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A. Hofer Heldinnengeschichten von Aichner, Ursula (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.06.2013
  • Verlag: Haymon
eBook (ePUB)
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A. Hofer

Eine Lebensretterin, die über ihre Tat so lange schweigt, bis sie sie selbst vergessen hat; ein Sport-Star, der alles gewinnt, was es zu gewinnen gibt, und doch das Glück verloren hat; die Hauptdarstellerin einer Reality-Show, die nichts anderes tut als auf der Couch zu sitzen und trotzdem von Millionen bewundert wird: Das sind drei von dreizehn Frauen - sie alle tragen den Namen Andrea Hofer, sie alle sind Heldinnen, jede auf ihre ganz besondere Art. Echte oder vermeintliche, von den Medien gemachte oder vergessene Heldinnen, aber auch solche, die in ihrer Tat gescheitert sind. In ihren Texten und Fotografien spüren Ursula und Bernhard Aichner den Heroinen unserer Zeit nach und geben ihnen ein Gesicht. Ohne Zwang und Vorbehalt rücken sie den traditionellen Heldenkult ins rechte Licht und machen deutlich, dass modernes Heldentum weniger in der Tat, als vielmehr in ihrer mediengerechten Inszenierung besteht.

Ursula Aichner, geboren 1976 in Klagenfurt, lebt in Innsbruck. Meisterfotografin, spezialisiert auf Werbe- und künstlerische Fotografie. Schreibt Lyrik und Prosa. www.fotowerk-aichner.at Bernhard Aichner, geboren 1972, lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck. Mehrere Literaturpreise und -stipendien. Zahlreiche Theaterstücke sowie Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien. Bei Skarabaeus zuletzt: Schnee kommt. Roman (2009). www.bernhard-aichner.at

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 280
    Erscheinungsdatum: 19.06.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783709974339
    Verlag: Haymon
    Größe: 6811 kBytes
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A. Hofer

A: Martin hat immer gesagt, er möchte etwas schaffen, etwas, das bleibt. Es geschieht in seinem Namen, ich bin mir sicher, er würde uns unterstützen.

F: Eine Kinderschänderseite in seinem Namen, das hätte ihn sicher gefreut. Hey, Martin, die Kleine sieht aus wie deine Tochter, super, nicht. Ach, und der Mann auf dem Bild, das ist dein bester Freund.

A: Hör auf, dich lustig zu machen. Es wird wirklich eine gute Seite, sie wird ihren Zweck erfüllen, du wirst sehen. Alles animiert und sehr realistisch umgesetzt. Da arbeiten echte Profis dran, die Besten. Zuerst haben sie sich geweigert und die Köpfe geschüttelt, aber am nächsten Tag haben sie mich doch angerufen. Ich habe ihnen erzählt, was für ein wundervoller Mensch du bist und wie sehr du leidest und dass du nicht der Einzige bist, dem es so geht.

F: Andrea, hör zu, bitte, du kannst nicht mit jedem persönlich reden und ihn überzeugen, dass ich ein guter Mensch bin. Das geht nicht. Und hast du an die gedacht, die sich mit so einer Seite nicht zufrieden geben, an die, denen dein virtueller Kindergarten zu wenig real ist? Was ist mit denen, die sich nicht an deiner künstlichen Kinderwelt aufgeilen, mit denen, die sich nicht beherrschen können und hinausgehen und all die schrecklichen Dinge tun?

A: Es gibt solche und solche, das hast du selber gesagt. Allen kann man nicht helfen. Einer von hundert, zwei von tausend, wir werden sehen, wie sich die Sache entwickelt. Du selber hast gesagt, von deiner Sorte gibt es mehr, und wenn es einen legalen Weg gäbe, diese Bedürfnisse auszuleben, dann könnte man vielleicht viel Schmutz verhindern. Wieso glaubst du nicht mehr an deine Worte? Wir brauchen dich, du solltest darüber reden. Mit einer Internetseite allein ist das natürlich nicht getan, aber wir könnten die Menschen sensibilisieren. Denk nach, wie sieht das denn aus bei der Pressekonferenz, wenn niemand anwesend ist, der wirklich weiß, wovon gesprochen wird? Ohne dich ...

F: Pressekonferenz, Andrea, bist du jetzt total durchgedreht? Ich gebe sicher keine Pressekonferenz, da bin ich meinen Job los, meine Freunde, mein Leben.

A: Jetzt hör schon auf, ich habe verstanden, um was es geht, und ich habe zwei Kinder. Trau das anderen auch zu.

F: Ist das denn überhaupt legal, so eine Seite?

A: Ich habe mich abgesichert. Es gibt unzählige Computerspiele, die kriminelle Akte nachempfinden. Es wird gemeuchelt, gemordet, geköpft, geschröpft, gekillt und gehängt und das alles legal, frei ab achtzehn und auch darunter. Da ist unsere Seite ja fast schon harmlos dagegen.

F: Nein, Andrea.

Liebes Tagebuch!

Heute ist wieder die Susanne da. Sie macht uns Pausenbrot mit Nutella, die Mama nie. Die Mama und der Fritzi arbeiten viel für die Pressekonferenz. Ich weiß nicht, was das ist. Manuela ist jetzt meine Freundin, wir sind eine Bande. Die Nicki mag auch dabei sein. Wir lassen sie nicht, weil sie blöd ist. Ich möchte gerne ein Tattoo, einen Delphin, so einen, wie der Fritzi am Popo hat. Manuela hat mir die Langhaar-Barbie geliehen. Die ist voll super.

Deine Leni!

PS: Ich wünsche mir auch eine zum Geburtstag.

A: Du warst großartig! Ich bin sehr stolz auf dich.

F: Ich bin auch stolz auf dich, du hast geredet, als ob du nie etwas anderes getan hättest. Andrea, an dir ist eine gro&szl

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