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Auf hoher See Seeabenteuer von Kern, J. H. O. (eBook)

  • Verlag: BookRix
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Auf hoher See

Ernste und heitere Geschichten aus dem Leben deutscher Seeleute, Band 1. Inhalt: Im 'Passat' Der beherzte deutsche Schiffsjunge Das gestörte Sedanfest Bestrafung eines Mörders Der jugendliche Leichtsinn rächt sich bitter Mit einem Kriegsboot auf der Lauer Gott beugt den Starrsinn Peter Fretwurst In neuer deutscher Rechtschreibung und Korrektur gelesen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 120
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783730953518
    Verlag: BookRix
    Größe: 448 kBytes
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Auf hoher See

Der beherzte deutsche Schiffsjunge

Auf der Schiffergesellschaft hängt in Öl gemalt das lebensgroße Brustbild eines jungen Seemannes, von welchem der Volksmund nachstehende rühmenswerte Tat zu erzählen weiß.

Es war am Anfang des achtzehnten Jahrhunderts. Gibraltar war noch im Besitze der Spanier und das Mittelländische Meer von den seeräuberischen Barbaresken unsicher gemacht, als die Brigg Juno , Kapitän Treu, durch die Säulen des Herkules nach Osten steuerte, um Südfrüchte von Livorno zu holen. Die Brigg führte eine Besatzung von zwölf Mann, darunter drei kaum dem Knabenalter entwachsene Jünglinge. Die Bewaffnung des deutschen Schiffes war mangelhaft genug; doch glaubte Kapitän Treu auf die zwischen den norddeutschen Seestädten und den Beherrschern von Tunis, Tripolis und Algier abgeschlossenen Verträge rechnen zu können und hielt sich vor einem Überfall durch die Seeräuber sicher.

Von den obengenannten Schiffsjungen zeichnete sich Hans Pinnow, der Sohn eines Ratsherrn, durch Keckheit und Lust zu gewagten Streichen aus. Es ist dasselbe, dessen Bildnis noch heute mit Achtung betrachtet wird. Hatte Hans Pinnow sich auf der Schule auch manches zuschulden kommen lassen, so machte er sich auf der Juno umso besser, begriff bald die schwierigsten Arbeiten und ersetzte das fehlende Schulwissen durch seinen klaren Verstand.

Kaum sechsunddreißig Stunden waren seit dem Verlassen der Meerenge verflossen und die Juno mühte sich gegen Strom und Wind nach Osten hinauf, da erblickte man plötzlich oberhalb des Windes zwei verdächtige Fahrzeuge, welche ohne Frage den Kurs der deutschen Brigg kreuzen wollten. Auch der Laie hätte sofort bemerkt, dass diese beiden Schiffe mit dem weißen Halbmond im roten Felde viel schneller wären als die schwerfällige Juno . An Flucht war deshalb nicht zu denken.

Je näher die beiden Raubschiffe kamen, desto mehr schwand die Zuversicht des deutschen Kapitäns. Vergeblich zeigte er die Flagge seines Landes und seines Heimathafens; die Seeräuber hielten in geradester Richtung auf ihn zu und gaben ihm, als sie nahe genug herangekommen waren, durch eine vor seinem Auge vorbeipfeifende Kugel die Weisung, dass er beidrehen, das heißt sein Segel so stellen solle, dass die Brigg sich nicht von der Stelle bewege.

"Hole an Segeln herunter, Steuermann, was irgend entbehrt werden kann und uns beim Kampfe hinderlich ist!", befahl Kapitän Treu, welcher über den Vertragsbruch erbittert und zur Verteidigung seines Schiffes entschlossen war. "Ihr Jungen, bringt Pistolen und Entermesser herauf, und sehe dann jeder zu, wie er Leben und Freihält behält! Fangen sie uns lebendig, so werden wir auf dem Markte von Algier als Sklaven verkauft, sehen unsere Heimat niemals wieder."

Einige Minuten später war die deutsche Brigg, so gut wie das bei der spärlichen Besatzung möglich war, zur Abwehr der überlegenen Seeräuber gerüstet. Mit den Waffen in der Hand suchten die Matrosen Deckung vor den jeden Augenblick zu erwartenden feindlichen Kugeln, förmlich darauf erpicht, die schändlichen Barbaresken niederzuschießen, sobald sie das Schiff entern sollten.

Kapitän Treu stieg auf das Dach des Mannschaftsraumes, welches über das Deck hervorragte, und rief den Räubern durch das Sprachrohr zu, er wäre in die Verträge mit dem protestantischen Norden eingeschlossen, verlange deshalb, dass sie ihn ungehindert segeln ließen. Als Antwort aber schallte ein Wutgebrüll aus wenigstens fünfzig Kehlen von dem Verdeck der beiden Raubschiffe nach der Juno herüber und eine zweite, diesmal wohlgezielte Kugel zersplitterte den Fockmast der trotzigen Brigg.

Ehe sich noch die deutschen Seeleute, welche von den herabstürzenden Spieren nicht erschlagen oder schwer verwundet worden waren, aus dem Gewirr von Segeln und Tauen befreien konnten, hatten die Barbaresken ihre Schiffe an den Seiten der Juno festgelegt, sprangen mit wildem Kriegs

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