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Amore, amore! Liebe auf italienisch von Morese, Maria C. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.05.2010
  • Verlag: Ullstein TB
eBook (ePUB)
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Amore, amore!

Die charmante Halbitalienerin Valeria hat jahrelang in Deutschland gelebt und kehrt nun nach Neapel zurück, um für eine deutsche Frauenzeitschrift zu recherchieren: Was hat es mit dem Land der Liebe und des Latin Lovers auf sich? Sind italienische Männer wirklich die besseren Verführer oder doch nur langweilige mammoni, Muttersöhnchen? Und warum ist Capri noch immer die perfekte Kulisse für einen romantischen Heiratsantrag? Vor der traumhaften Landschaft Neapels und der Amalfiküste stürzt Valeria sich mutig ins Geschehen, ergründet die Bedeutung der "Baci Perugina", des Valentinstages, der Schmucksymbolik (welche Stücke eignen sich mehr für die Ehefrau, welche für die Geliebte?), der "Scheidung auf Italienisch". Wird Valeria zum Schluss selbst ihr Single-Federbett gegen die große italienische Bettdecke eintauschen? Drei Verehrer säumen ihren Weg. Am Ende muss sie sich für einen von ihnen entscheiden. Maria Carmen Morese wurde 1968 in Pompeji geboren. Sie studierte Germanistik, Romanistik und Kunstgeschichte und promovierte in Deutschland. Sie ist Autorin der Gebrauchsanweisung für Neapel und die Amalfi-Küste. Nach Jahren in Berlin lebt sie derzeit als Leiterin des Goethe-Instituts in Neapel.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 12.05.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783548920153
    Verlag: Ullstein TB
    Größe: 505 kBytes
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Amore, amore!

Uno

Es ist ein Abenteuer, denke ich. Aus dem Flugzeugfenster blicke ich auf Italien, das unter mir ruhig und still daliegt wie ein schlafendes Tier. Im strahlenden Sonnenlicht erspähe ich Häuser mit Ziegeldächern, Pinien und Zypressen, rechts sehe ich die Insel Elba, umsäumt von smaragdgrünem Wasser. Die Luft ist so rein und klar, dass ich die schillernden Wellen erkennen kann.

Die Stimme des Piloten weckt mich jedoch bald aus dem mediterranen Sommertraum: Es ist kalt in Italien, ungefähr sechs Grad. Ich drehe mich um und schaue durch einen Spalt zwischen den Sitzen. Die ältere Dame, die hinter mir sitzt, seufzt enttäuscht: "Italien ist bei Weitem nicht mehr so schön, wie immer behauptet wird." Dann sagt sie zu ihrem Mann, der in ein Kreuzworträtsel vertieft ist: "Ich hatte es dir ja gesagt: Lass uns lieber nach Lanzarote fliegen. Außerdem", zweiter Seufzer, "sind italienische Hotels so schlecht beheizt. Gott sei Dank habe ich die Heizdecke mit!"

Jetzt stoße ich einen kleinen Seufzer aus. Nicht weil ich die Wärmflasche in Hamburg vergessen habe. Nein, nicht das ist das Problem. Ich fliege allein in den Süden, denn ich bin wieder Single. Das heißt allein lebend, ledig, im Stich gelassen. Vor sechs Wochen hat Christian seine Sachen gepackt und ist frohgemut mit einer Brünetten für immer aus meinem Leben herausspaziert.

"Sei froh", haben meine Freundinnen die Trennung einstimmig kommentiert. "Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende." Wenig nützlich fand ich dagegen Kommentare wie "Er war sowieso ein selbstbezogener Aufreißer". Ich hatte das Leben mit Christian keineswegs als Schrecken ohne Ende wahrgenommen, auch wenn ich manchmal den Verdacht hatte, er habe etwas mit einer meiner Kolleginnen.

Als ich zwei Wochen nach der Trennung lediglich ein paar Äpfel und eine Packung schwedisches Knäckebrot zu mir genommen hatte, dachten Familie und Freunde, dass sofort etwas unternommen werden müsse. Meine ita lienische Mutter rief mich jeden Tag an, um sich zu erkundigen, ob ich jetzt nun endlich etwas gegessen hätte. "Soll ich dir deinen Bruder Anton mit einer Kasserolle Lasagne vorbeischicken?", fragte sie besorgt. Gleichzeitig wollte mich meine beste Freundin in die Disko schleppen und versuchte, mich mit aufmunternden Sätzen wie "Der Nächste, bitte!" zu erheitern.

Im Büro bezeichnete meine Kollegin die Schatten unter meinen Augen als "so groß wie Autobahnspuren" und spendierte mir eine Anti-Falten-Creme, die "wahre Wunder" wirken sollte. Während das alles geschah und mein Tempo-Taschentücher-Konsum Rekordzahlen erreichte, erbarmte sich jemand oben im Himmel meines unerfreulichen Schicksals: Zeitgleich zu meinem Liebeskummer brach in Italien plötzlich eine verheerende Müllkrise aus.

"Was hat das eine mit dem anderen zu tun?", fragte mich meine Chefin verblüfft, als ich ihr die Sachlage schilderte.

"Es gibt zwar keine Kausalität, aber einen Zusammenhang schon", war meine zugegeben wirre Antwort.

"Sie wollen sich beurlauben lassen?", hakte sie nach und schaute mich über ihre Lesebrille hinweg an. "Um nach Italien zu fahren? Was wollen Sie dort tun? Zitronen und Tomaten züchten und die große Liebe vergessen?"

Gemein, oder? Ich versuchte zu lächeln. "Ja. Ich gehe zu meinen Verwandten ... die brauchen meine Hilfe", erklärte ich. Dann stammelte ich noch ein paar Worte wie Müllkatastrophe, sinkende Touristenzahlen, wirtschaftlicher Zusammenbruch und italienische Familie. Währenddessen fing ich an, ausgiebig unter dem linken Arm zu schwitzen.

Ach, ein Teufelskreis: Je mehr ich schwitzte, desto größer wurde meine Verlegenheit. Ich schielte nach unten links, zu meinem T-Shirt, wo sich der Schweißfleck weiter ausbreitete. Je mehr

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