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Reigen Zehn Dialoge (Ein erotisches Schauspiel) von Schnitzler, Arthur (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.07.2014
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
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Reigen

Dieses eBook: 'Reigen' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Reigen ist ein Bühnenstück von Arthur Schnitzler. Die Uraufführung fand am 23. Dezember 1920 am Kleinen Schauspielhaus in Berlin statt und war einer der größten Theaterskandale des 20. Jahrhunderts. Zur Inhalt: Zehn Personen begegnen einander in Paaren, sie führen zehn Dialoge und jedes Mal findet das Paar dabei zu sexueller Vereinigung. Als Strukturprinzip verwendet Schnitzler die Tanzform des Reigens, indem eine Figur immer die Hand einer neuen Figur für die nächsten Szene reicht. Schnitzler beschreibt aber nur die Situationen vor und nach dem Koitus, der Geschlechtsverkehr selbst wird nicht gezeigt, er ist im Text mit Gedankenstrichen nur angedeutet. Nach jeder Szene wird ein Partner ausgetauscht und dabei die gesellschaftliche Leiter erstiegen, von Dirne, Soldat und Stubenmädchen über junger Herr, Ehefrau, Ehemann und süßes Mädel bis zum Dichter, der Schauspielerin und dem Grafen, der am Schluss wieder mit der Dirne zusammentrifft und so den 'Reigen' schließt. Arthur Schnitzler (1862-1931) war ein österreichischer Erzähler und Dramatiker. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Wiener Moderne und Kritiker der österreichisch-ungarischen K.u.k.-Gesellschaft und ihrer Entwicklung um die Jahrhundertwende.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 159
    Erscheinungsdatum: 06.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026819042
    Verlag: e-artnow
    Größe: 373 kBytes
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Reigen

Die junge Frau und der Ehemann

Inhaltsverzeichnis

Ein behagliches Schlafgemach.

Es ist halb elf Uhr nachts. Die Frau liegt zu Bette und liest. Der Gatte tritt eben, im Schlafrock, ins Zimmer.



Die junge Frau ohne auszuschauen Du arbeitest nicht mehr?

Der Gatte Nein. Ich bin zu müde. Und außerdem...

Die junge Frau Nun? –

Der Gatte Ich hab' mich an meinem Schreibtisch plötzlich so einsam gefühlt. Ich habe Sehnsucht nach dir bekommen.

Die junge Frau schaut auf Wirklich?

Der Gatte setzt sich zu ihr aufs Bett Lies heute nicht mehr. Du wirst dir die Augen verderben.

Die junge Frau schlägt das Buch zu Was hast du denn?

Der Gatte Nichts, mein Kind. Verliebt bin ich in dich! Das weißt du ja!

Die junge Frau Man könnte es manchmal fast vergessen.

Der Gatte Man muß es sogar manchmal vergessen.

Die junge Frau Warum?

Der Gatte Weil die Ehe sonst etwas Unvollkommenes wäre. Sie würde... wie soll ich nur sagen... sie würde ihre Heiligkeit verlieren.

Die junge Frau Oh...

Der Gatte Glaube mir – es ist so... Hätten wir in den fünf Jahren, die wir jetzt miteinander verheiratet sind, nicht manchmal vergessen, daß wir ineinander verliebt sind – wir wären es wohl gar nicht mehr.

Die junge Frau Das ist mir zu hoch.

Der Gatte Die Sache ist einfach die: wir haben vielleicht schon zehn oder zwölf Liebschaften miteinander gehabt... Kommt es dir nicht auch so vor?

Die junge Frau Ich hab' nicht gezählt!

Der Gatte Hätten wir gleich die erste bis zum Ende durchgekostet, hätte ich mich von Anfang an meiner Leidenschaft für dich willenlos hingegeben, es wäre uns gegangen wie den Millionen von anderen Liebespaaren. Wir wären fertig miteinander.

Die junge Frau Ah... so meinst du das?

Der Gatte Glaube mir – Emma – in den ersten Tagen unserer Ehe hatte ich Angst, daß es so kommen würde.

Die junge Frau Ich auch.

Der Gatte Siehst du? Hab' ich nicht recht gehabt? Darum ist es gut, immer wieder für einige Zeit nur in guter Freundschaft miteinander hinzuleben.

Die junge Frau Ach so.

Der Gatte Und so kommt es, daß wir immer wieder neue Flitterwochen miteinander durchleben können, da ich es nie drauf ankommen lasse, die Flitterwochen...

Die junge Frau Zu Monaten auszudehnen.

Der Gatte Richtig.

Die junge Frau Und jetzt... scheint also wieder eine Freundschaftsperiode abgelaufen zu sein–?

Der Gatte sie zärtlich an sich drückend Es dürfte so sein.

Die junge Frau Wenn es aber... bei mir anders wäre.

Der Gatte Es ist bei dir nicht anders. Du bist ja das klügste und entzückendste Wesen, das es gibt. Ich bin sehr glücklich, daß ich dich gefunden habe.

Die junge Frau Das ist aber nett, wie du den Hof machen kannst – von Zeit zu Zeit.

Der Gatte hat sich auch zu Bett begeben Für einen Mann, der sich ein bißchen in der Welt umgesehen hat – geh, leg den Kopf an meine Schulter – der sich in der Welt umgesehen hat, bedeutet die Ehe eigentlich etwas viel Geheimnisvolleres als für euch junge Mädchen aus guter Familie. Ihr tretet

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