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Wildflower Geschichten aus meinem Leben von Barrymore, Drew (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.04.2016
  • Verlag: Edel Germany GmbH
eBook (ePUB)
13,99 €
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Wildflower

Die mehrfach ausgezeichnete Schauspielerin Drew Barrymore erzählt die lustigsten, eindrucksvollsten und ergreifendsten Geschichten aus ihrem Leben. Angefangen bei ihrer Jugend als Kinderstar, über die skandalträchtigen Teenager-Jahre bis hin zu ihrem heutigen Leben als glückliche Mutter von zwei Töchtern. Wildflower ist ein Porträt von Drews Leben in einzelnen Geschichten, in denen sie zurückblickt auf ein bewegtes Leben voller Abenteuer, Herausforderungen und unglaublicher Erfahrungen. Weshalb das Wäschewaschen ihr, als sie mit 14 Jahren alleine lebte, möglicherweise das Leben rettete, wie sie in den Randbezirken von New Orleans einmal mit einem Wohnmobil unter einem Tankstellendach feststeckte, wie sie ganz persönlich Abschied von ihrem Vater nahm, der diese Rolle niemals erfüllte, weshalb sie mit Cameron Diaz auf der Suche nach dem ultimativen Adrenalinkick Fallschirmspringen ging - all diese und noch viele weitere Geschichten und Erfahrungen sind in Wildflower enthalten. Ein buntes Bouquet von Geschichten einer faszinierenden Frau, Mutter und Persönlichkeit. "Eine reine Freude ... Wenn Sie Drew Barrymore bisher nur sympathisch fanden ... nach der Lektüre ihrer Essays werden Sie sie vergöttern." - New York Times Book Review

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 27.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841904706
    Verlag: Edel Germany GmbH
    Größe: 2622 kBytes
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Wildflower

Paradiesvögel

1975 war West Hollywood - jedenfalls die Gegend, in der ich aufwuchs - ein sehr buntes Fleckchen Erde. Es hatte den Charme von alten Autos, erinnerte auch ein wenig an Havanna, und die Häuser und Apartmentgebäude waren alle völlig unterschiedlich gebaut. Da war der Santa Monica Boulevard mit seinen Zuhältern und den alten Kinos. Und da waren die Dragqueens, die für uns Kinder einfach dazu gehörten: "Mom, ist das ein Mann oder eine Frau?", und dann konnten unsere Mütter wahrscheinlich immer spontan entscheiden, was sie antworten sollten. Aber dass die Welt hier so bunt war, machte die Gegend auch interessant.

Meine Mutter, die damals noch Ildiko Jaid hieß, zog mich alleine groß. Sie war angehende Schauspielerin, übernahm hier und da kleine Nebenrollen und hatte zwei Jobs in berühmt-berüchtigten Clubs, im Comedy Store und im Troubadour. Sie kannte viele wilde Musiker und Künstler, die gesamte Szene war damals sehr hedonistisch. Sie war auch mit vielen schwulen Männern befreundet, sie gehörten für mich ebenfalls einfach dazu, und ich mochte ihren Stil und Witz. Wir wohnten in Poinsettia Place in einem Doppelhaus, dessen Vorderfront eine riesige Wand aus tiefroten Bougainvillea zierte, sie war etwa sieben Meter hoch, was auf mich als Kind wie ein Wolkenkratzer wirkte, und unser Haus stach in der Straße wirklich hervor. Diese dramatischen, freundlichen Blüten machten mich glücklich. Ich war verliebt in ihre Farbe, und sie zeigten mir, dass es auch in einer schäbigen Gegend Schönheit geben konnte. Dass sie sogar strahlen konnte und leuchten!

Wir wohnten in der einen Doppelhaushälfte, und in der anderen Hälfte wohnten Joanie Goodfellow und ihr Sohn Daniel Faircloth. Erst Jahre später fiel mir auf, wie unterschiedlich ihre Nachnamen waren. Damals war Joanie einfach eine weitere alleinerziehende Mutter, so wie meine, ihr Mann war abgehauen und hatte sie mit dem Kind sitzengelassen. Ich erinnere mich nicht mehr, wie der Vater hieß, nur dass er aus Delaware oder Denver kam (beides Orte, die ich nicht kannte, so wie ich von Geografie generell keinen Schimmer hatte). Jedes Mal, wenn sie von ihm sprach, stellte ich ihn mir aus irgendeinem Grund im Westernshirt und mit Cowboystiefeln vor. Männer machten sich aus dem Staub und Mütter gingen arbeiten - das war die Botschaft, die mir das Leben in diesem Haus vermittelte.

Ich habe noch immer keine Ahnung, womit Joanie sich eigentlich beschäftigte. Sie war exzentrisch. Sie hatte mal himmelblaue, mal neongrüne Haare und lief immer wie eine Exhibitionistin im Haus herum, sehr leicht bekleidet, mit ihren beiden Kakadus, jeweils einen auf jeder Schulter. Anfangs wunderte ich mich darüber noch, aber mit der Zeit hätte es mich eher verstört, sie anders zu sehen. Seltsam, woran man sich so alles gewöhnt.

Ihr Sohn Daniel wurde mein bester Freund, auch wenn ich damals noch gar nicht wusste, was das war. Aber wir verkauften immer Äpfel auf der Straße und prügelten uns miteinander. Eine typische West-Hollywood-Freundschaft, würde ich sagen. Wenn es Zeit für ihn war, ins Bett zu gehen, wiederholte sich jeden Abend dasselbe Schauspiel. Joanie verkündete: "Okay, Zeit fürs Bett", und Daniel kletterte sofort die Gardinen in ihrem Wohnzimmer hoch, als würde er sich in der Turnhalle am Seil hochziehen. Dann brüllte er: "Ich will nicht ins Bett!" Und wenn er fast ganz oben war, pflückte Joanie ihn einfach herunter und warf ihn in sein Schlafzimmer am Ende des Flurs. Unsere Doppelhaushälften hatten jeweils zwei Schlafzimmer. Mir kam das geräumig vor. Ich war stolz darauf, dass unsere Mütter uns Kindern eine so großzügige Wohnsituation bieten konnten. Jeder hatte sein eigenes Zimmer - da gab es nichts zu meckern.

Wir hatten auch einen winzig kleinen Hinterhof mit einer billigen Schaukel und einem Avocadobaum. Ich aß täglich etwa zehn Avocados von diesem Baum, und das ist nicht übertrieben. Ich liebte diesen Baum. Er schenkte mir

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