich von Manhattan zu liegen. Neunzig Minuten nachdem wir uns auf den Weg gemacht haben, schlittern Paula und ich schließlich auf den Parkplatz unseres Hundesportvereins, des Port Chester Training Clubs, wo wir vor zehn Minuten unsere Begleithundeprüfung hätten ablegen sollen.

Der Verein ist eine legendäre Institution, die von Port Chester in ein Industriegebiet bei White Plains gezogen ist, ohne den Namen zu ändern. Dort werden kleine Wauwaus und ihre Besitzer auf alle wichtigen Etappen im Leben eines Hundes vorbereitet: von der Gewöhnung an eine Transportbox bis hin zur Teilnahme an Turnieren. Vor fünf Jahren -hatte sich Paula hier dadurch ausgezeichnet, dass sie als einziger Hund ihrer Welpenschulklasse aufgefordert worden war, den Unterricht zu verlassen. Zweimal.

Da soll noch einer sagen, sie wäre keine Legende in der Welt des Hundetrainings.

Sie ist eine wunderschöne, dreifarbige, reinrassige Hündin, eine spektakulär flauschige, optimistische Kreatur mit wahren Broadway-Allüren und einer unbändigen Hingabe an das Hier und Jetzt.

Ich rechne ständig damit, dass sie sich auf die Hinterbeine stellt und ihre Dankesrede für den Tony-Award hält: "Ich erinnere mich noch, wie ich als kleiner Welpe in meinem Körbchen lag und "Ein Hund namens Beethoven" auf DVD gesehen habe und mir dachte: "Das kann ich auch!""

Und bei allem Respekt muss ich sagen, dass sie, alles in allem, langfristig und mit dem allergrößten Wohlwollen betrachtet, früher eine schreckliche Plage war.

Das unentschiedene Grau der

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