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Bergkristall - Folge 257 Gefahr im Wildeggtal von Burger, Marianne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.05.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Bergkristall - Folge 257

Es wird totenstill, als der neue Schützenkönig vom Wildeggtal auf die Mädchen zutritt, um eines von ihnen zum Tanz aufzufordern. Im Wildeggtal ist es seit jeher Brauch, dass der Schützenkönig sich zum Ehrentanz das Dirndl erwählt, dem er gut ist. Tanzt das Madel mit ihm, so gilt das als festes Verlöbnis. Als Meinrad Grasegger jetzt vor der bezaubernden Verena stehen bleibt und sie ihre Hände mit einem glücklichen Lächeln in die seinen legt, geht ein entsetztes Raunen durch den Saal. Alle wissen: Mit seiner Wahl hat Meinrad sich den Bauern Franz Eberl zum gefährlichen Feind gemacht ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 03.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732528141
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1258 kBytes
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Bergkristall - Folge 257

Verena Hallrieder trat in die Küche und probierte ein wenig von dem Rahmgulasch, das es zum Abendessen geben sollte.

"Das schmeckt gut", lobte sie die Küchenhilfe. "Du kannst schon anfangen, den Hofleuten das Essen aufzutragen, Lieserl. Mein Bruder und ich essen später."

"Ist recht, Bäuerin."

Verena ging schnell hinaus. Sie hatte sich noch immer nicht daran gewöhnt, dass man sie jetzt so respektvoll mit "Bäuerin" ansprach. Aber das war sie nun tatsächlich seit dem Tod ihres Vaters. Genau seit drei Wochen. Wehmütig dachte Verena: Lieber Herrgott, was gäbe ich darum, wenn er noch am Leben wäre, unser guter Vater!

Verena schlug den Weg zum Gottesacker ein. Am Grab des Vaters sprach sie ein inniges Gebet. Sie wusste, der Vater würde es nicht wollen, dass sie so traurig war. Aber sein Tod war gar zu plötzlich gekommen.

Verena wusste genau, dass auch ihr Bruder den Vater vermisste. Aber er riss sich eisern zusammen und versuchte sie zu trösten, so gut er es vermochte. Der Gedanke an den Bruder tat Verena wohl. Es war ein Segen, dass sie sich so gut verstanden und dass es keinen Streit um das Erbe des Vaters gegeben hatte.

Rudi hatte sich schon als junger Bub viel mehr für das Sägewerk interessiert, das der Vater betrieb, als für die bäuerliche Arbeit auf dem Hof. Und Benedikt Hallrieder hatte dem Rudi seinen Willen gelassen. Nun hatte der Bursch also die Nachfolge des Vaters angetreten auf jenem Gebiet, das ihm vertraut war, während seine Schwester Verena auf dem Hof regierte.

Während die junge Hoferbin am Grab des Vaters stand, saß Rudi Hallrieder im Sägewerksbüro über den Lohnlisten.

Als es plötzlich an die Bürotür klopfte, runzelte der junge Mann unwillig die Stirn.

"Herein", rief er.

"Grüß dich, Rudi."

Der späte Besucher trat forsch in den kleinen Raum und setzte sich hin, ohne eine Aufforderung abzuwarten. Franz Eberl war sehr selbstbewusst und von sich eingenommen. Dazu meinte er auch allen Grund zu haben. Schließlich war sein Hof der zweitgrößte im ganzen Wildeggtal!

"Du bist es, Franz! Was führt dich denn hierher?", fragte Rudi.

"Ja, wie soll ich mich ausdrücken?", murmelte Franz.

"Am besten klar und deutlich, damit ich weiß, worum es geht", erwiderte Rudi ein wenig ungeduldig. "Also sprich dich schon aus, Nachbar!"

"Euer Vater - Gott hab ihn selig - liegt nun schon drei Wochen unter der Erde. Jetzt ist die Verena Hofbäuerin und hat die ganze Verantwortung zu tragen."

"Damit wird sie schon fertig, Franz. Bei ihr ist der Hof in guten Händen."

"Das streit ich ja gar net ab, Rudi. Aber besser wäre es halt doch, wenn ein junger, tüchtiger Bauer da wäre, der ihr in allem zur Seite steht. Du weißt es ja längst, wie gut ich deiner Schwester bin, Rudi. Ich liebe Verena über alles. Der glücklichste Mensch auf der ganzen Welt würde ich sein, wenn Verena die Meine werden möchte."

"Das will ich dir gern glauben, Franz", gab Rudi bedächtig zur Antwort. "Aber nachdem dir die Verena schon zweimal einen Korb gegeben hat, glaub ich kaum, dass sie jetzt plötzlich zustimmen wird. Du kannst es ja versuchen - aber so, wie ich die Verena kenne, kann ich mir net vorstellen, dass sie inzwischen ihre Meinung geändert hätte."

"Könntest du net ein gutes Wörtl für mich einlegen, Rudi?", bat der sonst so forsche Franz kleinlaut.

"Mensch, du wirst doch wohl den Mut aufbringen, selbst mit der Verena zu sprechen?", sagte Rudi mit leisem Spott.

Franz Eberl stand auf und stülpte sich das grüne Hütl mit der kecken Spielhahnfeder auf die Locken.

"Alsdann, versuch ich es halt noch einmal", brummte er und marschierte hinaus.

Der Zufall wollte es, dass Franz wenig später seiner Angebeteten begegnete. Gleich sprach Franz das Dirndl an und platzte mit seinem Heiratsantrag heraus. Verena betrachtete Franz nachdenklich. Er sah nicht übel aus, der Eberl-Franz. Groß und stämmig war

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