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#KillTheRich - Wer Neid sät, wird Hass ernten Roman - Noch nie war Fiktion realer. von Fassnacht, Lucas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.09.2019
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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#KillTheRich - Wer Neid sät, wird Hass ernten

Was, wenn unsere Welt vor einem globalen Bürgerkrieg steht - den nur zwei Personen verhindern können? Ein achtloser Online-Post stürzt die ganze Welt ins Chaos: Die Armen erheben sich gegen die Reichen, der Zorn derer, die nichts haben, lodert hoch. Nur Tage später kommt es überall zu Unruhen, Demonstrationen und Anschlägen. Straßenschlachten und Polizeigewalt bestimmen das tägliche Leben - alles dokumentiert unter dem Hashtag KillTheRich. Und das ist erst der Anfang! Es gibt nur zwei Personen, die den globalen Bürgerkrieg noch verhindern können: die mutige niederländische Diplomatin Conrada van Pauli und der alternde indische Starjournalist Bimal Kapoor. Während Conrada nach Brasilien reist, um sich ein Bild der Lage zu machen, verfolgt Bimal eine Spur, die nach Frankreich führt. Doch beide haben sich mächtige Feinde gemacht, die vor nichts zurückschrecken werden ... Ein komplexer Politthriller, der Sie mit auf eine atemberaubende Hetzjagd um die Welt nimmt - jung, frisch, klug und hervorragend recherchiert! Lucas Fassnacht wurde 1988 in Dieburg geboren; zurzeit wohnt er in Nürnberg, nachdem er in Erlangen Altgriechisch, Germanistik und Linguistik studiert hat. Neben seiner Arbeit als Autor gibt Fassnacht Workshops für Kreatives Schreiben. Er veranstaltet regelmäßig Literatur-Shows in Nürnberg und Erlangen. Von März bis November 2015 leitete er eine Poetry-Slam-Werkstatt mit Mittelschülerinnen und -schülern der Nürnberger Südstadt, welche mit der Kamera begleitet wurde. Der entstandene Dokumentarfilm Südstadthelden feiert Anfang Oktober 2019 Premiere im Rahmen des Internationalen Nürnberger Filmfestivals der Menschenrechte. "#KillTheRich. Wer Neid sät, wird Hass ernten" ist sein Debüt als Thrillerautor.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 688
    Erscheinungsdatum: 23.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641231590
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 1582 kBytes
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#KillTheRich - Wer Neid sät, wird Hass ernten

1. Kapitel

Vier Wochen später. Brüssel, Belgien; Mittwoch, 20:13 Uhr UTC +2

Conrada van Pauli spannte das Klettband um ihr rechtes Hosenbein und zog die Warnweste über ihren Blazer. Dann setzte sie ihren Fahrradhelm auf und straffte dessen Kinnriemen. Ihre Kollegen verspotteten sie seit jeher für den Aufwand, aber das störte sie nicht. Sie fand, wenn sie schon Bürokratin war, durfte sie das auch zeigen.

Conrada schob ihr Rad aus der Tiefgarage in die Brüsseler Dämmerung. Der Verkehr auf dem Schuman-Kreisel war überschaubar, die Rushhour war bereits einige Stunden vorüber. Das letzte Abendrot verabschiedete sich hinter ihrem Rücken. Conrada schwang sich auf den Sattel. Sie hatte den wohl repräsentativsten Heimweg, den es auf der Welt zu finden gab. Zuerst durchquerte sie den Parc du Cinquantenaire. Er hatte zum fünfzigsten Jahrestag von Belgiens Unabhängigkeit angelegt werden sollen, pünktlich zum fünfundsiebzigsten hatte man ihn dann fertiggestellt.

Conrada verließ den Park durch den Triumphbogen und fuhr auf die Avenue de Tervueren, wobei sie die kanadische Botschaft links liegen ließ. Ab jetzt wurde es afrikanisch. Sie passierte nacheinander die Botschaften von Äthiopien, Togo, Uganda und Nigeria.

Als Nächstes kam sie vorbei am Verlagshaus von New Europe , der Zeitung mit dem unbequem gründlichen Blick, außerdem an der Verbraucherschutzorganisation ANEC und an der europäischen Niederlassung des WWF . Die Straße führte sie am Parc de Woluwe vorbei, die Kastanien flüsterten bereits vom Herbst. Später am Abend würde sie noch zwei oder drei Runden laufen. Sie brauchte Bewegung wie Häftlinge ihren Hofgang. Bei der Botschaft von Ruanda bog sie ab in die Rue des Fleurs. Eine Minute später erreichte sie ihr neues Zuhause; einen Quader, dessen erster Stock vorgelagert war und so die Veranda überdachte. Hinter den riesigen Fenstern brannte Licht, doch waren die Vorhänge zugezogen.

Dass sie im vornehmsten Viertel Brüssels ein Haus gekauft hatten, hielt sie fast für anmaßend, aber Hermann hatte sich nicht umstimmen lassen. Conradas Ehemann war Mitglied des Europäischen Parlaments und darüber hinaus zum Quästor gewählt worden, zu einem der fünf Zuständigen für die Arbeitsbedingungen der Abgeordneten. Es schien ihm nur angemessen, wenn sich diese verantwortungsvolle Aufgabe in seiner Wohnsituation widerspiegelte. Die Diskussion darüber, ob ein Parteimitglied der Allianz der Sozialdemokraten nicht eher dem solidarischen Gedanken gerecht werden sollte als dem eigenen Statusbewusstsein, suchte Conrada seit Längerem nicht mehr.

Sie schob das Fahrrad in die Garage. Hermanns Dienstlimousine stand darin, er war also immer noch nicht wieder ganz bei Kräften. Sie hängte ihren Helm an den Fahrradlenker. Beim Zahnarzt hatte sie eine Studie gelesen, dass Radfahrer ohne Helm seltener in Unfälle verwickelt waren. Als Erklärung hieß es, ohne Helm fahre man vorsichtiger, und die anderen Verkehrsteilnehmer nähmen mehr Rücksicht. Conrada schüttelte lächelnd den Kopf. Was für ein Unsinn.

Sie betrat die Diele und zog die Schuhe aus. Für eine Niederländerin war sie nicht besonders groß, aber Absätze trug sie trotzdem nicht, ihre Füße schmerzten so schon genug. Sie stellte die Schuhe ins Regal und räumte auch die von Emilia auf. Ihre Tochter hatte ein Talent dafür, mit minimalem Aufwand größtmögliche Unordnung zu schaffen.

Sie hörte den Fernseher. Es geschah selten, dass jemand zu Hause war, wenn Conrada von der Arbeit kam. Das Parlament hatte seinen Sitz in Straßburg, gewöhnlich nahm Hermann den Weg nach Brüssel höchstens am Wochenende auf sich. Emilia war nur deshalb nicht im Internat, weil morgen Feiertag und dementsprechend schulfrei war.

Conrada ging ins Wohnzimmer. Hermann lag auf der Couch, umgeben von Grippostad-Packungen, zerknüllten Papiertaschentüchern und der Aura des ermatteten Mannes. Sie küsste ihn rasch auf

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