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125 Tage Leben von Köpke, Tina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.02.2018
  • Verlag: Romance Edition Verlag
eBook (ePUB)
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125 Tage Leben

Wie schafft man es, das erste Jahr auf dem College zu überleben? Man legt sich die richtigen Geheimnisse zu ... 125 Tage hat Harper Zeit, um ihren Eltern zu beweisen, dass sie sich in einer fremden Stadt ein neues Leben aufbauen kann. 125 Tage, in denen sie sich von Problemen jeder Art fernhalten muss, bis Gras über ein paar sehr persönliche Angelegenheiten gewachsen ist. Doch ihr Vorsatz droht bereits am ersten Tag zu scheitern, als sie vor dem Wohnheim des Little Springs Colleges Liam begegnet. Er sieht mörderisch gut aus, ist ziemlich scharfsinnig, setzt sich für den Tierschutz ein und ist alles, was Harper im Moment nicht gebrauchen kann. Liam scheint das anders zu sehen, denn ihre Wege kreuzen sich auf mysteriöse Weise immer wieder, und bald muss sich Harper eingestehen, ihr altes Leben vor dem neuen nicht ewig verstecken zu können ... Tina Köpke, 1989 geboren, lebt zusammen mit ihrem Verlobten und dem besten Vierbeiner der Welt in Berlin. Als wandelndes kreatives Chaos schreibt sie seit ihrem 8. Lebensjahr immer an irgendeinem Abenteuer. Egal ob es der unbeendete Kreuzfahrtkrimi zum Muttertag war oder die aufregenden Fantasiewelten in Schreibrollenspielen. Wenn sie ihre Nase nicht gerade in Buchseiten steckt, schröpft sie ihren Netflix-Account und plündert die heimischen Teevorräte. Im Dezember 2016 veröffentlichte Tina im Selfpublishing die erste Episode ihrer Buchserie 'Royal Me', 2017 gewann sie damit den Indie Autor Community Preis.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 330
    Erscheinungsdatum: 23.02.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783903130456
    Verlag: Romance Edition Verlag
    Größe: 855 kBytes
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125 Tage Leben

2. Kapitel

Tag 4

Um einen weiteren Zusammenstoß mit Liam an diesem Tag zu vermeiden, setzte ich mich mit Grace kurzerhand in ihren kleinen Uralt-Ford. Wir fuhren in einen Nachbarort von Little Springs, wo sie mich in das große Geheimnis ihrer Zimmerdeko einweihen wollte. Von ihrem Fahrstil einmal abgesehen, traf ihr Musikgeschmack genau den meinen. In dem Seitenfach des Beifahrersitzes fand ich ein halbes Dutzend Mixtapes, die sie selbst zusammengestellt und bespielt hatte. Kassetten! Das nostalgische Gefühl, das mich ein paar Jahre zurück in meine frühe Teenagerzeit versetzte, ließ mein Herz höherschlagen.

"Du hörst The Lumineers?" Es war mehr eine Feststellung als eine Frage, denn die Kassette mit dem Namen einer meiner Lieblingsbands beantwortete sie praktisch schon.

"Na klar! Ich war letztes Jahr sogar auf einem Festival, nur weil sie dort aufgetreten sind." Ein strahlendes Lächeln zeichnete sich auf ihrem Gesicht ab, während sie, ohne genau hinzusehen, auf einen Knopf in der Mittelkonsole drückte. Nach einem knarzenden Summen spuckte die Anlage eine andere Kassette aus, die ich sofort gegen die in meiner Hand austauschte. Ein weiteres mechanisches Rattern erklang und kurz darauf wurde der Innenraum auch schon von Flowers In Your Hair erfüllt.

Ich lehnte mich entspannt in meinen Sitz zurück und sah aus dem Fenster, das ich mangels Klimaanlage ganz heruntergekurbelt hatte.

Der Ausblick war unvergleichlich. Auf der zweispurigen Landstraße, die aus der Main Road der Kleinstadt entsprang, passierten wir trockene Wiesen und grüne Felder, ehe wir kurz darauf in dichter werdende Wälder eintauchten. Unser Weg schien in der weiten Ferne im Gebirge der Rocky Mountains zu enden, das sich erhaben über sein Naturreich erstreckte.

Es war das erste Mal, dass ich registrierte, wie frei ich jetzt war. Nicht unabhängig, aber frei. Mom und Dad waren in North Carolina, zusammen mit meinen Problemen. Niemand hier würde mir irgendwelche Vorwürfe machen oder mich auf der Straße anhalten, um mir zu sagen, wie sehr ich Gott enttäuscht hatte. Nein. All das lag hinter mir und ich bildete mir ein, dass bereits Gras über die Sache wuchs.

Bei dem Thema Familie entschieden sowohl Grace als auch ich uns dazu, es nicht anzusprechen. Was auch immer sie einer fremden Person nicht anvertrauen wollte - ich respektierte es, wie sie es bei mir tat. Allerdings erfuhr ich, dass sie mit zwanzig Jahren kaum älter war als ich, aus Nebraska stammte, viele Geschwister hatte und in Little Springs Fotografie und Kunstgeschichte studierte. Eine Mischung, bei der ich kläglich versagen würde.

Die Fahrt mit Grace endete schneller als gedacht. Wir kamen an den ersten Einfamilienhäusern vorbei und befanden uns auf einmal in dem Teil der Stadt, den man am ehesten ein Zentrum nennen durfte. Vor einem unscheinbaren Gebäude, das aus drei Etagen und roten Backsteinziegeln bestand, parkten wir - für meinen Geschmack ein bisschen zu schräg - ein. Eine auffällig weiße Beschriftung auf dem Schaufenster verriet das große Dekorationsgeheimnis meiner Mitbewohnerin: ein Secondhandladen.

"Mary, die Inhaberin, ist ziemlich cool. Sie nimmt einfach alles, was Leute wegschmeißen würden, und wertet die Sachen auf." Grace war gerade dabei, mit Blick in den Seitenspiegel ihre Haare zu einem kurzen Puschelzopf zusammenzubinden. Ein paar blaue Strähnen lösten sich wieder und schlängelten sich in kleinen Locken stur an ihren Ohren vorbei.

"Das sind mir doch die liebsten Leute", sagte ich lächelnd.

Geplagt von der Nachmittagshitze fächelte ich mir mit der Hand Luft zu und ließ der Fachfrau in Sachen Secondhand-Dekoläden den Vortritt. Ein kleines Glöckchen kündigte unsere Ankunft an und obwohl ich niemanden seh

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