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Da sitzt das Scheusal wieder Die besten Theaterkritiken von Fontane, Theodor (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.11.2018
  • Verlag: Aufbau Verlag
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Da sitzt das Scheusal wieder

Die kurzweiligsten und angriffslustigsten Theaterkritiken Fontanes. Lachen entwaffne die Kritik, meint Fontane, unfreiwillig Komisches aber rufe den Theaterkritiker auf den Plan. Mit Fontane sitzen wir auf Parkettplatz 23 im Königlichen Schauspielhaus Berlin. Ob Klassiker oder Kassenschlager, ob französisches Theater oder 'Freie Bühne': Unvoreingenommen, aber mit scharfer Zunge beobachtet er den Erfolgsautor Hugo Lubliner, der statt Menschen nur 'quiekende Puppen' auf die Bühne stellt, die 'hinreißende Gewalt' Ibsen'scher Stücke und Goethes Schauspiel 'Torquato Tasso', das ihn unberührt lässt. Wir begegnen einem stummen Gefängniswärter, der als Einziger nichts Dummes sagt, und einem Klappstuhl, der in einer Hauptrolle zu sehen ist.

Theodor Fontane wurde am 30. Dezember 1819 im märkischen Neuruppin geboren. Er erlernte den Apothekerberuf, den er 1849 aufgab, um sich als Journalist und freier Schriftsteller zu etablieren. Ein Jahr später heiratete er Emilie Rouanet-Kummer. Nach seiner Rückkehr von einem mehrjährigen England-Aufenthalt galt sein Hauptinteresse den 'Wanderungen durch die Mark Brandenburg'. Neben der umfangreichen Tätigkeit als Kriegsberichterstatter, Reiseschriftsteller und Theaterkritiker schuf er seine berühmt gewordenen Romane und Erzählungen sowie die beiden Erinnerungsbücher 'Meine Kinderjahre' und 'Von Zwanzig bis Dreißig'. Fontane starb am 20. September 1898 in Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 09.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841215918
    Verlag: Aufbau Verlag
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Da sitzt das Scheusal wieder

Frivole Franzosen?

Eugène Scribe/Ernest Legouvé
Feenhände

Aufführung vom 31. 10. 1871; Kritik vom 2. 11. 1871

Dienstag den 31. Oktober zum ersten Male: " Feenhände ", Lustspiel in 5 Akten nach dem Französischen des Scribe von Ch. v. Graven.

Widerstreitende Empfindungen haben uns gestern bei der Aufführung dieses Scribe'schen Stücks begleitet. Es konnte nicht anders sein. Das Ganze ist eine Mischung von bewährter, liebenswürdiger Routine auf der einen Seite und von häßlicher Condescenz gegen die Tagesphrase auf der andern: wo jene sich geltend macht, wie in den Rollen der Marquise von Méneville, der Frau von Berny, des Herzogs von Penn-Mar und des bretagnischen Edelmanns Richard von Kerbriand, wird man sehr angenehm berührt und in die heiteren Regionen der Kunst erhoben; wo diese , die Condescenz gegen die Tagesphrase, hervortritt (und dies ist der eigentliche Inhalt des Stücks, sein Lebenskeim) wird man abgestoßen und gelangweilt zu gleicher Zeit. Hier soll die Neuheit und die Piquanterie liegen, diese Piquanterie ist aber nur Gesinnungslosigkeit, ein rücksichtsloses Rücksichtnehmen auf das Eine : was wirkt heute? was will der Epicier hören und sehen? Aus diesem feigen sich Unterwerfen, worin die französischen Schriftsteller (und die populären am meisten) immer groß waren, ist zu erheblichem Theile das Unheil entstanden, das alle 20 Jahr einmal, in dieser oder jener Gestalt, über die Pariser Bevölkerung hereinbricht; alles was berufen wäre, geistig zu leiten, zieht es vor, servil die Schleppe zu tragen, und wenn dann die Saat aufgeht, dann ist ein Verwundern, dann giebt es ein Weiß-waschen oder wohl gar eine sittliche Empörung, und die Deportations-Schiffe füllen sich mit Tausenden, die an einem warmen Sumpfplatz die Zeche bezahlen müssen. Der ältere Dumas - in vielen Beziehungen der Liebenswürdigsten einer, die je gelebt - er theilte nichtsdestoweniger die große Krankheit seiner Nation, und als er 1848 in die Assemblée gewählt werden wollte, empfahl er sich seinen Wählern nicht als Alexander Dumas, sondern als "Arbeiter", und rechnete seinen anwesenden neuen Collegen vor, welchen Nutzen er der Produktion respective der Ouvrierschaft Frankreichs dadurch gethan habe, daß er durch seine Arbeit die Arbeit von drei Papiermüllern, sechs Setzern und wenigstens 600 Theaterleuten gesichert habe. In ähnlicher Weise proklamirt der alte Scribe in diesem seinem Lustspiel den Satz, daß der alte Adel, wenn er in der Klemme ist, am besten thut, ein Putzgeschäft zu etabliren. Dies muß natürlich sämmtliche Nätherinnen von Paris, sämmtliche Rigolettes und ihre Liebhaber bis zu schwindelnder Bewunderung hinreißen. Wir unsererseits können diesem Gefühlsfluge nicht folgen. Aber erst die Geschichte.

Die alte gräfliche Familie Lenève lebt in der Bretagne: die Gräfin-Wittwe, der Graf ihr Sohn, Graf Tristan ihr Enkel, noch eine Enkelin und eine Nichte. Diese letztere ist die glückliche Inhaberin der "Feenhände", wovon man aber wenig gewahr wird. Es steht schlecht mit den Finanzen des Hauses, Graf Tristan, der durch eine reiche Heirath die Dinge wieder in Balance bringen soll, hat das Unglück, sich in die Nichte (Gräfin Helene), die arm ist, zu verlieben, und so bleibt nichts anderes übrig, als die schöne Helene aus dem Hause zu schicken. Wer Feenhände hat, wird schon durchkommen. Und so geschieht es denn auch. Zwei Jahre sind ins Land gegangen; Gräfin Helene ist vorläufig verschollen; die bretagnische Familie kommt nach Paris, immer noch mit Ordnung ihrer Finanzen beschäftigt. Ja, diese Dinge haben bereits eine äußerste Dringlichkeit angenommen. Da plötzlich, im Vorzimmer der Marquise von Méneville, treffen die gräfliche Familie Lenève und die verschollen geglaubte Helene zusammen. Sie ist reich geworden, man findet sie sc

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