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Backstage Diaries von Speck, Jochen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.10.2012
  • Verlag: FUEGO
eBook (ePUB)
5,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Online verfügbar

Backstage Diaries

Das Tourleben besteht meistens aus Warten. Man wartet auf den Bus, man wartet auf den Soundcheck, man wartet auf den Auftritt, man wartet im Bus darauf, dass man endlich ankommt, man wartet auf den nächsten Fick (zumindest die Musiker). Dieses ganze Warten kann zur Qual werden. Man muss sich ablenken. Man trinkt, man nimmt Drogen, man sieht sich die Stadt an. Im Grunde ist das aber alles nur Ablenkung. Genervt sitzt man in einem dreckigen Backstage-Raum und schaut alle fünf Minuten auf die Uhr.

Jimmy, Mitte dreißig, war schon mit einigen Bands auf Tour, also ist er der Beste für den Job, The Etiennes auf der britischen Insel zu begleiten. Doch die Hamburger Jungs, allen voran Frontmann Thom, brauchen scheinbar eher eine Nanny als einen Tourbegleiter: Mal muss Jimmy sie aus einer Stripbar auslösen, mal für das zerlegte Hotelzimmer blechen. Er sagt ihnen, wann es ins Bett geht und dass sie genug Wasser trinken müssen. Doch Jimmy nimmt es gelassen. Er kann ihren Durst nach Glamour und Exzessen verstehen, bleibt aber die Stimme der Vernunft ... bis er auf Laura trifft und seine routinierte Welt aus dem Ruder läuft, weil ihn das alte Gefühl des Rock'n'Roll wieder gepackt hat.

'Backstage Diaries' erzählt vom Dasein on the road, von den Strapazen, den Pannen und den großartigen Momenten, wenn es dunkel wird im Saal und die Spots auf der Bühne angehen.

Jochen Speck, Jahrgang 1972, lebt in Köln. Er ist Eventmanager und DJ. 'Backstage Diaries' ist sein erster Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 150
    Erscheinungsdatum: 19.10.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783862870493
    Verlag: FUEGO
    Größe: 320kBytes
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Backstage Diaries

Samstag, 8. September,

London, Sheperds Bush Empire

In London angekommen, läuft alles wie sonst auch. Hotel, einchecken, kurz ausruhen, E-Mails ans Management schreiben, sich vorm Zimmer ekeln, zur Location fahren. Heute wird es richtig ernst. London, Shepherds Bush Empire. Ein wunderschönes ehemaliges Theater. Die drei Balkone sind wundervoll verziert. Es gibt Logen an den Seiten. Die Akustik ist fantastisch. Alles ist sehr sauber, sogar die Toiletten. Es gibt einen supertollen Backstage-Bereich mit Bar, Pool, Flipper und jede Menge anderer Räume für Bands. Hier ist die Vorstufe zu den nächsten größeren Konzerten in London. Hier spielen die Bands, die beim nächsten Mal das Hammersmith Apollo oder die Brixton Academy ausverkaufen. Hier spielten alle beim ersten Mal, die Kaiser Chiefs, Travis, die Pumpkins, Blur, Tool und viele andere. So ist es auch für The Gap. Da das Konzert hier innerhalb von zweieinhalb Stunden ausverkauft war, spielen sie auf dieser Tour noch ein Zusatzkonzert in London.

Wir fahren vom Hotel zur Venue. Der Weg ist nicht lang, keine zehn Minuten. Ich bin konzentriert, durch den Bus geht ein kleiner Hauch Starruhm. Die Jungs sind ziemlich aufgeregt. Freue mich auf den Abend, weil ein sehr guter Freund von mir zum Konzert kommt. Ich habe Steve nun zwei Jahre nicht gesehen. Er wohnte früher in Köln, hat aber irgendwann sein Glück in London gesucht. Mittlerweile hat er zwei Kinder und lebt mit seiner Familie in einem Vorort von London. Wir bauen auf, Soundcheck läuft okay. Ich stehe noch beim Mixer, da kommt Neil, der Sänger von The Gap auf mich zu. Er ist ein kleiner Mann, etwas pummelig, kurze dunkelblonde Haare. In seiner rechten Hand hält er eine Zigarette, in seiner linken eine Flasche Wodka. Zur Begrüßung legt er mir seine Hand auf die Schulter. Er bietet mir einen Schluck aus seiner Flasche. Ich mag zwar keinen Wodka pur, nehme aber trotzdem einen. Puh, grässlich. Ich schüttle mich etwas. Wir unterhalten uns, nichts Weltbewegendes, nur Belangloses. Neil ist ein netter Kerl. Endlich mal eine von den großen Bands, die dich nicht wie Dreck behandeln, denke ich mir noch, als Neil mir mitteilt, dass sie ab sofort zwanzig Prozent von unserem Merchandise-Verkauf haben wollen. Ich schau ihn fragend an. Neil und der Rest der Band sehen es nicht ein, unsere Shirts für lau zu verkaufen. Ich willige ein, mir bleibt auch nix anderes übrig. Wir haben keinen Merchandiser dabei, und selbst verkaufen geht nicht. Das will The Gap auch nicht.

Ich bringe unsere Merchandise-Artikel zum Verkaufsstand. Madeleine darf hinter der Bühne zuschauen. Ich lass sie auch an unserem Catering teilnehmen. Die Kosten dafür lass ich Thom aus seiner eigenen Tasche zahlen. Sie scheint ganz nett zu sein.

Das Konzert war großartig. Die Jungs haben alles gegeben. Von Lampenfieber keine Spur. Die Crowd war begeistert. Wir packen zusammen. Gehe danach in den Konzertraum und treffe Steve an der Bar. Ich umarme ihn zur Begrüßung. Wir trinken etwas zusammen. Heute kann ich auch etwas mehr trinken, unser Hotel ist ja nicht weit entfernt, und der Bus bleibt an der Halle. Also trinke ich Grolsch. Wir unterhalten uns verdammt gut. The Gap spielen währenddessen ein super Set, und die Stimmung in der Halle ist gut. Wir trinken noch eins und noch eins und noch eins. Wir unterhalten uns und machen ein paar Witze auf seine Kosten. Er ist etwas älter als ich, bereits vierzig. Ich scherze etwas rum über seine Fastglatze. Steve ist auch nicht besonders groß, etwas kleiner als ich. Er trägt seine brünetten Haare sehr kurz. Außerdem hat er große Geheimratsecken. Nicht mehr lange, und bald hat er gar keine Haare mehr.

Hab schon leicht einen sitzen und muss leider auf Cola umschwenken. Ach scheiß drauf, noch ein Bier! Da zupft etwas an meinem Arm. Ich dreh mich langsam um, und da steht ein Mädchen und grinst mich frech an. Sie ist wunderschön, genauso groß wie ich, hat blonde kurze Haare, braune Augen und e

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