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Alles Liebe oder watt? Ein Sylt-Roman von Matisek, Marie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.05.2014
  • Verlag: Ullstein Berlin
eBook (ePUB)
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Alles Liebe oder watt?

Zwei Männer und ein Halleluja
Nichts regt eine Frau so auf wie ein Mann, der alles besser weiß. Schon auf dem Weg zu ihrer neuen Heimat Sylt stößt Silke mit so einem Exemplar zusammen. Lars Holm ist ein Klugscheißer vor dem Herrn. Dabei ist Silke als Pastorin wahrlich nicht auf den Mund gefallen. Nur gut, dass sie seit ihrer Scheidung von Männern nichts mehr wissen will. Als aber auch noch ein gutaussehender Naturschützer auftaucht, gerät Silkes Vorsatz arg ins Wanken. Zum Glück steht ihr eine Frau zur Seite, die nichts mehr umhaut: Oma Grete kennt jeden Trick. Und sie weiß: Zwei Männer sind für eine Frau erst das Salz in der Suppe.
Bestsellerautorin Marie Matisek unterwegs auf Sylt Marie Matisek führt einen chaotischen Haushalt mit Mann, Kindern und Tieren im idyllischen Umland von München. Neben dem Muttersein und dem Schreiben pflegt sie ihre Hobbys: kochen, ihren Acker umgraben und Kröten über die Straße helfen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 09.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843706940
    Verlag: Ullstein Berlin
    Größe: 870 kBytes
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Alles Liebe oder watt?

Prolog

Die Luft war rauchgeschwängert und waberte Pastor Schievel in dicken Schwaden entgegen, als er die Tür zum Wirtshaus öffnete. Das Preestershus war brechend voll. Sie waren alle gekommen, alle. Nicht nur die Leute aus Horssum, auch aus Lichsum, Regstedt und den anderen Weilern.

Er zwängte sich mit Mühe in den Gastraum, der ihm kaum Platz zum Stehen, geschweige denn zum Sitzen bot. Alle redeten durcheinander, aber er konnte deutlich das kehlige Lachen von Hillu Holm und das Gekreische ihrer Freundinnen heraushören. Lars Holm versuchte gerade, eine Ansprache zu halten, wurde aber immer wieder unterbrochen. Sehen konnte der Pastor den Redner ohnehin nicht.

Als die Wirtin Lise Pastor Schievel entdeckte, machte sie dem Jungbauern Knut am Tresen ein Zeichen. Dieser schob sich daraufhin bis zu Schievel durch die Menschenmassen, zog den älteren Mann am Arm und bahnte sich mit ihm einen Weg durch die volle Kneipe. Dabei setzte er nicht allein die knochigen Ellenbogen seiner mageren Arme ein, sondern auch sein spitzbübisches Lächeln. Schließlich hatte es der junge Mann geschafft, den beleibten Pastor an den ersten erreichbaren Tisch zu bugsieren. Er scheuchte einen Mann von seinem Stuhl, so dass Schievel sich schwer atmend niederlassen konnte. Der Pastor nickte grüßend in die Runde. Es war ihm unangenehm, dass er die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt hatte, eigentlich hatte er vorgehabt, nur ganz kurz bei der Versammlung vorbeizuschauen und dann wieder zu verschwinden.

Das hier ging ihn ja gar nichts an.

Die Menschen im Raum wandten sich wieder Lars Holm zu, der Schievel jetzt ebenfalls freundlich zunickte und dann mit seiner Rede fortfuhr.

"... also, wie ich gerade gesagt habe: Die Zeit ist abgelaufen. Wir sind nicht bereit, länger auf das Ergebnis zu warten. Und ich finde, Jens ist gefragt, der soll das endlich in die Hand nehmen und klären."

Der Angesprochene, Jens Bendixen, saß links von Pastor Schievel an einem Nachbartisch und schien förmlich in sein Bier hineinkriechen zu wollen. Er duckte sich unter den Kommentaren, die auf Lars Holms Ausführungen folgten, und sah angestrengt auf die Tischplatte, als wollte er sie beschwören, damit sie sich endlich auftun und ihn verschlingen möge.

Schievel bekam nun ebenfalls ein frisch gezapftes Pils, das ihm von der Theke aus durch viele Hände nach vorne durchgereicht wurde. Er leckte sich den bitteren Schaum von den Fingern und nahm einen ersten Schluck. Wenn das sein Arzt wüsste ... Ertappt sah Pastor Schievel sich um. Tadde Brockhues, der Internist, dem der Pastor seit bald dreißig Jahren die Treue hielt und der gleichzeitig mit ihm in einem halben Jahr in den Ruhestand gehen würde, war in der Menge nicht zu entdecken. Vielleicht war Tadde auch zu Hause geblieben, saß mit seiner alten Retrieverhündin am Kamin und ließ den Hubschrauberlandeplatz Hubschrauberlandeplatz sein. Er interessierte sich genauso wenig wie der Pastor dafür, wer dort was veranstalten oder bauen würde und wem das Gelände zu welchen Anteilen gehörte. Andererseits wusste kaum jemand so viel über die Beweggründe der Kontrahenten, die sich seit über vier Jahren darum stritten, wie der Arzt und der Pfarrer. Beiden kam vieles zu Ohren in ihrer Praxis beziehungsweise in der Seelsorge.

Es wäre ihm lieber gewesen, er hätte weniger gewusst, dachte der Pastor und nahm einen beherzten Schluck von seinem Pils. Er trank zu schnell seit dem letzten kleinen Herzvorfall. Weil er etwas Verbotenes tat, bei dem er auf keinen Fall erwischt werden wollte.

Inzwischen hatte sich eine rege Diskussion über den Beitrag von Lars Holm entsponnen, alle redeten durcheinander und versuchten, sich bei dem Lärmpegel zu überschreien. Der Ei

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