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Wie ich wurde, wer ich bin von Herz, Fredy (eBook)

  • Verlag: TWENTYSIX
eBook (ePUB)
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Wie ich wurde, wer ich bin

Genau betrachtet haben nur die Menschen aus den deutschen Ostgebieten den Krieg verloren. Sie haben nicht nur ihre Heimat, sondern viele auch ihr Leben lassen müssen. Viele sind erfroren oder durch den Untergang der Wilhelm Gustlow ertrunken. Ein großer Teil der Menschen wurde von den Russen verschleppt. Die Infrastruktur war vollkommen zusammengebrochen, es gab keinen Strom, kein Wasser, keine ärztliche Versorgung und keine Behörde, an die man sich hätte wenden können. Täglich kämpfte man ums Überleben, bis sich eine Möglichkeit auftat, in den Westen ins ehemalig Reich zu flüchten. In der Autobiografie "Wie ich wurde, wer ich bin" wird ein Teil der Geschichte über die Familie Herz und deren Leidensweg berichtet. Ferner zeichnet der Autor episodenhaft den Weg des jüngsten Sohnes Fredy vom Volksschüler zum Staatsdiener in gehobenem Dienst nach. Fredy Herz, geb. am 02. Oktober 1935 in Danzig, verheiratet, zwei Kinder. Nach der Lehre als Bergmann wechselte er seine Tätigkeit und arbeitete im Tief- und Hochbau. 1956 trat er in die Bundesmarine ein, erhielt in den USA eine kurze Einweisung in die elektronische Aufklärung und baute diesbezüglich die Erfassungsdienststellen bei der Marine aktiv auf. 1968 verließ er als Oberbootsmann die Marine und arbeitete beim Ionosphäreninstitut in Breisach am Rhein. Nach dem Aufstieg in den gehobenen Dienst wurde er als Leutnant zur See d.R. ausgemustert. Heute wohnt er mit seiner Frau in Umkirch bei Freiburg im Breisgau.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 152
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783740757533
    Verlag: TWENTYSIX
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Wie ich wurde, wer ich bin

Moritz Herz

Er war gutherzig und großzügig, um nicht zu sagen zu großzügig. Er war unser hochgeschätzter Großvater Moritz. Als Großhandelskaufmann besaß er in Münster/Westfalen eine eigene Firma mit einem großen Haus. An Fest- und Geburtstagen pflegte er Waisenhäuser und Kindergärten mit bis zu 80 Kindern zu bescheren. Aus diesem Grunde ging er zweimal in die Insolvenz. Seine wohlhabende Verwandtschaft half ihm glücklicherweise immer wieder selbstlos aus seinen finanziellen Krisen.

Mit seiner ersten Frau Julie Herz, geb. Hansenberg, geb. am 17.03.1851 in Freienohl/Meschede, gest. am 16.02.1891 in Münster/Westfalen, hatte er vier Kinder, Johanna, Bendix, Fanny und Rosa.

Da war zunächst Johanna, geb. am 08.12.1879 in Münster, gest. am 08.12.1943 in Mecheln/Malines. Sie war gelernte Lehrköchin. 1901 heiratete sie den Metzger Louis-Eugen Gruno, später Gruner aus Kettenberg/Ostpr. Geb. am 20.08.1879 in Leipzig, wohnhaft in Essen Katernberg. Nach ihrer Emigration nach Belgien wurde die gesamte Familie am 11.07.1939 ausgebürgert. Johanna starb in der Emigration im Internierungslager Mecheln/Malines. Ihr Ehemann wurde nach Auschwitz deportiert und kam dort am 03.08.1943 ums Leben. Von ihren drei Söhnen überlebte nur der Älteste, er emigrierte 1936 nach Frankreich und diente von 1936 bis 1946 in der französischen Armee in Afrika. Im Alter von erst 52 Jahren starb er in Paris.

Das zweite Kind war Bendix, geb.am 20.04.1882 in Münster. Er war Klempner von Beruf und ging 1901 auf Wanderschaft.

Das 3. Kind von Julie und Moritz war Fanny, geb.am 20.07.1884 in Münster. Sie war von Beruf Köchin und zog 1905 nach Köln. Von dort aus wurde sie nach Litzmannstadt deportiert und dort umgebracht.

Die Vierte im Bund der Geschwister war Rosa, geb. am 30.10.1888 in Münster und gest. 1889 in Münster. Ihr Grab befindet sich auf dem jüd. Friedhof in Münster.

Justus Herz

Nach dem Tod seiner nur 40 Jahre alt gewordenen Frau Julie heiratete Moritz Berta Herz, geb. Isaak. Sie hatten zusammen ebenfalls vier Kinder, nämlich Julius, unseren Vater, Julius Herz (s. Foto), dann noch die drei weiteren Kinder: Robert, Pauline und Adolf.

Robert, geb. am 04.10.1893 in Münster, gest. im 1. Weltkrieg auf dem Weg zum Verbandsplatz. Beruflich wurde er Kaufmann, machte zwischen 1910 und 1914 eine kaufmännische Ausbildung in Brakel und Gütersloh. Er wurde im November 1914 Soldat, war offensichtlich vermisst und wurde 1929 mit amtlichem Todesdatum vom 10.01.1920 für tot erklärt.

Pauline und Max Karels

Pauline und Max Karels

Pauline, geb. am 21.11.1896 in Münster, gest. am 05.11.1942 im KZ Auschwitz. Sie war von Beruf Volontärin. Sie war am 02.07.1920 die Ehefrau des reisenden Textilverkäufer Max Karels, geb. am 16.08.1891 in Meersen/NL geworden und zog mit diesem nach Maastrich/NL. Sie hatten zwei Söhne, Julien (Spitzname Jules) und Louis Robert. Die Familie Karels besaßen ein eigenes Haus mit einem Textil- und Manufakturgeschäft. Max Karels und seine Söhne waren evangelisch, Pauline war jüdischer Abstammung. Als im Juli 1942 die Deportationen der Juden aus den Niederlanden begannen, wurden Max, Pauline und Julien verhaftet und nach Auschwitz gebracht und direkt nach ihrer Ankunft ermordet. Louis Robert wurde am 16. November 1942 verhaftet, nach Auschwitz gebracht und am 20. Februar 1943 ermordet.

Adolf, geb. am 04.06.1898 in Münster, war Kaufmann und wohnte im Elternhaus in Münster. Er heiratete am 16.09.1922 in Münster die Freckenhorsterin Anna Maria Born. Sie war evangelisch, wodurch er glücklicherweise geschützt war. Sie hatten keine Kinder. Er züchtete nebenberuflich die Hunderasse Dobermann. 1940 war er Arbeiter. Da er in einer Mischehe lebte, hatte er Glück und wurde von den Deportationen der Jahre 1041/42 nicht erfasst. Als das Haus durch Bombenangriffe zerstört wurde, kam seine Frau am 10.10.1944 ums Leben. Nu

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