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Anker vor Australien von O'Brian, Patrick (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.05.2014
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Anker vor Australien

Ein verheerender Taifun und ein Riff werden Kapitän Jack Aubrey und seiner Fregatte Diane zum Verhängnis: Sie stranden auf einer verlassenen Insel im Südchinesischen Meer. Wochenlang schuften die Seeleute, um aus den Wrackteilen einen behelfsmäßigen Schoner zusammenzubauen. Doch ein Angriff malaiischer Piraten macht zunächst alle Hoffnungen der Schiffbrüchigen zunichte. Der vierzehnte Band aus dem weltweit erfolgreichen marinehistorischen Romanzyklus um den Seehelden Jack Aubrey und den Schiffsarzt Dr. Stephen Maturin. Patrick O'Brian stammt aus einer englischirischen Familie. 1969 begann er seine Seefahrerromane über Jack Aubrey und Dr. Stephen Maturin zu schreiben. Sie wurden international schnell zum Inbegriff spannender historischer Unterhaltung, und Millionen nicht nur maritim interessierter Leser warten gespannt auf den jeweils nächsten Roman. Durch seinen Tod im Januar 2000 verlor England den anerkanntesten Autor im Genre maritime Literatur.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 09.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843708876
    Verlag: Ullstein
    Größe: 4765 kBytes
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Anker vor Australien

ZWEITES KAPITEL

E IN WEITERES ELEND im Leben des Menschen", seufzte Stephen in die morgendliche Dunkelheit, "ist es, einen contubernalis zu haben, der für zehn schnarcht."

"Ich habe nicht geschnarcht", protestierte Jack. "Ich war hellwach. Und was soll denn ein contubernalis überhaupt sein?"

"Du bist ein contubernalis ."

"Du auch. Ich war hellwach und habe an Sonntag gedacht. Falls Raffles' Vorräte kommen, lassen wir zum Gottesdienst klarmachen und feiern Erntedankfest, essen jeder eine volle Ration Rosinenpudding und betrachten den Rest des Tages als Feiertag. Am Montag fangen wir dann an ..."

"Was war denn das gerade für ein Krachen? Doch wohl um Himmels willen nicht etwa Donner?"

"Ach wo, das waren nur Chips und der Bootsmann, die sich mucksmäuschenstill davonstehlen. Sie und ihre Truppe hatten nämlich vor, heute schon in aller Herrgottsfrühe mit den Arbeitsvorbereitungen zu beginnen und den Teerkessel anzuheizen. Und Joe Gower will mit seinem Dreizack versuchen, ein paar der köstlichen Stachelrochen zu erwischen, die nachts im seichten Wasser liegen. Paß auf, du wirst den Rauch und den Teer gleich riechen."

Ein paar Minuten lang gönnten sie sich den Luxus, ganz entspannt liegenzubleiben und abzuwarten, aber was Jack auf einmal mit einem Satz aus der Hängematte springen ließ, war keineswegs Teergeruch. Wütendes, aufgeregtes Gebrüll schallte von der Helling zum Lager empor, das Geräusch von Schlägen und Gerangel und dann ein ungeheuer lauter, gurgelnder Schrei, der schließlich voller Qual erstarb.

Es war noch dunkel, als Jack die Brustwehr erreichte. Unten am Strand und auf dem Wasser huschten Lichter hin und her, und im Schein des unter dem Teerkessel flackernden Feuers glaubte er dicht am Ufer den Schemen eines stattlichen Schiffes zu erkennen. Doch noch ehe er sich Gewißheit verschaffen konnte, kam bereits der erste aus der Mannschaft des Zimmermanns hastig den Hügel hochgeklettert.

"Was ist passiert, Jennings?" fragte Jack.

"Sie haben Hadley umgebracht, Sir!" stieß Jennings atemlos hervor. "Sie haben Joe Gower umgebracht! Die Schwarzen stehlen unser Werkzeug!"

"Klar zum Gefecht machen!" brüllte Jack, und als dröhnend die Trommel loswirbelte, kamen weitere Männer den Hang hinauf, die beiden letzten schleppten zwischen sich den blutüberströmten Bootsmann.

Im Osten hellte sich der Himmel auf, ein Anschein von Dämmerung, aber da schob sich bereits der blutrote Sonnenrand über den Horizont, und mit einem Mal war es hellichter Tag. Dicht am Ufer, nur wenige Meter von der Mündung der Helling entfernt, lag die größte Doppelrumpf-Proa, die Jack je gesehen hatte, und durch das flache Wasser zog sich ein dichter Strom von Menschen, die reihenweise Werkzeug, Tauwerk, Segeltuch und alle möglichen Eisenteile zu ihrem Boot schleppten. Auch am Strand wimmelte es von Menschen, von denen einige ihre toten Freunde, andere ihre toten Feinde umringten.

"Kann ich Befehl zum Feuern geben, Sir?" fragte Welby, dessen Seesoldaten entlang der Brustwehr in Stellung gegangen waren.

"Auf diese Entfernung und mit dem unzuverlässigen Pulver? Nein. Über wieviel Ladung verfügen Ihre Männer?"

"Die meisten über zwei, Sir; allerdings nur mittelmäßige Qualität."

Jack nickte. "Mr. Reade!" rief er. "Bringen Sie mir bitte mein Fernglas, und schicken Sie den Stückmeister zu mir."

Durch das Teleskop rückte das Ufer in erschreckende Nähe. Entsetzt mußte J

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