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Ab morgen für immer Liebesroman von Cohen, Leslie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.08.2018
  • Verlag: MIRA Taschenbuch
eBook (ePUB)

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Ab morgen für immer

Das klassische Szenario: Mann trifft Frau ... Frau geht mit einem anderen nach Hause. So beginnt die Geschichte von der quirligen Eve und dem realistischen Ben. Ein halbes Jahrzehnt lang lieben sie aneinander vorbei und verlieren sich dennoch nie aus den Augen. Doch plötzlich scheint ihre gemeinsame Zeit gekommen zu sein. Nach einer überraschenden Liebesnacht entsteht zwischen ihnen etwas Neues. Wird diese zarte, zerbrechliche Verbindung halten - vielleicht sogar für immer?

"Eine junge Nora Ephron."
David Duchovny

Leslie Cohen ist in New York City geboren und aufgewachsen. Sie studierte an der renommierten Columbia University Literatur. Nach dem Abschluss arbeitete sie unter anderem als Musikjournalistin für eine Tageszeitung in Colorado. "Ab morgen für immer" ist ihr Debütroman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 06.08.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955767990
    Verlag: MIRA Taschenbuch
    Originaltitel: This Love Story Will Self-Destruct
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Ab morgen für immer

Eve

Zufluchtsort in Morningside Heights

Es war unser letztes Jahr am College, und wir wollten eine Party schmeißen. Das Motto war "Müll".

Unsere Wohnung war mit schwarzen Abfallsäcken und blinkender Weihnachtsbeleuchtung dekoriert. Von der Decke hing das Wort "MÜLL" in riesigen Lettern herab.

In dieser Nacht würde etwas passieren, das war unser erklärtes Ziel. Wir alle hatten das Gefühl, als würde etwas ganz Großes bevorstehen. Es spielte keine Rolle, wie häufig wir in der Vergangenheit enttäuscht worden waren, wie oft wir uns chic gemacht hatten und dann Stunden später ins Bett gefallen waren - ohne etwas anderes vorweisen zu können als einen leichten Schwindel, heftige Kopfschmerzen und einen Morgen, an dem wir uns erst mal erholen mussten. Wir waren hartnäckig genug, uns nicht unterkriegen zu lassen, dachten gar nicht daran. Stattdessen spürten wir eine noch stärkere Energie, sobald die Sonne wieder unterging. Wie unter Zwang klappten wir die Bücher zu, schüttelten die Trägheit unseres Nachmittagsschläfchens ab, zogen uns an, schmiedeten Pläne, schickten Nachrichten raus und hofften, dass sie Gehör fänden.

Es war die Macht der Möglichkeiten, das Gefühl grenzenloser Spannung, das ganz New York überfällt, sobald es dämmert - und die Räume hinter den Fenstern wirken, als würden sie schlafen. Es ist diese Zeit, ehe die Dunkelheit sich über die Stadt legt wie eine riesige Decke und die ersten Lichter aufflammen. Manchmal ängstigte mich diese unermessliche Weite, die darauf wartet, mit Leben angefüllt zu werden. Aber nicht heute Abend. An diesem Abend war ich bereit. Licht an, Manhattan! dachte ich, klatschte in die Hände und stand am Fenster unserer Wohnung, als wäre ich allein in der Lage, all diese kleinen quadratischen Schachteln da draußen mit hellem Licht zu erfüllen. Mir vorzustellen, ich hätte tatsächlich die Kontrolle, war verlockend. Du machst mir keine Angst, musste man sich einfach sagen, während man auf die Stadt schaute. Ich fürchte mich nicht vor dir, verdammt . Allerdings musste man es auch wirklich glauben.

Zusammen mit drei anderen Mädchen lebte ich in einer Vierzimmerwohnung auf dem East Campus, einem Studentenwohnheim zwischen der 117. und 118. Straße, in dem überwiegend Columbia-Studenten der höheren Semester untergebracht waren. Von meinem Fenster aus konnte ich den gesamten Campus überblicken, sah in der Ferne den Hudson River und die rosafarbenen Wolken, die sich über die Granitkuppel der Low Library senkten. In unserer Welt war die Low das Pantheon, und jenseits der Low gab es nur Gebäude - rätselhafte, anonyme Gebäude. Wir hatten einen Panoramablick über die Stadt, fast von einer Wand bis zur anderen, und doch achteten wir kaum darauf. Alles, was für uns wichtig war, passierte innerhalb der Mauern von Wohnung Nummer 1603. Nur ab und zu warfen wir einen Blick auf den Rest des Universums. Manchmal genossen wir es, uns vorzustellen, dass wir in unserer Festung hoch oben in Morningside Heights das Schicksal der Stadt in unseren Händen hielten.

Ich hatte Jesse Prescott zur Party eingeladen, einen Typen aus meinem Kurs "Lyrik und die Orte in der modernen Landschaft", mit dem ich seit Monaten flirtete. "Glücklich bis ans Ende aller Tage", das war der Titel des Gedichts, das ich ihm vorgetragen hatte - na ja, in Wirklichkeit hatte ich es dem gesamten Kurs vorgelesen. Ja, genau. Ich hatte es laut vorgelesen. Menschen. Mit Ohren. Das machte mir noch immer zu schaffen. Zum Glück war es nicht das erste Mal gewesen. Ich hatte mir das in den vergangenen Jahren in den Schreibkursen schon hundert Male angetan. Ich hatte gelernt, es durchzustehen. Es gibt Überlebensmechanismen, die sich in Situationen wie dieser sofort einschalten. Du machst mir keine Angst, musste man sich einfach sagen, bevor man anfing zu lesen. Ich fürchte mich nicht vor dir, verdammt .

Ich war verblüfft gewesen, da

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