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Als Geheimnisträger ins Visier der Stasi? Erinnerungen von Schröder-Taborka, Wolfram (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.03.2017
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Als Geheimnisträger ins Visier der Stasi?

Mit weiblicher Logik brachte es Frau Studienrätin auf den Punkt, ihr geliebter Patensohn habe seine wissenschaftliche Karriere nur aufgegeben, um ohne Risiko in den Schoß der Familie zurückkehren zu können. Handelte ich wirklich mit dem Vorsatz, durch Karriereverzicht aus meiner bisherigen Welt in die Welt meiner Patentante zu gelangen? Einem Wechsel zwischen Welten, die sich - welch Novum - sogar innerhalb einer Stadt unversöhnlich gegenüberstanden, die meine im östlichen, die ihre im westlichen Teil Berlins. Ich wohnte in Kaulsdorf, sie in Steglitz, heute trennt uns lediglich eine knappe Autostunde, damals eine scharf bewachte Mauer. - Den "Antifaschistischen Schutzwall" zu überwinden glich reinstem Selbstmord, das wusste auch Frau Studienrätin, die tantenhaft interessiert den Werdegang ihres Patensohns verfolgte. Der Autor lehrte und forschte an der Deutschen Hochschule für Körperkultur. - Keiner wusste mehr über das Krafttraining im Leistungssport der DDR. - Brachten ihn verlockende Angebote seitens des "Nichtsozialistischen Auslands", zum "Geheimnisträger" wodurch er ins Visier der allgegenwärtigen "Stasi" gelangte? - Erinnerungen, die vom Leben im "Tausendjährigen Reich", über die "Diktatur der Arbeiter und Bauern" bis zur "Repräsentativen Demokratie" der BRD reichen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 200
    Erscheinungsdatum: 03.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783844867527
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 337kBytes
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Als Geheimnisträger ins Visier der Stasi?

Studium

Motivation zum Studium

Der Demminer Radsport hat Tradition; ab 1898 gab es den Radsportverein "Allheil Demmin", den Verein "Frischauf", der die Fleischerlehrlinge vereinigte, die frische Fleisch- und Wurstwaren ausfuhren, und die "Freie Radfahrervereinigung", in deren Tradition uns der Schneidermeister Strauß (vor dem Krieg Weltmeister im Radball) trainierte. Als Radrennfahrer schien ich ziemlich erfolgreich gewesen zu sein, wie es ein Album vermittelt, das meine Schwester mit einer umfangreichen Sammlung von Zeitungsausschnitten, Fotos und zeitgenössischen Kommentaren füllte.

Andererseits ärgerte es mich von Mal zu Mal mehr, wenn meine Sportfreunde, denen es vergönnt war die Oberschule zu besuchen, sich vor mir "Proleten" mit ihrem intellektuellen Vorsprung brüsteten. Mittelprächtige Abschlussnoten sowie meine soziale Herkunft hatten nach der achten Klasse meinen weiteren Bildungsweg illusorisch gemacht, weil der Staat der Arbeiter und Bauern am Bildungsmonopol der Herrschenden festhielt, nur mit dem Unterschied, Arbeiter- und Bauernkinder gehörten jetzt zu den Privilegierten.

Verbissen trainierte ich, um mit Erfolgen im Sport die Besserwisserei der Oberschüler auszugleichen. Mit jedem Sieg bei Radrennen oder bei Trainingsfahrten erzwang ich ein toleranteres Miteinander, übertönte vorübergehend ihre Überheblichkeit. Das so erzwungene harmonischere Miteinander überdeckte jedoch nur vorübergehend jene Überheblichkeit, der ich mich ausgesetzt sah, sobald es um intellektuelle Protzerei ging. Hatten die bildungsmäßig begünstigten Herren Oberschüler beispielsweise den Unterschied von "dasselbe" und "das Gleiche" begriffen, dann konnte ich darauf warten, hochmütig von ihnen belehrt zu werden. Ähnlich erging es mir mit englischsprachigen Begriffen, wie "Edgar Wallache" wenn wir über Krimis sprachen oder "My Lady" in "Minna von Barnhelm"; ich sprach es damals so aus, wie es die deutschtümelnde "Minna" wahrscheinlich auch getan hätte.

Ihre Mitschülerinnen behandelten mich weniger distanzierend, was natürlich andere Gründe hatte. Mit einigen verband mich sogar mehr als Freundschaft; das machte mich meinen geistig überlegenen Widersachern keinesfalls sympathischer. Demmin feierte Karneval; in dieser sonst so drögen Stadt lief sogar meine Großmutter drei Tage lang geschminkt und kostümiert herum, alles schien aus dem Häuschen zu sein. Mein Outfit bestand aus dem viel zu großen Sakko meines Großvaters, das zwei aus Blech und Draht gefertigte, etwa 30 Zentimeter große Sicherheitsnadeln zusammen hielt. Die überweite Hose verzierten Flicken in Herzform, das Gesicht nach dem Vorbild des "Dummen August" geschminkt, wagte ich mich in die Höhle des Löwen, dem Internat der Oberschüler, in dessen großen Saal meine Altersgenossen feierten.

Reni, Spielgefährtin beim Zirkus HeReWoSiBa, mit der ich Tür an Tür wohnte, hatte mich gleich entdeckt. Als Oberschülerin fühlte sie sich heimisch auf diesem mir fremden und seitens der "Männerwelt" feindlichen Terrain. - Ihre zeitweilige Überlegenheit nutzend, vereinnahmte sie mich, der sie seit Kindestagen aus wer weiß was für Gründen nie sonderlich beachtete. Es blieb nicht beim kuscheligen Tanzen, in der Pause lotste Reni mich nach draußen, begann eine hemmungslose Knutscherei, die letztendlich zu einer Lehrstunde mit Thema "Sex" wurde. Wochenlang blieb ich der wissensdurstige Schüler meiner frühreifen Gespielin, dies bis der Frühling kam und ich, wie bisher mit anderen Mädchen gewohnt, mehr mit ihr unternehmen wollte, als nur im Bett aktiv zu sein. Doch bei diesem Ansinnen trennten sich unsere Geister und ich mich von ihr. Bei unseren Liebesspielen hatte ich völlig übersehen, dass meine sonst außerordentlich gut proportionierte Geliebte völlig unsportlich war, rauchte und als angehende Bibliothekarin sogar tagsüber mit Vorliebe im Bett schmökerte. - Seitdem bin ich von lasziven, aber anso

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