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Als Erich H. die Schule schwänzte von Schumann, Hans-Georg (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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Als Erich H. die Schule schwänzte

Erich, ein alternder Lehrer fährt eines Morgens an der Schule vorbei. Er beschließt sich krank zu melden und zu schwänzen. In der Stadt trifft er Hülya, eine Schülerin seiner Klasse, die ebenfalls schwänzt. Sie kommen ins Gespräch. Beide haben ein 'Vater-Problem'. Erich fühlt sich vom 'Geist' seines Vater kontrolliert, obwohl er zu dem seit langem keinen Kontakt mehr hat. Für Hülyas Vater (und Mutter) ist ihre Schulbildung bedeutungslos. Durch ihre Kontakte zu anderen (Nicht-Muslimen) gerät sie in Konflikt mit der Familien-Tradition. Hans-Georg Schumann schreibt seit mehreren Jahren Romane, u.a. auch im Fantasy-Bereich.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 300
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783742773463
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 632 kBytes
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Als Erich H. die Schule schwänzte

Mittwoch

Simon Ickx

Als
Erich H.
die
Schule
schwänzte

Copyright © by Simon Ickx

Alle Rechte vorbehalten

Veröffentlichung: 2014

01

Gestern war er besonders müde nach Hause gekommen. Den ganzen Tag Schule, erst von acht bis vier Uhr Unterricht, dann eine Stunde später Konferenz, bis acht Uhr abends.

Es war halb neun vorbei, als er schließlich erschöpft vor dem Fernseher saß und die Nachrichten in einem Privatsender schaute, weil die im Ersten schon vorbei waren. "Dienstag passt", meinte er lächelnd zu sich, "Dienst-Tag."

Dann schwieg er und ließ das komplette Programm an sich vorbei laufen. Das meiste davon, ohne es wahrzunehmen, denn noch weit vor zehn Uhr war er eingeschlafen. Irgendwann wachte er noch einmal auf, um sich auszuziehen und den Weg ins Bett zu finden. Dort fiel er sofort in den Schlaf zurück, den er vor dem Fernsehgerät verlassen hatte.
02

Als Erich Hoffakker am nächsten Morgen wie gewohnt aufstand, fühlte er sich ausgeschlafen und frisch. Während der Fahrt im Auto dachte er wie üblich noch einmal kurz über die Unterrichtsstunden nach, die demnächst auf ihn zukamen.

Erst als er an einer Ampel stoppen musste, weil die gerade auf Rot sprang, fiel ihm auf, dass er an seiner Schule vorbei gefahren war.

Gelassen wartete er, bis es Grün wurde. Dann fuhr er an, aber nicht, um bei nächster Gelegenheit zu wenden. Erst als er an einem Parkhaus mitten in der Innenstadt angekommen war, hielt er wieder an. Er zog eine Karte, stellte seinen Wagen ab und schlenderte gemächlich zum Ausgang.

Dort hielt er inne und schaute auf seine Armbanduhr. "In 10 Minuten", sagte er vor sich hin, "beginnt dein Unterricht."

Tatsächlich hatte er von sich erwartet, dass er nun schnurstracks umkehren, zum Auto eilen und schnellstens zur Schule fahren würde. Nichts davon geschah. Stattdessen erlebte er, wie er sich langsam mehr und mehr vom Parkhaus entfernte.

Als er in der Fußgängerzone angelangt war, blieb Erich erneut stehen. Jedoch nicht, um auf seine Uhr zu schauen. Oder an die Schule zu denken. Sondern um die nächsten Schritte zu genießen. Wie lange war er nicht mehr hier gewesen? Hatte ständig zu Hause gesessen. Über Unterrichtsvorbereitungen gebrütet, Bücher in Deutsch oder anderen Sprachen gelesen, oder im Fernsehen Filme fremdsprachiger Sender geschaut.

Einen längeren Weg fand Erich nur, wenn er etwas zum Nachdenken hatte. Dann benötigte er Bewegung, brauchte den Rhythmus seiner Schritte. Er ging durch sein Wohnviertel, wanderte am Ufer des Sees entlang, der der Stadt einen Teil ihres Namens gegeben hatte. Tauchte in ein nahegelegenes Wäldchen ein, genoss seine von Lichtstrahlen unregelmäßig gemusterten Schatten. Ehe er dann in seinem eigenen Inneren verschwand.

Begegnete ihm jemand, bemerkte Erich es meistens nicht. Oder zu spät, wenn der oder die andere bereits grüßend an ihm vorbeigegangen war. Dann drehte er sich um, rief noch ein kurzes halbherziges "Hallo" hinterher, und setzte seinen Weg fort. Schritt für Schritt, und in diesem Takt dachte er auch.

Oft führte er Selbstgespräche. Redete mit sich in einer oder sogar in zwei Sprachen. Fragte auf Englisch und antwortete auf Deutsch. Oder er plauderte abwechselnd in spanischer und in französischer Sprache.

In seinem Lehrerstudium hatte er zunächst die Fächer Deutsch und Englisch gewählt. Weil ihm aber der Umgang mit Sprachen leicht fiel, lernte er später zusätzlich Spanisch und schließlich auch noch Französisch. So kam es, dass er neben Deutsch gleich drei Fremdsprachen unterrichtete.

Immer mal wieder hatte er daran gedacht

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