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Ben & Judy. Riskier dein Herz Roman von Obermeier, Nicole (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.08.2016
  • Verlag: Forever
eBook (ePUB)
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Ben & Judy. Riskier dein Herz

Judy hängt in den Seilen. Sie hat sich von ihrem Freund getrennt und muss nach dem Abi herausfinden, was sie mit ihrem Leben überhaupt anfangen will. Kurzerhand nimmt sie einen Job in einem Café an, um erst mal an Geld zu kommen. Ihre neue Kollegin dort kann Judy jedoch so gar nicht leiden. Und deren Bruder Ben noch weniger, der offenbar jede Woche eine andere im Bett hat. Klar, er sieht unverschämt gut aus und löst irgendwie ein Kribbeln in ihrem Bauch aus. Aber Judy ist sich ziemlich sicher, dass es mit ihnen niemals klappen könnte ... Ben lässt keine Gefühle mehr zu. Zu sehr haben die ihm in der Vergangenheit Kummer bereitet, in der er viel zu früh erwachsen und für seine kleine Schwester da sein musste. Jetzt will er bloß kein Drama. Lieber hängt er mit seinen Jungs ab und schiebt eine schnelle Nummer mit einer Frau, die genauso ungebunden ist wie er. Doch immer wieder läuft ihm diese Judy über den Weg und er bekommt sie nicht mehr aus seinem Kopf. Und plötzlich glimmen Emotionen auf, die Ben längst begraben geglaubt hatte ... Nicole Obermeier wurde 1988 in Leipzig geboren. Nach ihrem Studium der Bibliotheks- und Informationswissenschaft lebt sie heute gemeinsam mit ihrem Freund in Südthüringen, wo sie als Bibliothekarin arbeitet. Ihre Liebe zu Büchern macht sich nicht nur in ihrem Beruf, sondern auch in ihrer Freizeit bemerkbar. Die Ideen zu ihren Geschichten kommen ihr bei ausgedehnten Waldspaziergängen mit ihrem Hund, beim Autofahren und Musikhören.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 300
    Erscheinungsdatum: 12.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958181243
    Verlag: Forever
    Serie: Herz-an-Herz 1
    Größe: 3411kBytes
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Ben & Judy. Riskier dein Herz

Kapitel 1 - Judy

Endlich hat dieser furchtbare Tag ein Ende. Mit gesenktem Kopf schleiche ich über den Gang, meinem Feierabend entgegen. Meine Clogs erzeugen auf dem graublauen Linoleumboden ein Geräusch, das ich in den letzten Wochen zu hassen gelernt habe. Als ob es nicht reichen würde, dass diese Schuhe furchtbar hässlich sind, kündigen sie mich schon von Weitem an und machen es mir damit unmöglich, mich zu verstecken. Dabei will ich mich einfach nur in Luft auflösen.

Ich überlege gerade, ob ich sie ausziehen und auf Strümpfen zum Fahrstuhl schleichen soll, als sich Oberschwester Miriam plötzlich wie aus dem Nichts vor mir aufbaut und ihre Hände in die ausladenden Hüften stemmt.

"Sind Sie endlich fertig?", blafft sie mich an. Ihre überschminkten Knopfaugen mustern mich einige Sekunden, bevor sie einen Schritt zurücktritt und die Nase rümpft. Ich versuche, meinen Zopf unauffällig von der Schulter auf meinen Rücken zu schieben, als mir der ekelhafte Gestank ebenfalls in die Nase steigt.

Schwester Miriam wedelt mit ihrer dicken Hand vor ihrem noch dickeren Gesicht herum. "Gehen Sie schon! Das ist ja nicht auszuhalten."

Ich nicke erleichtert und bringe ein piepsiges "Schönen Feierabend" heraus, bevor ich mir selbst auf die Zunge beiße.

Blitzartig schießt Miriams rechte Augenbraue in die Höhe und verschwindet unter dem Ansatz ihres Ponys. "Der ist erst in vier Stunden." Damit macht sie auf dem Absatz kehrt und verschwindet in der Teeküche, während ihre schrille Stimme noch einige Sekunden lang in meinen Ohren klingelt. Als sie endlich außer Sichtweite ist, atme ich erleichtert aus. Und wieder ein großer Fehler. Sofort breitet sich der säuerliche Geruch mit voller Heftigkeit in meiner Nase aus.

Meinen Spind erreiche ich schneller, als ich es nach diesem endlos langen Tag für möglich gehalten hätte. In rekordverdächtigem Tempo ziehe ich mich um, wickele mich in meinen Mantel und ziehe meine Mütze tief in die Stirn. Vielleicht hilft es ja. Am Empfang melde ich mich ordnungsgemäß ab und entschlüpfe nach draußen in die kalte Februarluft.

Auf dem Weg zur U-Bahn versuche ich so viel Abstand wie möglich zwischen mich und die Klinik zu bringen. Praktikum im Krankenhaus - so eine Schnapsidee. Warum hatte ich mich nochmal darauf eingelassen? Ach ja: Du kannst nicht ein Jahr lang zu Hause faulenzen , hat meine Mutter gesagt. Du musst dich entscheiden, was du mit deinem Leben anfangen willst. Dir stehen alle Möglichkeiten offen.

Du musst etwas Anständiges lernen, mein Schatz , hat Pa ihr beigepflichtet. Du sollst es schließlich einmal besser haben als wir.

Deshalb bin ich hier gelandet. Aus meinem natürlichen Lebensraum herausgerissen und in die Großstadt umgepflanzt, wo ich mich fühle wie eine Tanne in der Wüste. Die kleine Judy Groß, völlig fehl am Platz. Und mit einem netten Rest Kotze im Haar. Vielen Dank, Frau Mehlinger. Wieder muss ich seufzen. Ich sollte meinen Frust nicht an ihr auslassen. Frau Mehlinger ist nur eine alte, einsame Frau, die ihre Körperfunktionen nicht mehr im Griff hat. Und ich bin zufällig die armselige Praktikantin, die es heute abgekriegt hat.

Morgen um die Zeit wird alles besser. Mit diesem Gedanken betrete ich die U-Bahn-Linie sechs, die mich hoffentlich nach Hause bringt, ohne dass jemandem der Gestank auffällt, der unter meiner Mütze in den überhitzten Waggon wabert. Doch meine Hoffnung zerplatzt wie eine dicke Seifenblase, als eine Station später eine Horde angetrunkener Kerle in mein Abteil drängt. Aus ihren Smartphones schallt ein Rap-Song in ohrenbetäubender Lautstärke und furchtbar schlechter Qualität. Einigen Passagieren entlockt das ein entrüstetes Kopfschütteln, aber die meisten ignorieren die Truppe demonstrativ.

Zu meinem Pech breiten sich die Jungs ausgerechnet vor meiner Sitzbank aus und verschütten ihr Billigbier in alle Richtungen - auch auf meinem Rucksack.

"Oo

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