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Bergkristall - Folge 259 Sie durften einander nicht lieben von Burger, Marianne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.05.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Bergkristall - Folge 259

'Ich habe nichts gegen dich persönlich, Roswitha', beginnt der alte Fürholzer und sieht die junge Sennerin traurig an. 'Mich stört es auch net, dass du arm bist und dass deine Mutter net verheiratet war ...' Anton Fürholzer wischt sich den Schweiß von der Stirn. Seine nächsten Worte werden das Lebensglück seines einzigen Sohnes zerstören, das weiß er. Dennoch darf er nicht länger schweigen.

Hoch aufgerichtet steht Markus vor ihm, schützend den Arm um seine Liebste gelegt, die sich an ihn schmiegt und den alten Bauern bang aus ihren schönen, rehbraunen Augen anblickt. Es sind Magdalens Augen, die Augen ihrer Mutter - jener Frau, die Anton Fürholzer vor langer Zeit verraten hat, um eine reiche Hoftochter zu heiraten.

'Ich kann euch den Segen zu eurer Hochzeit wirklich net geben', beginnt der Fürholzer-Bauer schweren Herzens. 'Denn der Markus ist dein Halbbruder, Roswitha.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 31.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732529032
    Verlag: Bastei Lübbe
    Größe: 1274 kBytes
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Bergkristall - Folge 259

Auf dem Fürholzer-Hof herrschte schon rege Geschäftigkeit, als es sechs Uhr schlug. Knechte und Mägde versorgten das Vieh, während Ursel, die Hoftochter, in der Küche wirtschaftete.

Der Fürholzer-Bauer aber war dabei, die Haflinger vor den Leiterwagen zu spannen. Markus, sein Ältester, ging ihm dabei zur Hand. Wohlgefällig musterte Anton Fürholzer seinen Buben. Markus war ein sauberer Bursch, groß und breitschultrig.

"So, das hätten wir", sagte Markus jetzt.

Vater und Sohn gingen ins Haus und setzten sich ans Kopfende des langen Tisches.

"Wir fahren heut rauf zur Gamsleiten", verkündete Anton Fürholzer nach dem Frühstück. "Wenn wir uns ranhalten, haben wir bis zum Abend das Heu runtergebracht. Hast du uns schon eine Brotzeit zum Mitnehmen gerichtet, Ursel?"

Das Madel nickte und holte den großen Henkelkorb herbei.

"Zum Nachtmahl richte ich dann einen Erdäpfelsalat", sagte Ursel. "Gelt, du hast doch nix dagegen, Vater, wenn ich hernach auf einen Sprung zum Nachbarn geh?"

Der Bauer schmunzelte. "Geh nur, Madel, du hast ja deinen Schatz die ganze Woche lang net gesehen!"

Seit Weihnachten war Ursel mit Peter Anzenberger, dem Nachbarssohn, verlobt. Sie wollten im Herbst heiraten. Eigentlich hatte es schon immer festgestanden, dass aus den beiden einmal ein Paar werden sollte. Das war sozusagen beschlossene Sache zwischen dem Fürholzer und seinem alten Spezi Dominik Anzenberger.

Um seinen Ältesten machte sich Anton Fürholzer unterdessen Sorgen. Markus war der Hoferbe, und so allmählich wurde es Zeit, dass er sich nach einer Bäuerin umschaute.

Der Fürholzer nutzte die Gelegenheit, ein Wort mit seinem Sohn zu reden, nachdem das Gesinde hinausgegangen war.

"So langsam solltest du dich jetzt nach einer passenden Hochzeiterin umschauen, Markus", sagte er und klopfte seine Pfeife aus. "Alt genug bist du nun. Eine tüchtige junge Frau gehört auf den Hof, und ich möchte gern noch ein Enkelkindl auf dem Arm wiegen, bevor unser Herrgott mich von dieser Welt abberuft."

"Aber Vater, wie kannst du denn ans Sterben denken?", erwiderte Markus kopfschüttelnd. "Du bist doch erst sechsundfünfzig geworden."

"Keiner weiß, wann sein Stündlein schlägt, Bub. Deine Mutter war ja auch erst achtundvierzig, als sie starb. Mei, das ist jetzt schon bald acht Jahre her!"

Anton Fürholzer seufzte leise. Große Trauer hatte er nicht empfinden können, als seine Franzi gestorben war.

Seine große Jugendliebe war die Magdalen gewesen, ein bildschönes, aber bettelarmes Madl. Sein Vater hatte nichts davon hören wollen, dass er die Betteldirn heiraten wollte. Der Vater hatte ihn enterben und vom Hof jagen wollen, wenn er die Magdalen zur Frau nahm! Schließlich hatte sich Anton schweren Herzens dem Willen seines Vaters gebeugt und die Franzi geheiratet.

"Markus, tu mir den Gefallen und schau dich nach einer Hochzeiterin um!", sagte der Fürholzer jetzt aus seinen Gedanken heraus. "Und damit du es gleich weißt: Ich werd ganz gewiss net darauf schauen, wer und was das Madel ist, das du mir als Schwiegertochter ins Haus bringst. Aufs Geld brauchen wir net zu sehen, wir haben selbst genug. Die Hauptsache ist doch, dass ein Dirndl brav und anständig ist und dass es schaffen kann."

"Und die wahre Liebe muss es sein, Vater", fügte Markus ernst hinzu. "Für mich ist das nämlich das Wichtigste. Eben deswegen hab ich bisher noch net ans Heiraten gedacht, weil ich nämlich hier in Dobling keine einzige wüsste, die ich mir als meine Bäuerin vorstellen könnte."

"Es muss ja net gerade eine aus Dobling sein", brummte Anton. "Sieh dich doch ein bisserl um in der Gegend!"

"Das wird sich finden", erwiderte Markus leichthin und folgte dem Vater hinaus in den Hof.

Anton stieg auf den Wagen und griff nach den Zügeln.

"Schaust du nachher ein bisserl nach dem Rechten droben auf der Alm?", rief er Markus zu.

Die Kirner-Alm droben unterm

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