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Annies Geheimnis von Connor, Isabella (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.02.2016
  • Verlag: LYX
eBook (ePUB)
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Annies Geheimnis

Zwanzig Jahre ist es her, dass Jack Stewart von seiner Frau Annie verlassen wurde, und er glaubte, über den Verlust hinweg zu sein. Aber als Annie in Irland bei einem Unfall ums Leben kommt, trifft ihn die Nachricht schwer. Jack erfährt außerdem, dass Annie einen Sohn hat - seinen Sohn -, der ebenfalls verletzt wurde. Er nimmt den jungen Mann mit nach England, doch das Aufeinandertreffen mit Jacks Familie reißt alte Wunden auf, die Lügen und dunkle Familiengeheimnisse ans Licht bringen. Nur langsam nähern sich Vater und Sohn aneinander an und finden Kraft in der Liebe zweier Frauen. Aber kann eine neue Liebe alte Wunden heilen oder bleiben manche Narben für immer? Isabella Connor ist das gemeinsame Pseudonym der englischen Autorin Liv Thomas und der schottischen Autorin Val Olteanu. Liv arbeitet für den National Health Service, während Val viel herumgereist ist, um schließlich nach Kanada zu ziehen und dort als Lehrerin in der Erwachsenbildung zu arbeiten. Mit Beneath an Irish Sky geben sie ihr Debüt als Romanautorinnen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Erscheinungsdatum: 04.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783802596391
    Verlag: LYX
    Originaltitel: Beneath an Irish Sky
    Größe: 1784 kBytes
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Annies Geheimnis

2

Als Emer am nächsten Tag Lukes Zimmer betrat, saß er aufrecht im Bett, gestützt von einem Berg aus Kissen, und schob Pudding auf einem Teller hin und her. Sie zeigte darauf. "Rühren Sie diese Vanillesoße bloß nicht an. Die ist lebensgefährlich. Sie werden sich wünschen, Sie würden noch am Tropf hängen."

Er antwortete mit einem halbherzigen Lächeln.

"Ich bin Emer." Sie zog sich einen Stuhl heran und setzte sich. "Ich war gestern schon mal hier. Erinnern Sie sich?"

"Klar. Sie sind der Kopfdoktor. Sie wollen wissen, ob ich verrückt bin oder nicht."

Er gab sich witzig. Errichtete Mauern, genau wie sein Vater. "Eigentlich will ich wissen, wie es Ihnen geht."

"Mir? Gut. Danke der Nachfrage." Luke sah zum Fenster, über das der Regen rann. Emer folgte seinem Blick. Die meisten Menschen ertrugen langes Schweigen nur schwer, und ihr Unbehagen zwang sie schon bald, es zu brechen. Bei Luke dauerte es ein wenig länger als gewöhnlich, aber schließlich drehte er ihr doch das Gesicht zu. "Zeigen Sie mir keine Tintenkleckse?", fragte er.

"Warum sollte ich das tun?"

"Machen das Psychiater nicht?"

"Ich bin keine Psychiaterin. Ich bin Traumatherapeutin. Das ist ein bisschen was anderes. Ich versuche zu helfen, wenn ..."

"Ich brauche keine Hilfe", blaffte er, nahm den Löffel und begann, wieder in der Soße herumzurühren.

"Ich glaube doch, Luke. Soll ich Ihnen sagen, warum?" Der Löffel wurde langsamer. Er hörte zu. "Sie wurden schwer verletzt. Sie haben Ihre Mutter verloren. Sie könnten unter Schlaflosigkeit, Albträumen, Flashbacks, Schuldgefühlen oder Panikattacken leiden. Und nicht zu vergessen, dass Ihr Vater zum allerersten Mal aufkreuzt und Sie deswegen wütend sind."

"Verdammt richtig, ich bin wütend!" Der Löffel klapperte auf das Tablett. "Wären Sie das nicht?"

"Ich weiß nicht. Mir ist das nicht passiert. Warum sind Sie wütend?"

Er riss frustriert die Hände in die Höhe. "Mein Gott, ist das nicht offensichtlich? Der Mistkerl wollte mich nicht, als ich geboren wurde, da wird er mich jetzt erst recht nicht wollen."

"Warum ist er dann hier?"

"Keine Ahnung! Schuldbewusstsein? Vielleicht will er, dass man sieht, dass er das Richtige tut? Warum fragen Sie ihn das nicht?"

"Warum fragen Sie ihn nicht?"

"Weil ich nicht mit ihm reden will. Ich will ihn nicht mal sehen - nie wieder."

"Das ist schade, denn dann werden Sie es nie erfahren."

"Was erfahren?"

"Warum er den ganzen Weg hergereist ist, warum er an Ihrem Bett gesessen und gewartet hat, dass Sie aufwachen. Nötig wäre das nicht gewesen, warum also hatte er es getan?"

"Ich sagte bereits, ich weiß es nicht, und es ist mir egal."

Er klang müde, doch sie ließ nicht locker. "Luke, Sie haben jetzt die Möglichkeit, ihn zu fragen, warum er nicht für Sie da gewesen ist. Möglicherweise gefällt Ihnen seine Antwort nicht, und Sie wollen ihn nicht in Ihrem Leben haben. Das ist Ihre Entscheidung. Aber ich glaube, es ist ein Fehler, gar nicht erst mit ihm zu reden."

Emer musterte ihn aufmerksam. Er wirkte hin- und hergerissen, vielleicht zwischen Neugier und dem Verlangen nach Rache. Letzteres würde ihn eine Weile zufriedenstellen, doch dann würde er niemals Klarheit haben, niemals wirklich damit abschließen können. Sie hoffte, er ging das Risiko ein.

"Ich kann nicht", sagte er und rieb sich die Augen. "Schon wenn ich an ihn denke, werde ich wieder stinksauer. Ich würde ihm nur eine verpassen, das weiß ich genau."

"Na ja, ich kann bei Ihnen bleiben, wenn Sie möchten", bot sie an. "Ich war früher Schiedsrichterin im Mädchenfußball. Ich weiß, wann man die rote Karte ziehen muss."

Er zeigte ein schiefes Lächeln. "Mädchen können nicht Fußball spielen. Die haben zu viel Angst, sich die Nägel abzubrechen."

"Frecher Lümmel. Zeigen Sie mir einen Haufen Männer in einer Freistoßmauer, und ich

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