text.skipToContent text.skipToNavigation

Ägyptens Pharaone von Boger, Daniel (eBook)

  • Erschienen: 09.06.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Ägyptens Pharaone

Die Zeiten, in denen Seqenenres Vorfahren als Gottgeborene über Ägypten herrschten, sind lange vorüber. Eroberer, die anderen Göttern huldigten, hatten ihnen das Land entrissen und sie aus der Hauptstadt Auaris in die Stadt Waset im Süden vertrieben. Der Krieg ist nun schon lange beendet und Seqenenre lebt in Frieden zusammen mit seiner Familie sein Leben als Fürst von Waset. Jedes Jahr schicken die Götter den Regen und das Leben spendende Nilhochwasser. Die Felder werfen reichlich Ertrag ab, und die Steuern können auch bezahlt werden. Niemand muss hungern oder leiden. Dass seine göttliche Herkunft nicht mehr von Bedeutung ist und die Verbitterung darüber, dass er nicht, wie er rechtmäßig sollte, auf dem Horusthron sitzt, hat Seqenenre schon fast heruntergeschluckt und sein Rolle als Fürst akzeptiert. Doch als immer mehr Pergamentrollen aus dem Norden mit verrückten Wünschen des Herrschers Apophis in Waset eintreffen, wird Seqenenres Gemüt auf die Probe gestellt. In den Süden, den Teil des Landes, in dem schon immer Amun der wichtigste Gott ist, will Apophis seinem Gott Sutech, dem falschen Gott, einen Tempel errichten lassen. Seqenenre sieht sich zu einer Entscheidung gezwungen: Wird er weiter dem falschen Herrscher dienen, den Bau des Tempels hinnehmen, einen Akt der Blasphemie, so wird es seine Familie in den Ruin treiben. Seqenenre muss sich dazu entschließen, zu den Waffen zu greifen und nach Auaris zu ziehen, um dem falschen Pharao die Macht zu entreißen. Gelingt es ihm, die Hauptstadt zu erobern, wird er die Eroberer mit ihren Göttern aus Ägypten vertreiben und die göttliche Thronfolge, die Maat, wieder in Kraft setzen. Wenn er aber scheitert, wird man ihn verbannen und seine Familie für seinen Verrat bestrafen und Leid über ganz Waset bringen. Kurz bevor er mit seiner kleinen Armee den Marsch antreten will, erschüttert ein grauenvoller Anschlag das Leben in Waset. Nun weiß Seqenenre nicht mehr, wem er noch vertrauen kann. Was verbirgt sein ältester Sohn Si-Amun vor ihm? Der Weg nach Norden ist lang, auf dem Marsch erwarten Seqenenre zahlreiche Gefahren. Außerdem ist er den Männern von Apophis zahlenmäßig haushoch unterlegen. Kann er es schaffen, bis nach Auaris vorzudringen?

Sie wollen etwas über den Autor erfahren? Über mich? Lohnt sich das überhaupt? Im Grunde zählt ja nur das Buch, nicht der Autor. Wenn Sie eines meiner Bücher gelesen haben, vielleicht sogar ein paar spannende Stunden damit verbracht haben, und ich Ihnen helfen und auf Ihre Fragen antworten konnte, dann ist mein Teil des Jobs getan. Natürlich bin ich ein unglaublich interessanter Mensch, mein Leben ist an sich schon ein Buch wert, aber Understatement kommt irgendwie besser an, hat mein PR-Berater gesagt.

Produktinformationen

    Größe: 597kBytes
    Herausgeber: Books on Demand
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 416
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783741257162
    Erschienen: 09.06.2016
Weiterlesen weniger lesen

Ägyptens Pharaone

Zweites Kapitel

A ls aus Frühling Sommer wurde und der Schemu begann, überließ Seqenenre Kamose die Verwaltungsgeschäfte und reiste mit der übrigen Familie gen Norden, nach Chemmenu, wo Teti, Aaho- teps angeheirateter Verwandter, Nomarch war. Tetischeri wollte daheim bleiben, denn sie teilte sich ihre Zeit gern nach Belieben ein. Kamose war es sehr zufrieden, dass er sich um die Geschäfte der Nomarchen kümmern, ein wenig in den Dünen der Wüste jagen und den Frieden seiner einsamen Tage genießen konnte. Seqenenre bestand nicht darauf, dass Si-Amun die Pflichten des Erben wahrnahm. Der würde mehr Vergnügen an dem Leben und Treiben auf Tetis Anwesen haben als Kamose. Ahmose fügte sich darein, dass man ihm gar keine Wahl ließ. Er war überall glücklich. Die Aussaat auf den kleinen Äckern war üppig und viel versprechend gesprossen. Die angrenzenden Kanäle standen voll Wasser und waren hinter Lehmdämmen eingesperrt, als der Nil nach der letzten Überschwemmung zurückgegangen war. In den Gärten wuchsen Lauch und Zwiebeln, Radieschen, Salat und Melonen, und am Teich schaukelten sich rosige, blaue und weiße Blumen. Affen hockten in den Palmen, die den Fluss säumten, plapperten mit Vorbeikommenden, und in den Papyrusdickichten lauerten junge Krokodile und beobachteten träge und gierig die Narrenpossen der frisch geschlüpften Vögel.

Die Überschwemmung war reichlich ausgefallen. Isis hatte ausgiebig geweint und Ägypten Fruchtbarkeit geschenkt, und Seqenenre erkannte, dass er aus der Ernte dieses Jahres seine Steuern an den Einzig-Einen bezahlen und zugleich seine private Schatzkammer für ein weiteres Jahr reichlich auffüllen konnte. Si-Amun und seine ältere Tochter waren gerade vor dem allgemeinen Aufbruch zu ihm gekommen, beide feierlich und wichtig, und hatten ihm mitgeteilt, dass Aahmes-nofretari mit ihrem ersten Kind schwanger sei. Seqenenre hatte ihnen begeistert gratuliert. Aahotep gab Aahmes-nofretari ein Menat-Amulett zu ihrem besonderen Schutz, und dann verbrannte die gesamte Familie Weihrauch vor Taurt, die fett und lächelnd mit verheißungsvoll gewölbtem Nilpferdleib vor dem Eingang zu den Frauengemächern stand. Tani hatte die Statue der Göttin immer fröhlich und liebevoll behandelt, hatte sich beim Kommen und Gehen von und zu ihrem Zimmer neben dem ihrer Mutter an ihrem Riesenbauch vorbeigeschoben, doch jetzt brachte Aahmes-nofretari ihr täglich ein, zwei Blumen, legte sie der Göttin zu Füßen und sagte jeden Morgen und Abend beflissen ihre Gebete.

Es war eine fröhliche Gruppe, die Kamose und Tetischeri Lebewohl zuwinkte. Aahotep sah zu, bis das letzte Stückchen baumbeschattetes Haus und die in der Sonne strahlende, weiße Bootstreppe nicht mehr zu sehen waren. Si- Amun und Aahmes-nofretari folgten ihrer Barke in der eigenen. Ahmose und Tani teilten sich das letzte Boot. Die Diener, die jeden Abend am Ufer ein Lager für die Familie aufschlagen würden, waren schon vorausgereist. Aahotep winkte Isis, als sie zu dem Sonnensegel an der kleinen Kabine und den dort ausgebreiteten Matten ging, und schon war Isis neben ihr und reichte ihr einen Becher Wasser.

Waset, diese Ansammlung von weiß getünchten Lehmhäusern, diese schmalen, von Eseln wimmelnden Gassen und diese Frauen, die in der Hocke ihre Wäsche im Nil auf Steine klatschen, war verschwunden, und beschaulich wand sich der Nil durch Binsensümpfe, die nach Osten auf Äcker mit gebückt arbeitenden Bauern gingen und nach Westen auf wirre Papyrusdickichte und dann auf den blendend hellen Sand, der zu Füßen der westlichen Felsen lag.

"Wie schön, wenn Tetischeri mit uns gekommen wäre", meinte Aahotep und trank einen Schluck Wasser. "Es hätte ihr gut getan, wenn sie Waset für ein Weilchen verlassen hätte."

"Chemmenu ist dem Einzig-Einen direkt unterstellt", meinte Seqenenre. "Meine Mutter hängt an dem Trugbild, dass wir alle frei sind, zumindest aber verkneift sie sich nicht gern die Worte

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen

    Hofer life eBooks: Die perfekte App zum Lesen von eBooks.

    Hier findest Du alle Deine eBooks und viele praktische Lesefunktionen.