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Sei lieb zu Berndi... von Ossinger, Anita (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.01.2015
  • Verlag: 110th
eBook (ePUB)
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Sei lieb zu Berndi...

Im Jahre 1973 legalisiert der österreichische Staat den Missbrauch an einem Kind. Der zu schwerem Kerker verurteilte Lehrer wird begnadigt und erhält die Erlaubnis, das von ihm geschwängerte 13-jährige Kind zu heiraten; er kann also 'ganz legal' den Missbrauch an seinem Opfer über Jahre fortsetzen. - 1976 wird dieser Pädophile sogar als pädagogischer Mitarbeiter im SOS-Kinderdorf in Salzburg angestellt. Zahlreiche seelisch schwer beeinträchtigte Waisenkinder werden somit einem Straftäter anvertraut. Der österreichische Staat setzt dem Ganzen die Krone auf und übernimmt seinen gefallenen Staatsdiener wieder in den Schuldienst. Erst als die Eltern eines ganzen Dorfes gegen den unfähigen Lehrer mobil machen und sich weigern, ihre Kinder weiter in die Schule zu schicken, muss der österreichische Staat reagieren und befördert seinen Schützling in die Frühpension, wo er auf Kosten des Steuerzahlers bis heute ein beschauliches Leben führt. Sein ihm anvertrautes Opfer wurde nach sechsjährigem Scheidungskrieg endlich schuldlos von ihm geschieden. Dieser lange Leidensweg, vom ersten sexuellen Missbrauch bis zur Scheidung, wird in diesem Buch dokumentiert. mein Name ist Anita Ossinger, ich bin 52 Jahre alt, geboren und aufgewachsen in der West-Steiermark in der Gemeinde Eibiswald. Sicher habt ihr aus den Medien von den Missbrauchsfällen, die vermehrt in Österreich und Deutschland aufgedeckt wurden, Kenntnis erhalten. Auch ich bin ein Missbrauchsopfer und zwar wurde ich als 11 jähriges Mädchen von einem Lehrer der Volksschule sexuell missbraucht und schließlich geschwängert. Um den Skandal zu vertuschen verschleppte man mich ins Ausland und versteckte mich dort bis kurz vor der Niederkunft in einem abgelegenen Bauernhof. Natürlich flog die Sache auf und die Presse aus dem In- und Ausland stürzte sich auf mich als die damals ' jüngste Mutter Österreichs.' Der Lehrer wurde verhaftet und kam schließlich vor den Richter und Staatsanwalt. Anfangs sahen die Gesetzeshüter die Sache als Schwerverbrechen an und drohten mit schwerem Kerker, letztendlich bekam der pädophile Pädagoge lediglich eine bedingte Haftstrafe und erhielt sogar die Erlaubnis, mich, das von Ihm missbrauchte Kind, auch noch zu heiraten. Die katholische Kirche in Österreich segnete diesen Missbrauch ab und nötigte mich, das 14 jährige Kind, zu dem Gelöbnis: 'bis dass der Tod Euch scheidet!' Meine Mission sehe ich darin, mit meinem Buch und meinen öffentlichen Lesungen immer wieder darauf aufmerksam zu machen, dass wir: 'die Gesellschaft' gefordert sind, stets wachsam zu sein und die Augen offen zu halten und bei berechtigtem Verdacht Anzeige zu erstatten. Denn die Gefahr für unsere Kinder lauert in der nächsten Umgebung und nicht irgendwo. 'Wer das Schweigen bricht, bricht die Macht der Täter!'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 248
    Erscheinungsdatum: 22.01.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958655928
    Verlag: 110th
    Größe: 309 kBytes
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Sei lieb zu Berndi...

Kapitel 2

Meine Eltern hatten mich einem pädophilen Lüstling überlassen. Durch seinen Beruf als Volksschullehrer hatte er neun Wochen Sommerferien. Geschlagene zwei Monate, im siebten Monat von ihm schwanger, ließ ich willenlos den täglichen Beischlaf und einiges mehr über mich ergehen. Die Ferien neigten sich Gott sei Dank dem Ende zu, Bernd musste zusehen, wo er mich verstecken konnte. Für ihn begann erneut der Schuldienst.

Wir brachen schließlich das Zelt ab und fuhren Richtung Maribor. Dort trafen wir uns mit meinen Eltern. Bei mir konnte keine Freude mehr aufkommen, sie waren mir fremd geworden.

Mein Vater meinte: "Bis zur Geburt dauert es noch eine geraume Zeit, es wäre gut, die Mutter mit der Anita in der Nähe der Grenze zu Österreich unterzubringen, nicht dass das Dirndl noch im Ausland entbinden muss." (Niemand wusste den genauen Entbindungstermin.) Bernd vermutete, dass das sicher alles sehr kompliziert werden würde.

"Ich hätte einen Cousin in Pesnica, das ist Richtung Grenze, der hat einen Bauernhof, das ist das Geburtshaus meines Vaters, den könnten wir fragen", wandte meine Mutter schließlich ein.

"Ja, das könnte klappen, da fahren wir am besten gleich hin!", bestimmte mein Vater.

Wir verließen die Hauptstraße und bogen nach links in eine ungeteerte, vom Regen ausgeschwemmte Seitenstraße, überquerten Bahngleise; zwischen endlosen Maisfeldern waren kleine, einfache Bauernhäuser angesiedelt. Der Weg war fast zu Ende, da tauchte auf einer Anhöhe ein altes Häuschen mit kleinen Fenstern auf. Bernd fuhr mit dem Auto in den Hof. Linkerhand befand sich das Wohnhaus, gegenüber ein uralter, baufälliger Stall mit Scheune, neben dem Saustall war das Plumpsklo. Vor dem Stall fristete ein Schäfer-Mischling an der Kette hängend sein Dasein. Rund um das Anwesen waren die dazugehörigen Felder und Wiesen angeordnet.

Das laute Gebell des Hundes kündigte unser Kommen an. Die Verwandten meiner Mutter hatten uns ohnehin schon die Anhöhe herauf fahren gesehen. Eine kleine, schlanke, ältere Frau stand in der Türe und erkannte meine Eltern. Überschwänglich begrüßte sie die beiden: "Olgiza, was für eine Überraschung." Dabei küsste und drückte sie meine Mutter. Ebenso herzlich begrüßte sie meinen Vater und mich. Meine Mutter stellte Bernd und ihre Verwandte einander vor: "Das ist Bernd, er ist Lehrer, das ist Aloisia, die Frau meines Cousins."

"Ah, er ist Lehrer", antwortete die Aloisia in bewunderndem Tonfall. Der Hund kläffte eifrig weiter.

"Ticho, je bemti!" So wurde der Hund zur Ruhe ermahnt. In der Türe zum Wohnhaus erschien ein etwa 15-jähriges Mädchen, auf dem Arm hielt sie ein kleines, blondhaariges Kind.

"Kommt doch herein", bat uns Aloisia in die Stube. Sie blieb an der Türe stehen und stellte uns die beiden Kinder vor: "Das sind meine Töchter, die ältere, das ist die Nadja und die Kleine, das ist die Ivana." Nadja wurde von meinen Eltern ebenso gedrückt und geküsst. Bernd und ich begrüßten sie mit Handschlag. Nadja sagte zu ihrer Schwester Ivana: "Gib die Hand, das sind deine Tante und dein Onkel." Die Kleine war schüchtern, zierte sich und versteckte ihren Kopf im Arm ihrer Schwester.

Inzwischen hatten wir einen kleinen finsteren Vorraum mit grauem Steinboden betreten, mehrere Türen führten in die verschiedenen Räume. Das ganze Haus bestand aus drei Schlafzimmern und einer Küche.

Meine Mutter fragte sogleich nach ihrem Cousin: "Wo ist der Josef?"

"Der ist noch in der Arbeit, er kommt um sechs Uhr abends nach Hause", antwortete die Hausfrau. Nach der langatmigen Begrüßungszeremonie nahmen wir endlich in der Wohnstube Platz. Ein alter Holzofen, den man früher als Tischherd bezeichnet hatte, ein Waschbecken mit Fließwasser und eine so genannte "Kredenz", ein alter Tisch mit ein paar klapperigen Holzstühlen dazu, sowie ein alter Diwan ließen unschwer erkennen, dass diese Einrichtung des Anwesens bere

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