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Das ist das höchste Glück Gedichte und Balladen von Fontane, Theodor (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.02.2014
  • Verlag: Edition Erdmann in der marixverlag GmbH
eBook (ePUB)
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Das ist das höchste Glück

Das Kleine, Alltägliche war Theodor Fontane wichtiger als die großen Schicksale. Der berühmte lässige Fontane-Ton' ist in seinen zeitlosen Liedern und in den Sentenzen seiner Spruchdichtung überall zu vernehmen. Mit seinen Gedichten und mit seinen Romanen wollte er das Menschliche, das Persönliche erfassen und eine Verbindlichkeit des Unverbindlichen' darstellen, die dem Leben näher sein kann als die allseits beliebten, großen Themen. Abgerungen hat er seinem eigenen Leben ein heiteres Darüberstehen, das nicht Weltflucht ist, sondern immer erneut Lebensmut hervorbringt. Die vorliegende Ausgabe enthält Gedichte aus allen Schaffensperioden Fontanes: Lieder und Sprüche, Bilder und Balladen sowie Gelegenheitsgedichte und Einzelpublikationen aus Zeitungen, Zeitschriften und aus dem Nachlass. Theodor Fontane wurde 1819 in Neuruppin geboren, absolvierte zunächst eine Ausbildung als Apotheker und war später als Korrespondent in England und als Redakteur und Theaterkritiker tätig. Erst 1876 wurde er freier Schriftsteller. 1891 wurde ihm der Schiller-Preis verliehen; 1894 bekam er die Ehrendoktorwürde der Universität Berlin zuerkannt. 1898 starb Fontane an einem Schlaganfall in Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 21.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843804301
    Verlag: Edition Erdmann in der marixverlag GmbH
    Größe: 623 kBytes
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Das ist das höchste Glück

Maria Stuart

(Romanzen-Zyklus)

Ich habe menschlich, jugendlich gefehlt,

Die Macht verführte mich, ich hab es nicht

Verheimlicht und verborgen, falschen Schein

Hab ich verschmäht mit königlichem Freimut.

Das Ärgste weiß die Welt von mir, und ich

Kann sagen, ich bin besser als mein Ruf.
1. Maria Stuarts Weihe

Schloß Holyrood ist öd und still,

Der Nachtwind nur durchpfeift es schrill,

Es klirrt kein Sporn in Hof und Hall,

Nur finstres Schweigen überall.

Da plötzlich schwebt, in luft'gem Gang,

Ein hohes Weib die Hall entlang:

Ihr klares Aug strahlt ewig-jung

Vom Feuer der Begeisterung.

Zu Häupten ihr glüht Sternenschein,

Ihr Haar ist gold, - wer mag sie sein?

Sie kommt und bringt ihr Angebind

Im Saale drin dem Königskind.

Das Königskind, das heißt Marie ;

Wie Liedes-Zauber umklingt es sie,

Als, neigend über die Wiege sich,

Die Muse spricht: "Ich weihe dich!"

Sie sprach es kaum, da - still und stumm

Entschwebet schon sie wiederum,

Und lachend schlüpfen lust'ge zwei

Jetzt in die Tür, an ihr vorbei.

Die eine trägt zu buntem Tand

Einen Pfauenfächer in blitzender Hand,

Es knistert die Seide, es bauscht ihr Kleid,

Das war die Dame " Eitelkeit".

Die andre, frech und üppig gar,

Trägt langes, aufgelöstes Haar,

Ihr Aug ist schwarz, nackt ihre Brust,

Das war die Dirne " Sinnenlust" .

Sie neigen beide zur Wiege sich

Und kichern hell: "Wir weihen dich!"

Da huscht, und ihre Wang erblaßt,

Rasch in den Saal ein dritter Gast.

Wie Schatten schleicht er an der Wand,

Sein Kleid ist rot, rot seine Hand,

Er schaut sich um, sein Auge sticht,

Und messerscharf ist sein Gesicht.

Er neigt sich jetzt und spricht das Wort:

"Ich weihe dich zu Blut und Mord!"

Auf schreit im Schlaf das Königskind,

Und heller draußen pfeift der Wind.

Der Gast ist fort, doch her und hin

Wirft banger Traum die Schläferin.

Geweiht fürs Leben schlummert sie,

Die schöne schottische Marie.

spätestens 1847
2. David Rizzio

Herr Darnley reitet in den Wald, Lord Ruthven ihm zur

Seite;

Herr Darnley spricht: "Was frommt es mir, daß in den

Lenz ich reite?

Ich ritt hinaus, ein Schreckgespenst mir aus dem Sinn zu

schlagen,

Ihr aber, Ruthven, hastet Euch, ins Feuer Öl zu tragen."

Lord Ruthven streicht den roten Bart, als sei er des

zufrieden,

Er schweigt und denkt nur: 'Wenn es heiß, soll man das

Eisen schmieden';

Seit an Marias Ohr er frech ein Liebeswort verloren,

Hat er der schönen Königin im Herzen Haß geschworen.

Er spricht kein Wort, beredter spricht sein Lächeln jetzt

und Schweigen,

Er sieht, von Schritt zu Sch

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