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Dmitri / Die Übergangsgesellschaft / Nibelungen / Limes. Mark Aurel / Was wollt ihr denn von Braun, Volker (eBook)

  • Erschienen: 14.04.2014
  • Verlag: Suhrkamp
eBook (ePUB)
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Dmitri / Die Übergangsgesellschaft / Nibelungen / Limes. Mark Aurel / Was wollt ihr denn

Dieser Band versammelt eine Auswahl von sechs Theaterstücken von Volker Braun, die seit Beginn der achtziger Jahre entstanden sind. Volker Braun, 1939 in Dresden geboren, Lyriker, Dramatiker und Prosaautor, Büchner-Preisträger des Jahres 2000, zeigt sich in seinen Stücken als gleichermaßen scharfsinniger wie sprachmächtiger Analytiker von gesellschaftlichen Verhältnissen. Brauns Stoffe und Szenerien sind welthistorisch, die Problemstellungen seiner Stücke sind heutig und von globaler Brisanz.

Volker Braun wurde 1939 in Dresden geboren. Nachdem er sich nach dem Abitur vergeblich um einen Studienplatz bemüht hatte, arbeitete er von 1957 bis1960 in einer Druckerei in Dresden, beim Tiefbau-Kombinat Schwarze Pumpe und absolvierte einen Facharbeiterlehrgang im Tagebau Burghammer. Von 1960 bis 1964 studierte er dann Philosophie in Leipzig und zog nach dem Ende des Studiums nach Berlin, wo er bis 1966 als Dramaturg am Berliner Ensemble arbeitete. Nach einigen Jahren am Deutschen Theater Berlin arbeitete er von 1977 bis 1990 erneut am Berliner Ensemble. Im Wintersemester 1999/2000 erhielt er die Brüder-Grimm-Professur an der Universität Gesamtschule Kassel. Braun erhielt zahlreiche Preise, unter anderen den Büchner-Preis im Jahr 2000 und den ver.di-Literaturpreis 2007. Volker Braun lebt heute in Berlin.

Produktinformationen

    Größe: 4646kBytes
    Reihe (Teil): suhrkamp spectaculum
    Herausgeber: Suhrkamp
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 303
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783518742426
    Erschienen: 14.04.2014
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Dmitri / Die Übergangsgesellschaft / Nibelungen / Limes. Mark Aurel / Was wollt ihr denn

1
Reichstag in Polen. Die Großen laufen über die Bühne und präparieren simultan ihre Rollen, der König seine stumme.
GNESEN
SO IST DENN DIESER STÜRMEVOLLE REICHSTAG
ZUM GUTEN ENDE GLÜCKLICH EINGELEITET
KÖNIG UND STÄNDE SCHEIDEN WOHLGESINNT
DER ADEL WILLIGT EIN SICH ZU ENTWAFFNEN
DER WIDERSPENSTIGE ROKOSZ SICH ZU LÖSEN
Rokosz sich zu lösen
DER KÖNIG ABER GIBT SEIN HEILIG WORT
ABHÜLF ZU LEISTEN DEN GERECHTEN KLAGEN
und nicht seinen Sohn auf den Thron zu hieven, nicht wahr, weil wir eine Republik sind
MNISCHEK ? auswendig:
HIER IST NICHT MOSKAU NICHT DESPOTENFURCHT
SCHNÜRT HIER DIE FREIE SEELE ZU HIER DARF
DIE WAHRHEIT WANDELN MIT ERHABNEM HAUPT
ICH WILLS NICHT HOFFEN EDLE HERRN DASS HIER
ZU KRAKAU AUF DEM REICHSTAG SELBST DER POLEN
DER CZAR VON MOSKAU FEILE SKLAVEN HABE
LEMBERG
WER ABER SOLL GERECHT SEIN AUF DER ERDE
WENN ES EIN GROSSES TAPFRES VOLK NICHT IST
DAS FREI IN HÖCHSTER MACHTVOLLKOMMENHEIT
NUR SICH ALLEIN BRAUCHT RECHENSCHAFT ZU GEBEN
UND UNBESCHRÄNKT VON hier gehts nicht weiter VON den blöden Rücksichten auf Sitten und die Anmaßung der Spitze und der verrotteten Völker, mit denen wir Frieden halten, wenn sich kein Vorwand findet, sie rechtens anzugreifen,
DER SCHÖNEN MENSCHLICHKEIT GEHORCHEN KANN
KRAKAU
ES IST DIE GROSSE SACHE ALLER STAATEN
UND THRONEN DASS GESCHEH WAS RECHTENS IST
DA FREUT SICH JEDER SICHER SEINES ERBS
UND ÜBER JEDEM HAUSE JEDEM THRON
SCHWEBT DER VERTRAG WIE EINE CHERUBSWACHE
DOCH WO
SICH STRAFLOS FEST SETZT IN DEM FREMDEN ERBE
DA WANKT DER STAATEN FESTER FELSENGRUND
SAPIEHA
DIE MEHRHEIT
WAS IST DIE MEHRHEIT MEHRHEIT IST DER UNSINN
VERSTAND IST STETS BEI WENGEN NUR GEWESEN
BEKÜMMERT SICH UMS GANZE WER NICHTS HAT
HAT DER BETTLER EINE FREIHEIT EINE WAHL
ER MUSS DEM MÄCHTIGEN DER IHN BEZAHLT
UM BROD UND STIEFEL SEINE STIMM VERKAUFEN
MAN SOLL DIE STIMMEN WÄGEN UND NICHT ZÄHLEN
DER STAAT MUSS UNTERGEHN FRÜH ODER SPÄT
WO MEHRHEIT SIEGT UND UNVERSTAND ENTSCHEIDET
GNESEN ? unterbricht den Lärm:
UND NUN IM INNERN FRIED IST KÖNNEN WIR
aber wohin mit den Truppen, die noch im Feld stehn?
DIE AUGEN AUF DAS AUSLAND RICHTEN –
Kronbeamte, Woiwoden, Landboten stürzen auf die Bühne.
DER REICHSTAG ?Während man hört, daß gewisse Herren schon den Angriff auf Rußland machinieren. / Gewisse Herren schon den Angriff machinieren. / Es gibt keinen? Anlaß ?für einen Krieg./ SAPIEHA Ich hab mit Moskau Frieden abgeschlossen. / Rußland ist schwach. / Am Boden. / Noch nie war die Gelegenheit so günstig. / Die Beute der Tataren. / Rußland bricht den Frieden. / Rußland ist reich. / SAPIEHA Frieden abgeschlossen, und ich bin Mann dafür, daß man ihn halte

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