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Die Gespenster von Rheinsberg und mehr Märchen aus der Region von Senz, Hiltrud (eBook)

  • Verlag: Verlag DeBehr
eBook (ePUB)
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Die Gespenster von Rheinsberg und mehr Märchen aus der Region

In Rheinsberg und drum herum, in den Wäldern und Seen, auf Wiesen und Feldern, in Bächen, Schlössern und auf Bauernhöfen gibt es eine zauberhafte Märchenwelt. Die Moorhexe Blubba, der Rabe Rabbi, der Waldwichtel Zottel, die Schlange Taggigall, die gemeinen Trolle aus den Wäldern, die Könige und Königinnen, Prinzen und Prinzessinnen und all die vielen anderen sind hier zuhause. Nur wenige wissen, dass Elfen, Drachen, Hexen, Gespenster und andere Wesen dort im Verborgenen leben. Ihre spannenden Abenteuer hat Hiltrud Senz gesammelt und niedergeschrieben. Ein bunt bebildertes märchenhaftes Lesevergnügen ab 5 bis 99 Jahre.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 260
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957535160
    Verlag: Verlag DeBehr
    Größe: 3089 kBytes
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Die Gespenster von Rheinsberg und mehr Märchen aus der Region

1. Prinz Heinrich und sein wundersamer Traum

Oh welch ein herrlicher Sommertag!

Die Sonne lachte voller Übermut und all die wunderschönen Blumen hier im Schlosspark verbreiteten einen betörenden Duft. Die großen, uralten Bäume spendeten wohltuenden Schatten. Unter einer Eiche, auf einer Parkbank, saß ein einsamer Mann. Er schaute gar traurig vor sich hin. Vor ihm lag, wie ein großer Spiegel, der Grienericksee. In der Mittagssonne glitzerte der Schlosssee in den prächtigsten Farben.

Ein wunderschöner Blütenteppich aus gelben und pinkfarbenen Seerosen breitete sich auf dem silbern glänzenden Wasser aus. Auf den großen Seerosenblättern konnte man gar lustige Gesellen entdecken: Frösche, Libellen, Mücken, Wasserläufer und sogar Krebse hielten ihren Mittagsschlaf. Hörte man genauer hin, vernahm man ein kleines Schnarchkonzert.

Der dicke Frosch Quarks wälzte sich, gebettet auf ein Rosenblatt, im Halbschlaf hin und her. Und hast du nicht gesehen, rutschte er hinunter und landete mit einem lauten Bauchklatscher im kühlen Wasser.

"He! Quak, quak, wer ist da so hundsgemein und schubst mich ins Wasser?", brabbelte er verschlafen. Mühevoll zog er sich wieder auf seinen Platz und schnarchte sogleich weiter.

Die kleine Libelle Gerda saß grübelnd auf ihrem Seerosenblatt. Immer wieder schaute sie zu dem traurigen Mann. Sie überlegte einen Augenblick und flog dann beherzt ans Ufer. Sie setzte sich auf ein Eichenblatt. Mit leiser Stimme zirpte sie: "Hallo, Mensch, weshalb so traurig an einem solchen herrlichen Sommertag?" Der Mann aber reagierte nicht. Da fing die Libelle mit lieblicher Stimme zu singen an. Verwundert schaute sich der Mann um. "Wer singt hier so schön? Zeig dich mir." Die kleine Libelle setzte sich auf die Menschenhand und sprach: "Trauriger Mensch, ich heiße Gerda. Aber sag, wer bist denn du?" Wieder bekam sie keine Antwort.

"He, Mensch, hast du etwa keinen Namen?" Mit einem Flügel kitzelte sie ihn an der Nasenspitze.

Da nieste der Mann laut und sprach: "Libelle, du bist aber ein schönes Geschöpf. Deine Flügel glänzen in der Sonne wie Edelsteine. Es ist lieb von dir, dass du mich ein wenig aufmuntern willst. Ich bin Prinz Heinrich. Mir gehören das schöne Schloss, der Park, der Wald und die kleine Stadt Rheinsberg. Das alles schenkte mir mein älterer Bruder, König Friedrich der Große. Es gefällt mir hier sehr gut. Aber ich darf hier erst wohnen, wenn ich eine Frau geheiratet habe. Mein Bruder befiehlt mir, eine Prinzessin zu heiraten, die meiner würdig ist. Aber bisher konnte ich keine finden, die mir von Herzen gefiel. Entweder waren die Prinzessinnen viel zu eitel, zu langweilig oder zu albern. Meine zukünftige Frau sollte wie ich die Natur, das Theaterspiel und die Musik lieben. Sie sollte klug und herzlich sein. Wo aber finde ich nur ein solches Mädchen?"

"Zirp, zirp, lieber Heinrich, das ist in der Tat eine schwierige Angelegenheit. Aber höre, wenn du hier sitzt und Trübsal bläst, wirst du erst recht keine passende Frau finden. Ich fliege viel in der Welt umher und habe schon so manches kluge Mädchen getroffen. Deshalb rate ich dir, ziehe, als Wandergeselle verkleidet, durch die Lande und du wirst die richtige Frau finden. Zeige dich aber erst als Prinz, wenn du dir deiner Wahl sicher bist", riet sie Heinrich. "Gerda, du hast ja recht. Morgens in aller Früh werde ich mich auf den Weg machen", erwiderte der Prinz. Er verbeugte sich vor Gerda, bedankte sich für ihren Rat und begab sich auf einen ausgiebigen Spaziergang.

Erst gegen Abend kehrte er in sein Schloss zurück. Dort kam ihm ganz aufgeregt seine Schlossköchin, von allen Frau Sauerrahm gerufen, entgegen. "Majestät, wo weiltet Ihr nur so lange? Das Schlosspersonal ist

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