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Am Ende das Glück der Welt Roman von Bergmann, Sophia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.01.2019
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
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Am Ende das Glück der Welt

Nach ihrer Scheidung braucht Ellen dringend einen Neuanfang, da kommt ihr beim Ausräumen des gemeinsamen Hauses die perfekte Idee. Sie findet das 'Ja, heirate ihn'-Buch, ein Geschenk ihres Ex-Mannes. Er hatte Freunde aus der ganzen Welt damit beauftragt, auf Postkarten zu erklären, warum Ellen ihn heiraten sollte. Die schönsten band er zu einem Buch und eroberte Ellens Herz damit endgültig. Es sollte der Auftakt zu einer Weltreise sein - zu der es nie kam. Jetzt will Ellen endlich die Menschen besuchen, die ihr vor über fünfzehn Jahren eine Liebe prophezeit haben, die sich in Luft auflöste ... Sophia Bergmann studierte Theater- und Literaturwissenschaften und arbeitete dann als Redakteurin beim Fernsehen. Sie lebt mit ihrer Familie im Herzen von München. 'Zum Glück ein Jahr' ist ihr erster Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 14.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641217907
    Verlag: Diana Verlag
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Am Ende das Glück der Welt

1. KAPITEL

Ellen atmete tief durch und umklammerte den Baseballschläger fester. Sie zielte und holte aus. Jetzt! Doch kurz vor dem Scheinwerfer stoppte sie wieder ab. Nein, so jemand war sie nicht. Das hier war unter ihrer Würde.

Welche Würde?

Was für ein altmodischer Begriff für eine Frau wie sie - und in Kombination mit diesem Baseballschläger nachgerade lächerlich. Womöglich hatte bei ihrer momentanen Glückssträhne auch schon ein wachsamer Nachbar die Polizei alarmiert. Und welche Würde läge darin, sich ausweisen zu müssen und wegen Sachbeschädigung verhaftet zu werden? Ellen seufzte. Tatsächlich wäre selbst diese Schande noch angenehmer für sie als dieses unerträgliche Gefühl der Demütigung, die schrecklichen Selbstzweifel und die Schlaflosigkeit.

Sie schwang den Schläger durch. Zuerst die Rücklichter. Danach würde sie den Rest seines Autos brutal zerlegen, so wie er mit seinen Lügen nicht nur die Gegenwart, sondern gleich auch noch ihre gemeinsame Vergangenheit in tausend Scherben zertrümmert und alles vernichtet hatte. Sie holte wieder aus, aber dann, kurz bevor der Schläger das Plastik der Rücklichter berührte, hielt sie erneut abrupt inne. Ihr Brustkorb hob und senkte sich, als wäre sie gerannt. Nein. Sie konnte es einfach nicht. So ging nur sein Auto kaputt, nicht sein Leben. Ellen kauerte sich auf den Bürgersteig, weil ihre Knie anfingen zu zittern, wie jedes Mal, wenn ihr das ganze Ausmaß der Katastrophe bewusst wurde. Wenn sie nur nicht so entsetzlich ahnungslos gewesen wäre!

Aber seine Lügen hatten sie sanft und seidig in einen Kokon gehüllt, und erst als sie ihre Flügel ausbreiten und mit ihm zusammen endlich davonfliegen und die Reise ihres Lebens antreten wollte, hatte sie gemerkt, dass ihr Innerstes längst von einer räuberischen Schlupfwespe aufgefressen worden war.

Sie sprang auf, stellte sich breitbeinig hin und schwang nun zum dritten Mal den Schläger wie zu einem Golfabschlag. Er hatte es verdient! Ihre beste Freundin Geli war davon überzeugt, es würde ihr guttun, ihre Wut an Richards brandneuem Cabrio auszulassen. Rache sei das einzig Richtige in ihrem Zustand, hatte Geli gesagt. Zustand . Das sagte man sonst nur, wenn eine Frau schwanger war. Aber auch das war lange vorbei.

Was zur Hölle war denn eigentlich ihr Zustand? Wie fühlte man sich, wenn einem klar wurde, dass man seit einem Jahr von vorne bis hinten belogen worden war? Mies. Total mies. Und noch dazu schien es allgemeiner Konsens zu sein, dass sie daran auch noch selbst schuld war. Frau hätte es halt besser wissen müssen. Als Wissenschaftlerin hatte sie sofort sämtliche psychologische Ratgeber zu diesem Thema in ihrer Bibliothek zusammengesucht und festgestellt, dass man sich erstaunlich einig war: Ellen hätte es spüren, merken, ahnen müssen, denn es gehörten schließlich immer zwei zum Scheitern einer Ehe, bla, bla, bla ...

Was für ein Bullshit! Richard war einfach der perfekte Lügner. Er hatte sich genauso verhalten wie immer. Leicht zerstreut, leicht desinteressiert, aber stets gut gelaunt. Ellen hatte es für völlig normal gehalten, dass ihr Sexleben nach über zwanzig Jahren nicht mehr wie das von Frischverliebten gewesen war. Und im Gegensatz zu vielen anderen Paaren, die sie kannte, hatten sie immer noch so viel miteinander geredet und gelacht. So war es ihr jedenfalls vorgekommen, Richard hatte offensichtlich nur gut geschauspielert und dabei höchstens noch über sie gelacht.

Los, schlag endlich zu!

Und wahrscheinlich wäre diese Scharade noch ewig so weitergelaufen, wenn das Reisebüro nicht versehentlich diese Tickets an sie geschickt hätte. Als sie den Umschlag von der Agentur gesehen hatte, bei der Richard seine Reisen buchte, weil er Onlineangeboten misstraute, war sie zutiefst bewegt gewesen. Ihr Mann hatte sich eine Überraschung für sie ausgedacht, wie cool war das denn?! Endlich würden sie die Weltreise antr

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