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Bevor es Weihnachten wird Roman von Hohlfeld, Kerstin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.10.2018
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Bevor es Weihnachten wird

Wenn Weihnachten vor der Tür steht, ist es Zeit, einander zu vergeben ... Das ganze Jahr über kann man seiner Familie recht gut aus dem Weg gehen, doch spätestens im Advent ist Schluss damit. Weihnachten ist ein Familienfest, ob man es will oder nicht. Sophia will es eher nicht. Denn Omas kalorienreiche Plätzchen, die kitschige Deko und der vorweihnachtliche Trubel passen einfach nicht zu ihrem Leben als Werbetexterin. Beim Kaffeetrinken am 1. Advent lässt Sophia daher alle spüren, dass sie eigentlich viel lieber woanders wäre. Ihre kleine Nichte Annabell nimmt sich das besonders zu Herzen. Als Sophia kurz vor Heiligabend plötzlich ganz alleine dasteht, wird ihr jedoch bewusst, wie sehr sie ihre Familie verletzt hat. Und dass sie der kleinen Annabell unbedingt zeigen muss, was an Weihnachten wirklich zählt! Warmherzig, winterlich, wundervoll – eine rührende Geschichte zur schönsten Zeit des Jahres Kerstin Hohlfeld, geboren 1965 in Magdeburg, studierte von 1985 bis 1991 Theologie in Naumburg und Berlin. Danach gründete sie eine Familie und verlegte sich aufs Schreiben. Sie hat bereits mehrere Romane veröffentlicht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 12.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843718004
    Verlag: Ullstein
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Bevor es Weihnachten wird

Kapitel 1

Über Nacht war Festtagsstimmung aufgekommen in Berlin mit allem, was dazugehörte - die Schaufenster der Läden bunt geschmückt, funkelnde Lichterketten, wo das Auge hinsah, glitzernde Tannenbäume und Weihnachtsmärkte, die nach Glühwein und gebrannten Mandeln dufteten. Ein paar Tage vor dem ersten Advent schmückte sich die Stadt, um schneidender Kälte unter einem winterlich grauen Himmel so viel Glanz wie möglich entgegenzusetzen.

Sophia eilte hinter ihren Kollegen her, die eine Viertelstunde vor ihr in die Mittagspause aufgebrochen waren. Sie hatte noch ein Telefonat zu Ende bringen müssen. Meller, der wichtigste Ansprechpartner des Auftraggebers, für den ihre Agentur gerade arbeitete, war ein sehr anspruchsvoller Mensch. Und er warf gerne im letzten Augenblick seine eigene Meinung über den Haufen. Sophia hatte ihre liebe Not, ihn bei Laune zu halten. So mancher unliebsame Anruf landete bei ihr, denn sie leitete seit ein paar Monaten das Team der Kreativen. Eine Aufgabe, die sie mit Stolz erfüllte, aber auch für eine gewisse Anspannung sorgte. Jetzt, kurz vor Abschluss der Kampagne, fühlte sie sich manchmal einfach nur noch geschafft. Und müde.

Prompt hatte Sophia heute Morgen verschlafen und war deshalb notdürftig geschminkt und ohne Frühstück aus dem Haus gestürmt. Sie hatte die Pause kaum erwarten können. Der Italiener, bei dem sie und ihre Kollegen gern ihren Lunch einnahmen, bot seine Speisen mittags als Büfett an. Sie liebte italienisches Essen wegen seiner Frische und Vielfalt. Schon bei dem Gedanken an den Duft von gebratenen Scampi lief Sophia das Wasser im Munde zusammen.

"Hiiiier, Sophia!" Melissa, die alle nur Mel nannten, winkte.

Ihre Kollegen hatten einen Tisch am Fenster mit Blick auf den Gendarmenmarkt besetzt und aßen bereits.

"Bestellt ihr mir ein Wasser mit, wenn der Kellner kommt?", bat Sophia. "Ich hole mir rasch mein Essen."

Wenig später nahm sie neben Mel Platz und wünschte ihren Kollegen einen guten Appetit.

"Dir auch", sagte Mel mit einem Nicken in Richtung von Sophias üppiger Mahlzeit. "Aber den hast du ja bereits, wie man sieht."

Die anderen drei lachten. Am lautesten wieherte Andrea, die gerade unter Einbeziehung der halben Agentur eine Diät durchzog, wie jeden Mittag ein paar Salatblätter auf ihrem Teller hin und her schob - ohne Öl natürlich - und dabei so tat, als wäre sie satt, während sie das Essen der anderen mit Blicken verschlang.

"Ich hab nicht gefrühstückt", nuschelte Sophia und spürte, dass sie errötete.

"Frühstück, was ist das?", fragte Mel. Und wieder lachten alle.

Sophia blieb der erste Bissen im Hals stecken.

"Nun hau schon rein!", sagte ihr Kollege Michael, zückte sein Handy und fotografierte sie. "Ich melde dich schon mal zum nächsten internationalen Wettessen an."

"Was soll das?", fauchte Sophia. Sie war sauer. "Das ist nicht mehr lustig!"

"Ist ja schon gut. Reg dich nicht auf!" Michael grinste und zuckte gelangweilt die Schultern. "Ich muss los. Guten Appetit allerseits." Einen letzten spöttischen Blick auf Sophias mit Gemüse, Fisch und Meeresfrüchten beladene Platte konnte er sich jedoch nicht verkneifen. Auf seinem Teller lag ein nur halb aufgegessenes Steak.

Die Frage, ob er wohl ebenfalls Diät hielt, schoss Sophia durch den Kopf. Sie legte die Gabel nieder.

"Ich verzieh mich auch", sagte der zweite Kollege am Tisch.

Die drei Frauen blieben allein.

Sophia nahm ihr Besteck wieder auf, pickte am Gemüse herum und zerschnitt einen Tintenfischring umständlich in vier Teile. In ihrem Magen saß plötzlich ein Kloß. Dabei hatte sie sich so auf die Mittagspause gefreut.

"In zwei Wochen ist Weihnachtsfeier", nahm Andrea einmal mehr ihr aktuelles Lieblingsthema auf. "Wetten, dass ich bis dahin locker in die 38 passe?"

"Und ich in die 34!", legte Mel nach.

"Du bist auch auf Diät?", fragte Sophia überrascht. Ihre Kol

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