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Dramatische Werke Geschichten aus dem Wiener Wald + Kasimir und Karoline + Zur schönen Aussicht + Der jüngste Tag + Die Bergbahn + Italienische Nacht + Don Juan kommt aus dem Krieg + Pompeji... von Horváth, Ödön von (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.09.2016
  • Verlag: e-artnow
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Dramatische Werke

Dieses eBook: 'Dramatische Werke' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Ödön von Horváth (1901-1938) war ein auf Deutsch schreibender österreichisch-ungarischer Schriftsteller ungarischer Staatsbürgerschaft. Horváth gilt als Erneuerer des Volksstücks. In seinem Verständnis sollen die Probleme möglichst volkstümlich behandelt und gestaltet werden. In seinen dramatischen Arbeiten kritisiert er den artifiziellen 'Bildungsjargon', den er mittels einer künstlichen und kommunikationslosen 'Dialogsprache' zu entlarven trachtet: 'Es hat sich nun durch das Kleinbürgertum eine Zersetzung der eigentlichen Dialekte gebildet, nämlich durch den Bildungsjargon. Seit den 1950er-Jahren wurden Horváths Werke vielfach verfilmt, darunter am häufigsten die Texte Geschichten aus dem Wiener Wald, Der jüngste Tag und Jugend ohne Gott. Inhalt: Mord in der Mohrengasse Zur schönen Aussicht Die Bergbahn Sladek der schwarze Reichswehrmann Rund um den Kongreß Italienische Nacht Geschichten aus dem Wiener Wald Kasimir und Karoline Die Unbekannte aus der Seine Hin und Her Mit dem Kopf durch die Wand Don Juan kommt aus dem Krieg Figaro lässt sich scheiden Pompeji Ein Dorf ohne Männer Der jüngste Tag

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 833
    Erscheinungsdatum: 27.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026865971
    Verlag: e-artnow
    Größe: 1500 kBytes
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Dramatische Werke

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Inhaltsverzeichnis

Mohrengasse. Von links nach rechts: Ein geschlossener Laden mit Schildaufschrift: Diamanten. Gold. Simon Kohn. Kauf. Verkauf. Eine schmale Hoteltüre, die in einen matt erleuchteten Korridor mündet. Vor dem ersten Stocke halbkreisförmig trübelektrische Buchstaben: Hotel. Eine Bar. Hinter der schmutzigen Fensterscheibe, auf der ein altes Plakat klebt, geigt ein Schatten. Man hört aber keine Musik. Es ist Nacht und still.

Drei Dirnen, zwei rechts, eine links vor dem Laden; horchen.

E RSTE

Klopf nochmal.

Z WEITE

klopft an den Laden.

E IN V ERWACHSENER

tritt aus der Bar und läßt die Türe offen; gedämpft Musik: Wie lange -

E RSTE

unterbricht ihn: Pst! Schließ die Türe!

Verwachsener schließt sie und horcht. Stille.

Z WEITE

Niemand. Er ist nicht zuhause.

V ERWACHSENER

Wie lange wollt ihr noch warten? Versetzt. Ich sags.

Z WEITE

nähert sich den anderen: Das tat er noch nie. Der alte Schuft!

D RITTE

Vielleicht ist etwas geschehen.

E RSTE

Was denn?

D RITTE

Man kann nie wissen.

Z WEITE

Pah!

Stille.

E RSTE

Ich weiß nur: hab kalte Füße und kann kaum mehr stehen. Und nun kommt so nichts mehr.

V ERWACHSENER

sieht auf die Uhr: Was Richtiges sicher nicht.

Z WEITE

Still! Es kommt wer.

Verwachsener verschwindet in der Bar. Die Drei stellen sich bereit, verstellen die Gasse. Die Altmodische gekleidet nach der Mode vor fünfundzwanzig Jahren und dichtverschleiert; kommt von links und bleibt vor der Hoteltüre stehen. Die Drei beobachteten sie, sehen sich nun an - Eine seufzt boshaft - kichern und eilen in die Bar. Ein Polizist erscheint rechts und sieht sich um. Die Altmodische klebt regungslos an der Wand.

P OLIZIST

erblickt sie; hält langsam auf sie zu; leise: Ihre Papiere. Seit wann sind Sie hier?

A LTMODISCHE

kramt geziert umständlich ihren Ausweis hervor; gefällig: Seit heute, mein Herr.

P OLIZIST

gutmütig: Sie sollen sich aber nicht so auffallend anziehen. Das ist verboten.

A LTMODISCHE

Auffallend?! Ein einfaches Straßenkleid!

P OLIZIST

lächelt: Aus Urgroßmutters Zeiten.

A LTMODISCHE

Ich habe kein anderes.

P OLIZIST

Das gibt es doch gar nicht! Er blickt in ihre Papiere. Der Schein. Stimmt. Er blättert; mechanisch. Gestern entlassen? Aus welcher Strafanstalt?

A LTMODISCHE

Sankt Lazarus.

Polizist horcht auf; liest. Altmodische wird unruhig. Wenzel von rechts; will nach links; erblickt den Polizisten, zögert und bleibt vor dem alten Plakate am Barfenster stehen, als würd er lesen.

P OLIZIST

spricht nun noch leiser: Also: zweiundzwanzig Jahre waren Sie dort. Und: weshalb?

A LTMODISCHE

Das muß ich nicht sagen. Bin begnadigt.

P OLIZIST

Das tut nichts zur Sache! Ich muß wissen wen ich im Revier habe.

A LTMODISCHE

tonlos: Aufforderung zum Mord.

P OLIZIST

Den Schleier. Lüften. Altmodische hebt ihn, ein maskenhaft leeres Antlitz umrahmen grauweiße Haare. Weicht etwas zurüc

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