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Bauherr sucht Frau Roman von Bähr, Julia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.05.2018
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Bauherr sucht Frau

Einsame Zahnbürste sucht Zweisamkeit ...
Carla hat sich in ihrem Singleleben gut eingerichtet. Auch wenn schon länger niemand mehr eine Zahnbürste neben die ihre gestellt hat, das stört Carla nicht. Stattdessen geht sie in ihrem Job in einer Kulturstiftung auf und beobachtet das Emotionschaos, das ihre beiden besten Freundinnen durchleben, aus der sicheren zweiten Reihe. Doch dann bekommt Carla einen neuen Auftrag: Ein über 200 Jahre altes Gebäude wird vererbt. Als Carla den Erben trifft, hasst sie ihn auf Anhieb. Denn dieser Lorenz hat mit dem Häuschen ganz eigene Pläne. Und die stehen Carlas auf jeden Fall im Weg! Und schon bald fliegen die Funken in jeder Hinsicht ...

Julia Bähr, geboren 1982, absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München und arbeitet als Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Ihr Herz schlägt für Pommes frites und Karaoke. Zusammen mit Christian Böhm verfasste sie 2013 den Hochzeitsroman Wer ins kalte Wasser springt, muss sich warm anziehen, gefolgt von ihren romantischen Komödien Sei mein Frosch und Liebe mich, wer kann!.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 21.05.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641221157
    Verlag: Blanvalet
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Bauherr sucht Frau

Kapitel 1

"Man kann das gar nicht zu dritt spielen."

"Sagst du jedes Mal."

"Weil es stimmt!"

"Selbst wenn es stimmen sollte, es hat nun mal Tradition. Wenn Schafkopf zu dritt geht, geht Flaschendrehen ja wohl auch!"Schwungvoll dreht Rebecca die leere Rotweinflasche und sieht zu, wie sie immer langsamer kreiselt und schließlich auf Rebecca selbst zeigt.

"Ha!" Mia beugt sich begeistert nach vorne. "Okay, ich nehm's zurück, vielleicht könnte das hier doch noch Spaß machen."

"Wieso muss ich die Erste sein?", beklagt sich Rebecca. "Ich hab doch Geburtstag!"

"Deshalb spielen wir das ja überhaupt nur, Hasi", sage ich mitleidslos. "Und du wolltest es mit harten Fragen spielen. Uns wären zarte auch recht gewesen."

"Menno!" Rebecca zieht sich ihre rote Mähne vors Gesicht wie einen Vorhang. "Wer fragt?"

"Ich!" Mia grinst. "Das wollte ich dich schon lange fragen, aber ich bin zu gut erzogen."

Genau deshalb spielen wir das hier nämlich jedes Jahr zu Rebeccas Geburtstag: Damit wir einander endlich den Kram fragen können, den man normalerweise nicht mal die besten Freundinnen einfach so fragen würde. Dass wir alle drei - Rebecca, Mia und ich, Carla - bereits ziemlich einen sitzen haben, ist sehr hilfreich.

"Also, mal ehrlich: Nervt es dich nicht zu Tode und killt es nicht völlig euer Sexleben, dass die Zwillinge nachts immer noch in euer Bett gekrochen kommen?"

"Wahnsinn, Mia", rufe ich bewundernd, während Rebecca leise jault. "Wie schaffst du es eigentlich, dass jede Frage irgendwie mit Geschlechtsverkehr zu tun hat?"

"Ich übe diesen Quatsch ja schon seit zehn Jahren mit euch!" Mia wendet sich an das Geburtstagskind. "Und?"

"Jaha!" Rebeccas Augen blitzen uns böse an. "Ja, es nervt. Aber sag das mal als Stiefmutter. Das klingt echt egoistisch!"

"Uns kannst du es ja sagen, unsere Stiefmutter bist du nicht", wende ich ein.

"So, und der zweite Teil meiner Frage?"

"Wieso darfst du überhaupt eine Doppelfrage stellen? Das ist unfair!"

"Stimmt, aber der Protest kommt laut Reglement zu spät."

"Wir haben ein Reglement?"

"Beantworte einfach die Frage." Manchmal merkt man sehr genau, warum Mia mit Anfang dreißig bei einer internationalen Bank ein eigenes Team leitet.

"Also, nein." Rebecca seufzt. "Es ist jetzt kein Aphrodisiakum, aber es ist auch kein Killer. Das reicht als Antwort, oder?"

"Ja", bestimme ich großmütig. "Du darfst drehen."

Die Burgunderflasche kreist und weist als Nächstes auf Mia.

"Ui, Retourkutsche." Ich rechne mit dem Schlimmsten.

"Eigentlich kann man Mia gar nichts fragen, weil sie sowieso alle schmutzigen Details von sich aus erzählt", sagt Rebecca grübelnd.

"So? Aber vielleicht denkst du das auch nur!" Mia gibt sich geheimnisvoll.

"Na gut. Ich frage: Wie viele Zahnbürsten stehen gerade in deinem Badezimmer?"

"Eine", flötet Mia. "Meine eigene!"

"Ach komm, das ist gelogen. Die Anzahl muss zweistellig sein", widerspricht Rebecca.

"Mit der letzten, die ein Typ dagelassen hat, hat sie ihre Fahrradkette geputzt", berichte ich.

"Und dann? Hat er sie wieder benutzt?" Rebecca ist entsetzt.

"Dann hab ich sie natürlich weggeschmissen", erklärt Mia. "Ich hab ja nichts gegen ihn."

"Aber auch nicht genug für ihn übrig, um seine Zahnbürste in deinem Bad haben zu wollen."

"Das ist richtig." Mia gähnt ausgiebig und schenkt uns allen nach. "Wer mit einem Investmentbanker ausgeht, hat die Kontrolle über sein Leben verloren."

"Aber du schläfst doch mit Investmentbankern", wende ich ein.

"Klar. Das ist super. Das ist das Einzige, was sie kurzzeitig davon abhält, über Geld zu schwadronieren." Mia greift nach der Flasche und dreht sie so, dass sie direkt auf mich zeigt.

"Hey, was soll das?", protestiere ich, während Rebecca sich schlapplacht.

"Effizienz!"

"Ihr seid doof.

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