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Sonderbar, aber wunderbar geführt von Penner, Beate (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Sonderbar, aber wunderbar geführt

Heinrich Epp wird in einer Zeit geboren, wo Revolution, Bürgerkrieg, Anarchie, Typhus und Hunger in Russland kein Verschonen, kein Erbarmen und keine Rücksicht kennen, sondern nur Willkür gegen Jung und Alt. Zusammen mit seiner Familie durchlebt er schwere Zeiten. Als der 2. Weltkrieg einbricht, wird er von seinen Lieben getrennt. Die Umstände führen ihn nach Deutschland und von da nach Paraguay. Seine komplette Familie bleibt in Russland. Durch all die Jahre erkennt Heinrich immer wieder: Sonderbar, aber wunderbar hat der Herr mich geführt! Beate Friesen de Penner wurde am 27. April 1982 in Paratodo, in der Kolonie Menno, Paraguay, geboren. Ihre Kindheit und Jugendzeit verbrachte sie zusammen mit ihrer Familie in verschiedenen Gegenden in Paraguay und Argentinien. Im Jahre 2003 schloss sie ihre Lehrerausbildung am Institut für Lehrerbildung in Filadelfia ab. Seit 2004 wohnt sie mit ihrem Mann Rendy in der Kolonie Friesland. Sie ist Mutter von einem Pflegesohn und zwei leiblichen Kindern. Acht Jahre lang hat sie am Colegio Friesland Deutsch und Mennonitengeschichte unterrichtet. Seit 2005 ist sie Mitglied im Verein für Geschichte und Kultur der Mennoniten in Paraguay. In der Kolonie Friesland engagiert sie sich in der Kommunikationsabteilung und im geschichtlichen und kulturellen Bereich. Ihr erstes Buch erschien im Jahre 2009 unter dem Titel 'Katharina - Flucht in die Freiheit'. Weitere Titel von ihr sind: 'Auf der Suche nach einem neuen Zuhause' (2012), 'Gemeinsam unterwegs - 75 Jahre Kolonie Friesland' (2012), 'Von Mexiko nach Paraguay' (2014) und 'Sonderbar, aber wunderbar geführt' (2015).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 184
    Erscheinungsdatum: 01.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741216251
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 416kBytes
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Sonderbar, aber wunderbar geführt

I.

E s war Juni 1912. Alexanderwohl lag in der schönsten Sommerpracht. Die Apfel- und Birnbäume waren mit Früchten überschüttet und die Weizenfelder versprachen eine gute Ernte zu geben. Bis dahin dauerte es nicht mehr lange. In den Gärten blühten die verschiedensten Blumen und Sträucher. Nachts war ein kleiner Regen gefallen. Die Morgensonne ließ alles noch in besonders schönen Farben erscheinen. Anna war auf dem Weg zum Hof von Johann Epp. Dies also wird mein neues Zuhause, dachte sie bei sich, als sie durch das Gartentor trat. Aus der kleinen Anna war eine hübsche, tüchtige und, trotz aller schlimmen Erfahrungen, eine selbstsichere Frau geworden.

Jedes Dorf hat seine eigene Geschichte. Als die Siedler aus Alexanderwohl 1820 von Preußen nach Russland zogen, begegneten sie unterwegs Zar Alexander. Sie standen in gespannter Erwartung, als das Oberhaupt von Russland an ihnen vorbeikam, die Kutsche halten ließ und mit der rechten Hand winkte. "Ich wünsche euch Glück zu eurer Reise. Grüßt eure Brüder, ich bin da gewesen", hatte Zar Alexander den Ansiedlern zugerufen. Aus diesem Grund hatten die Siedler ihr Dorf "Alexanderwohl" genannt, denn Zar Alexander hatte ihnen Wohl gewünscht. Schon seit dem Jahr 1804 hatten Mennoniten in der Ukraine in der Kolonie Molotschna Dörfer angelegt. Alexanderwohl war wunderschön gelegen und hatte sich prächtig entwickelt.

In diesem Dorf wohnte Anna. Eigentlich hatte sie sich immer vorgenommen, nicht so jung zu heiraten. Doch die Situation zu Hause war immer mehr eskaliert. Die Stiefmutter war immer feindseliger und die Arbeit immer mehr geworden, denn fast jedes Jahr kam ein Kind zur Welt. Auch für diese hatte Anna sorgen müssen. Sie hatte wie eine Magd in dem Haus ihres Vaters gearbeitet und auch noch mit ihren 20 Jahren waren harte Schläge von ihrer Stiefmutter keine Seltenheit gewesen.

Als dann vor einigen Wochen Johann Epp, ein Witwer, bei ihnen auf den Hof gekommen war und um ihre Hand angehalten hatte, hatte sie nicht lange gezögert. Um dieser Hölle, zu der sich ihr Zuhause für sie verwandelt hatte, zu entrinnen, würde sie diesen fremden Mann heiraten. Johann hatte zwei Kinder, David war fünf Jahre alt und Lenchen drei. Die Mutter von diesen Kleinen war vor kurzem an Tuberkulose gestorben. Es starben viele Leute in ihrer Gegend, entweder an Lungentuberkulose oder an Knochentuberkulose. Bisher war noch kein Heilmittel gefunden worden, das diese ansteckenden Krankheiten bekämpfte. Johann war ein leidgeprüfter Mann. Nicht nur seine Frau war an dieser Krankheit gestorben, sondern auch vier seiner Geschwister und seine Mutter. Und bei Lenchen, seiner dreijährigen Tochter, schöpfte man Verdacht, dass sie bereits auch an dieser Krankheit leide.

Anna und Johann hatten vor der Hochzeit nicht viel Kontakt gehabt. Anna konnte nicht von ihrer großen Liebe sprechen. Aber Johann schien ihr vertrauenswürdig und es beeindruckte sie, wie er mit seinen Kindern umging. Er hatte immer so einen liebevollen Blick, wenn er zu ihnen sprach.

An diesem Morgen, als sie durch den Garten von Johanns Vater ging, nahm Anna sich wieder einmal vor, dass sie zu Johanns Kindern gut sein würde. Sie wollte ihnen ihre Mutter ersetzen. Diese kleinen Menschen sollten nicht so eine schwere Kindheit erleben, wie sie es selber hatte müssen.

"Anna, kommst du?", hörte sie die Stimme ihres zukünftigen Mannes, die sie aus ihren Tagträumen riss. Sie wollten noch einige Kleinigkeiten in ihrem Häuschen beenden, bevor sie sich für die Feier vorbereiteten. Deshalb war sie auf den Hof gekommen. Anna ging zu Johann und lächelte ihm zu. Gemeinsam gingen sie am großen Haus von Johanns Vater vorbei. Sie würden auf dem Hof von Vater Epp wohnen, in einem kleinen Lehmhaus im Hinterhof. Das war im Dorf nicht unüblich, dass verheiratete Kinder auf dem Hof blieben, um irgendwann dann den ganzen Betrieb zu übernehmen. Vater Epp wohnte im Moment mit der Familie seines Sohnes

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