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Ben Hur - Die späten Jahre (Historischer Roman) Wagenrennen, Rom, Caligula, Nachfolgeroman des Klassikers Ben Hur, römisches Reich, Christen, Nero; Geschenk, Geschenkbuch, Geburtstag, Ostern, Weihnachten, Nikolaus von Kronenheim, Alexander (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.04.2017
  • Verlag: Books on Demand
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Ben Hur - Die späten Jahre (Historischer Roman)

Dieser Roman setzt mit seiner Geschichte zehn Jahre nach dem Ende des bekannten Klassikers an. Ben Hur lebt mittlerweile als erfolgreicher Geschäftsmann mit Ehefrau Esther, seinen beiden Kindern und Schwester Tirzah in Rom. Aber ein unglücklicher Zufall spielt das Leben Ben Hurs in die Hände des gnadenlosen Imperators Caligula und ein letztes Mal muss er um Leben, Ehre und Familie kämpfen. Auszug: Ben Hur hatte anfangs seine Rosse geschont. Ptolemäus hätte daher in die Arena hinunterfliegen mögen, um ihn anzutreiben: "Ich lasse diesen Nazarener auspeitschen wie einen Hund und in den Tiber werfen!" fluchte er wild. Geifernder Schaum trat auf seine Lippen, während Caligula über den Vorsprung Iadoks Freudentränen vergoss. Aber bald erblasste er, da sich der Abstand zwischen Iadok und Ben Hur zusehends verringerte. Unmittelbar hinter Ben Hur kam das Gespann des Griechen. Bald sah man alle drei fast in einer Reihe nebeneinander durch die Arena sausen. Die Hufe der Rosse schienen kaum mehr den Boden zu berühren. Die Räder schienen mit der Luft in eins zu zerfließen. Die Gespanne flogen dahin, als ob der Sonnengott selbst mit seinem Wagen durch die Lüfte sause.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 200
    Erscheinungsdatum: 11.04.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783744876520
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 808kBytes
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Ben Hur - Die späten Jahre (Historischer Roman)

2. Kapitel

In purpurner Glut leuchteten auf der Appischen Straße unweit der Porta Latina die Marmorsäulen einer stattlichen Villa, die aus einem reizvollen Palmenhain emporragte und ihre Front mit einem kleinen Forum der eben untergehenden Sonne zum Kuss bot. Das Landhaus hieß wegen seines prachtvollen Palmengartens, der es von drei Seiten einschloss, 'Ad Palmas' und wurde bewohnt von dem jüdischen Handelsherrn Ben Hur.

War auch der Hauptsitz seines Unternehmens nach wie vor Antiochia, wo immer noch Simonides die Geschäfte leitete, so waren andererseits die Handelsbeziehungen mit Rom immer reger geworden und hatten schließlich Ben Hurs Aufenthalt in der Weltstadt unumgänglich gemacht. Mit der schier unübersehbaren Zahl von Lastschiffen kamen in Puteoli, dem Hafen Roms, auch Ben Hurs stolze Dreimaster aus allen Ländern an. Sie brachten Ladungen aus Indien und Arabien, babylonische Gewänder und Kleinodien aus dem Innern Asiens und in Ben Hurs Magazinen und Hallen zu Rom lagerten Früchte und Getreide aus Sizilien und Afrika, arabische Gewürze und Wohlgerüche sowie Perlen von den Bänken der Bahreinseln.

Ben Hur saß im Atrium vor einem kostbaren Tisch aus Citrusholz. Seine besten Jahre waren noch nicht vorüber und er war noch immer im Besitz seiner Vollkraft. Aus dem gebräunten Antlitz blitzten dunkle, feurige Augen wie die eines Adlers. Sein Wuchs war stattlich und zeugte von seiner fürstlichen Herkunft; sein Kleid aus weißem Linnen und die turbanartige Kopfbedeckung bewiesen, wie sehr er der Tracht des Orients treu geblieben war. Er war über eine Pergamentrolle gebeugt, die ein Verzeichnis der mit seinen Schiffen angekommenen Waren enthielt. Aber die Zahlen und Warenbenennungen vermochten seinen Blick nicht restlos zu bannen. Seine Augen waren trunken von einem Feuer, das jetzt in eins zerfloss mit den Strahlen des sinkenden Tagesgestirns die das Gemach verklärten und seine Gestalt mit glühendem Rot übergossen. Oft sah er über die Rolle hinweg in das Abendrot und er war dann ganz Feuer, das ihn zu verzehren schien.

Seine Gattin Esther, die zur vollen Schönheit erblüht war, saß vor ihm auf einer Marmorbank und las der Mutter Ben Hurs, Sagar, die ihr gegenüber saß, aus einem Buch vor. Tirzah, die Schwester, spielte auf einem Tigerfell am Boden mit Gamaliel und Miriam, den Kindern Ben Hurs.

Wie eine Mutter mit jungen Lämmern, scherzte sie mit den Kleinen. Sie trällerte ein Liedchen, betupfte abwechselnd das niedliche Kinn, die winzigen Näschen und pfirsichroten Lippen der Kleinen mit ihrem Rosenfinger und ihr fröhliches Schäkern übertönte das Plätschern des Springbrunnens, der in der Mitte des Atriums Kühlung spendete. Aber oft mischte sich ein Misston in das Spiel, wenn die Kinder unartig wurden und Tirzah schelten musste. Auch jetzt verstummte plötzlich wieder das silberne Lachen. Tirzah unterbrach auf einmal das Spiel und starrte verstört zur Wand hinüber. Sah sie dort dunkle Schatten aufsteigen, die den wie Sonnenschein über das Haus ausgegossenen Frieden zu verscheuchen suchten? Oder klang in das häusliche Glück das Lachen neidischer Dämonen? Ungeduldig zupften die Kinder sie am Arm und schrien: "Weiter!" "Was ist mit dir, Tirzah?" fragte Ben Hur und blickte verwundert von seiner Pergamentrolle zu ihr hinüber. "Du bist seit unserem letzten Abendspaziergang so verändert. Fast glaube ich, du willst uns etwas verbergen."

Auch Esther und Sogar schauten verwundert auf Tirzah "Ach, es ist nichts!" presste diese hervor und strich sich mit der Hand über die Stirn, als wollte sie eine unangenehme Erinnerung verscheuchen. "Ich dachte nur an den Kometen, den kürzlich der Wahrsager Symmachus prophezeite und als Unglücksbringer deutete."

"Ja, was ist es mit den Sternen?" riefen Esther und Sogar. "Was hältst du", fragten sie Ben Hur, "von solchen Himmelszeichen?"

Dieser antwortete nicht gleich. Schweigend sah er vor sich hin und seine Gedanken schweiften

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