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Gesammelte Werke: Die Blumen des Bösen + Die künstlichen Paradiese + Die Fanfarlo + Tableaux parisiens von Baudelaire, Charles (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.04.2014
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
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Gesammelte Werke: Die Blumen des Bösen + Die künstlichen Paradiese + Die Fanfarlo + Tableaux parisiens

Dieses eBook: 'Gesammelte Werke: Die Blumen des Bösen + Die künstlichen Paradiese + Die Fanfarlo + Tableaux parisiens' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Charles-Pierre Baudelaire (1821/1867) war ein französischer Schriftsteller. Er gilt heute als einer der größten französischen Lyriker überhaupt und als einer der wichtigsten Wegbereiter der europäischen literarischen Moderne. Inhalt: Die Blumen des Bösen (1857) Die künstlichen Paradiese (1860) Die Fanfarlo Tableaux parisiens

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 1276
    Erscheinungsdatum: 20.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026812838
    Verlag: e-artnow
    Größe: 642 kBytes
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Gesammelte Werke: Die Blumen des Bösen + Die künstlichen Paradiese + Die Fanfarlo + Tableaux parisiens

IV

Der Gottmensch
Inhaltsverzeichnis

Es wird Zeit, dieses Gaukelspiel und diese groben Marionetten bei Seite zu lassen, die aus dem Dunst kindlicher Gemüter entstehen. Müssen wir nicht von wichtigeren Dingen reden: Von den Veränderungen der menschlichen Gefühle und in einem Wort von der Haschischmoral?

Bisher gab ich nur eine abgekürzte Monographie des Rausches, beschränkte mich darauf, seine hauptsächlichsten Züge, vornehmlich die materiellen Züge festzulegen. Aber was, wie ich glaube, für einen geistigen Menschen wichtiger ist, ist, die Wirkung des Giftes auf eben den Geist des Menschen kennenzulernen, das heisst: die Vergrösserung, Veränderung und Übertreibung seiner übrigen Gefühle und moralischen Begriffe, die nun in einer ausserordentlichen Atmosphäre ein wirkliches Phänomen von Strahlenbrechung ergeben.

Der Mensch, der lange dem Opium oder Haschisch gefröhnt hat und der, geschwächt wie er es durch seine Leidenschaft ist, die notwendige Energie aufgebracht hat, sich los zu machen, kommt mir wie ein entsprungener Sträfling vor. Er erregt meine Bewunderung in höherem Masse als der vorsichtige Mensch, der niemals gefehlt hat, weil er immer der Versuchung aus dem Wege ging. Die Engländer brauchen häufig bezüglich der Opiumesser Bezeichnungen, die nur dem Unschuldigen übertrieben erscheinen können, dem die Schrecken solchen Verfalls unbekannt sind: enchained, fettered, enslaved! Ketten in der Tat, neben denen alle anderen Ketten, die der Pflicht und der freien Liebe, nur Gazestreifen, nur Spinnweben sind! Schreckliche Ehe des Mannes mit sich selbst! "Ich war zum Sklaven des Opiums geworden; es hielt mich in seinen Banden, und alle meine Arbeiten und meine Pläne hatten die Farbe meiner Träume angenommen" sagt der Gatte Ligeias; aber in wieviel herrlichen Stellen beschreibt Edgar Poe, dieser unvergleichliche Dichter, dieser unwiderlegbare Philosoph, den man immer gelegentlich geheimnisvoller Geisteskrankheiten zitieren muss, nicht den dunklen und packenden Glanz des Opiums! Der Liebhaber der strahlenden Berenice, der Metaphysiker Egoeus, erzählt von einer Störung in seinen Fähigkeiten, die ihn dazu bringt, den einfachsten Erscheinungen eine ungewöhnliche und riesenhafte Bedeutung zu geben: "Unermüdlich in langen Stunden des Nachdenkens, die Aufmerksamkeit auf irgendein kindisches Zitat in den Anmerkungen oder dem Text eines Buches gerichtet, den grössten Teil eines Sommertages gefesselt an einen merkwürdigen Schatten, der auf der Tapete oder auf dem Fussboden liegt - mich eine ganze Nacht vergessen, die aufrechte Flamme einer Lampe oder des Kaminfeuers zu beobachten, - den ganzen Tag über vom Blumenparfüm träumen - einförmig irgend ein gewöhnliches Wort so lange wiederholen, bis sein Ton durch stete Wiederholung aufhört, im Geist auch nur irgendeinen Gedanken noch zu erwecken, - so beschaffen waren einige der gewöhnlichsten und ungefährlichsten Abirrungen meiner Denktätigkeit, Abirrungen, die gewiss nicht beispiellos sind, aber ebenso gewiss jede Lösung und jede Analyse in Frage stellen." Und der nervöse Auguste Bedloe, der jeden Vormittag vor dem Spaziergang eine Dosis Opium schluckte, gesteht uns, dass die hauptsächlichste Wohltat, die er aus der täglichen Vergiftung zieht, die ist, übertriebenes Interesse an allen Dingen, selbst an den trivialsten, zu nehmen: "Indessen hat das Opium seine übliche Wirkung gehabt, nämlich die ganze äussere Welt in unser äusserstes Interesse zu rücken. Im Zittern eines Blattes, - in der Farbe eines Grashalmes, - in der Form eines Kleeblattes, - im Summen einer Biene, R

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