text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

350 Gramm Ein Tatsachen-Roman von Kitty, Don (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
2,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

350 Gramm

Nach einem missglückten Drogendeal und Verrat durch einen V-Mann muss D.K. für mehr als fünf Jahre ins Gefängnis. Wie es soweit kommen konnte und was ihn im Knast und während der Haft an wirklichen Verbrechen erst noch erwartet, das erzählt dieser Tatsachen-Roman. D.K. hat viel erlebt. Dies gilt es hier zu erzählen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 248
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783738032543
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 1587 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

350 Gramm

II. Holland 1991

Aber fangen wir doch am besten vorne an. Es war die Zeit, in der ich für meine Verhältnisse schon recht viel Haschisch rauchte. Zehn bis 15 Joints waren an der Tagesordnung. Am liebsten war mir Schwarzer Afghane - zwar teurer, aber er hielt am längsten und war in der Verarbeitung leicht zu handhaben. Andere Sorten musst du zu stark erhitzen, um sie in einem Joint zu verarbeiten. Den Schwarzen, den wir benutzten, konnte man bequem zwischen den Fingern formen wie Kaugummi. Einfach zwischen Daumen und Zeigefinger so lange drehen, bis er weich und zu einer kleinen Stange wird. Sieht aus wie Fensterkitt. Ab damit auf das vorbereitete Papier, Tabak drauf und einen selbst gebastelten Filter aus Pappe dazu. Fertig ist der Joint. Eigentlich ganz einfach. Der Filter ist eigentlich gar kein Filter - nur ein Stück gerollte Pappe. Eher ein Mundstück, damit man beim Rauchen nicht ständig Tabakkrümel zwischen die Zähne bekommt. Damals bekam ich auf jeden Fall schon nicht mehr viel auf die Reihe, weil ich ständig platt war. Das war aber kein Grund, mit dem Kiffen aufzuhören. Am schlimmsten war es, wenn ich total zugesoffen war und dann noch einen Joint geraucht hatte. Dann wurde mir regelmäßig schön schlecht. Rauchte ich den Joint bevor ich saufen ging, war die Welt in Ordnung.

Dann kam eine desaströse Fahrt nach Holland. Normalerweise schmuggelte ich im Monat etwa ein Kilo normalen Standard. Den Stoff besorgte ich mir bei einem Privatdealer in einer kleinen holländischen Stadt. Die Qualität war gut, manchmal sogar besser als im Coffeeshop. Aber, das Wichtiger war: billiger.

Am besagten Tag fuhr ich auf jeden Fall mit zwei Freunden, mit denen ich normalerweise nie fuhr, nach Holland. Ich war so durch den Wind, dass ich das Geld vergaß, mit dem ich das Dope bezahlen wollte. Das trübte meine Stimmung aber irgendwie nicht weiter und wir beschlossen schließlich, einfach einen Trip nach Holland zu machen und dort ein wenig zu entspannen. Ich checkte meine verbliebenen Finanzen und die eingesteckten 250 Mark waren ausreichend, um was loszumachen. Ich lotste meinen Fahrer zu einem schwimmenden Coffee-Shop, der als Schiff am Ufer eines Flusses in der kleinen Stadt lag. Als wir ankamen, grauste es mir schon vor dem Abstieg in das Innere des Schiffes. Um in den Verkaufsraum zu gelangen, musste man eine steile Eisentreppe hinabklettern. Das war schon ein bisschen Gefummel - aber nach einem längeren Aufenthalt die Treppe wieder hochzukommen, ohne sich zum Affen zu machen oder wehzutun, das war schon schwieriger. Wir saßen dann also in lustiger Runde, rauchten Dope und tranken Dosenbier bis zum Abwinken. Zu später Stunde, wir hatten volle Breite erreicht und leckere 250 Gramm in der Tasche, mussten wir dann zurück auf die Leiter. Nach langem Kampf schafften wir es auf den Parkplatz und plötzlich stand ein südländisch aussehender Typ vor mir. Ich fragte ihn, was er wolle und er stammelte, ich müsse ihm unbedingt 50 Mark leihen. Ich lachte, zeigte ihm freundlich den Vogel und sagte, dass ich keine 50 Mark mehr habe. Daraufhin machte er eine schnelle Bewegung in Richtung seiner Jackentasche - trotz voller Breitseite schlug ich ihm direkt auf die Nase und trat ihm seitlich ins Kniegelenk. Dann drehte ich mich zu meinen Kumpels um, die gerade auf den Parkplatz kamen und rief ihnen zu, sie sollen sich beeilen. Als ich mich gerade wieder umdrehte, sah ich, wie der Typ am Boden erneut zu seiner Jackentasche griff - ein Fehler, denn ich war mir sicher, er griff nach einer Waffe. Ich trat ihm zuerst mit voller Wucht ins Gesicht und danach erneut aufs Knie. Ich sprintete zu den anderen, wir stiegen ins Auto und machten, dass wir wegkamen. Was wirklich in der Jackentasche war, weiß ich bis heute nicht.

Nachdem ich mich wieder beruhigt hatte, erklärte ich dem Fahrer den kürzesten Weg nach Deutschland. Zugeraucht und besoffen wie wir waren, pennte ich schnell ein, der Fahrer

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen