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Alligator, Gassi gehen! von Colo, Christine (eBook)

  • Verlag: Colonnaden
eBook (ePUB)
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Alligator, Gassi gehen!

Marie-Luise, eine fast 40jährige alleinerziehende Mutter, wohnt in Hamburg und schlägt sich mit ihren beiden Teenagern Lukas und Charlotte herum, von deren Vater sie geschieden ist. Außerdem erzieht sie noch die vierjährigen Zwillinge Maria und Joseph, die sie von ihrem verstorbenen spanischen Ehemann Carlos 'geerbt' hat. Die Mutter der Zwillinge sitzt derweil in einer Nervenheilanstalt. Ergänzt wird die chaotische Familie durch einen schwarzen Labrador, Rufname Alligator. Während Marie-Luise hinter jedem Mann einen potentiellen Axtmörder vermutet, versucht ihre Mutter unermüdlich, einen weiteren Lebenspartner für ihre Tochter zu finden. So arrangiert sie immer wieder neue Verabredungen für ihre Tochter, die diese mit haarsträubenden Geschichten über den Tod ihres Mannes torpediert. An Marie-Luises Geburtstagsparty treffen zufällig alle Männer aufeinander und nach einem desaströsen Abend merkt Marie-Luise, dass in ihrem Leben vielleicht doch noch Platz für eine neue Beziehung ist. Allerdings hat sie nun die Wahl zwischen zwei Verehrern. Da einer der Beiden in München wohnt, kann Marie-Luise vorerst unproblematisch eine Beziehung mit beiden Männern führen. Dann erhält der Münchner plötzlich ein Jobangebot in Hamburg. Jetzt fangen Marie-Luises Probleme erst richtig an ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 200
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783962556037
    Verlag: Colonnaden
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Alligator, Gassi gehen!

KAPITEL SIEBEN

Die Party ist vorbei. Seit zwei Wochen schon. Gott sei Dank. Die Nachwirkungen aber bleiben. Gefühlt ein Leben lang.

Von Torben muss ich mir anhören, wieviel Fantasie ich doch habe. Meine Mutter macht mir Vorwürfe, wie ich diese armen Männer so in die Irre führen konnte. Meine Freundin Lisa schmeißt sich jedesmal vor Lachen weg, wenn wie telefonieren und Birte ist immer noch sauer, weil sie das Ende nicht mitbekommen hat. Als ob ich was dafür kann, dass sie vorzeitig nach Hause gegangen ist.

Zum Glück geht das Leben weiter und auch meine Party wird irgendwann Geschichte sein, hoffe ich zumindest. Da ich etwas Ablenkung brauche, habe ich in einer geistigen Umnachtung ein Sing-Seminar gebucht. Irgendwo in der Pampa. Natürlich hat mich meine Mutter dazu überredet, wer sonst. Beim Lach-Yoga konnte ich mich ja noch wehren, aber irgendwie bin ich jetzt da reingeschlittert und komme nicht mehr raus.

Muddie hat versprochen, die Zwillinge und den Hund zu hüten und ich soll mir ein entspanntes Wochenende machen.

Das Problem ist nur, ich kann überhaupt nicht singen. Das heißt, natürlich kann ich singen, das kann ja wohl jeder, aber ich habe keine Stimme. Es hört sich einfach grauenhaft an, wenn ich singe. Egal, ob ich nur so vor mir her trällere oder unter der Dusche stehe. Einfach grauenhaft.

Meine Mutter hat es dennoch irgendwie geschafft, mich dazu zu überreden. Immerhin habe ich mich für teures Geld dazu angemeldet, also werde ich das jetzt auch durchziehen. Und ein Wochenende ohne Kinder kann ja auch mal ganz schön sein. Auch, wenn ich mir einen Wellness Urlaub anders vorstelle. Irgendwie.

Ich packe also meine Sachen ein - was nimmt man bloß zu einem Sing-Seminar mit - und gebe meiner Mutter noch die letzten Instruktionen, bevor ich mich in meinen alten VW Bus setze und losfahre. Die Adresse habe ich in mein Navi eingegeben, das an der Windschutzscheibe hängt. Mein nächstes Auto hat so ein eingebautes Navi und Sitzheizung, das weiß ich schon ganz genau. Aber noch tut es dieser Wagen. Es dauert ein bisschen, bis ich warm werde, aber das kommt davon, wenn man seine Garage so voll stellt, dass sein Auto nicht mehr hinein passt.

Das Radio habe ich auf Lautstärke zehn gedreht, mehr geht nicht und so zuckele ich gen Osten aus Hamburg hinaus. Felder und Wiesen ziehen an mir vorüber und ich denke, wer hier wohnt, sieht am Dienstag schon, wer am Samstag zu Besuch kommt. Hier möchte ich nicht mal tot überm Zaun hängen. Ich bin eben doch ein Stadtkind. Durch und durch. Irgendwann gibt mein Navi seinen Geist auf. Kein Empfang mehr. Na toll. Ich wusste ja, dass ich irgendwo ins Nirgendwo fahre, aber dass es so schlimm wird, hätte ich dann doch nicht gedacht. Ich überlege, was ich jetzt machen soll. Erst mal fahre ich an den Straßenrand und schaue auf mein Handy. Das hat natürlich auch keinen Empfang, ich komme mir vor, wie in der Steinzeit. Hektisch wühle ich im Handschuhfach nach einem Stadtplan. Wir sind doch früher auch von A nach B gefahren. Ohne Navigationssystem. Ich schmeiße alles in den Fußraum, was ich entdecke, aber ein Stadtplan befindet sich natürlich nicht darunter. Und selbst wenn, der wäre vermutlich von 1997 und längst nicht mehr aktuell. Ich überlege, ob ich nicht einfach umdrehen und nach Hause fahren soll. Vielleicht ist das ein Zeichen. Gehe nicht zum Sing-Seminar. Zahle kein Geld dafür. Fahre direkt nach Hause. Das Problem ist bloß, ich habe schon gezahlt. Und nicht wenig. Also fahre ich jetzt erst mal weiter, es wird schon eine Tankstelle, ein Kiosk, ein Laden oder was auch immer auftauchen, bei dem ich nach dem Weg fragen kann.

Nach weiteren 15 Minuten Fahrt durch die Walachei taucht auch tatsächlich ein kleines Schild am Straßenrand auf, welches auf Kartoffeln direkt vom Hof hinweist. Auf geht's, ich biege von der Hauptstraße ab und folge dem Schild. Und tatsächlich, nach etwa 200 Metern Feldweg taucht e

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