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Blutpfad Irrwege zum Glück von Valentin, Emma (eBook)

  • Verlag: united p.c.
eBook (ePUB)
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Blutpfad

Celines Leben erschien ihr wie eine einzige Karussellfahrt. Sie folgte den Spuren zu ihrem Glück. Zwar fand sie ihre Berufung und wurde Richterin, doch tief in ihr steckte die Unersättlichkeit. Der Urinstinkt stellte sie vor eine schwere Wahl. Es gab einerseits die Überzeugung und den Status. Andererseits steckte in ihr die Gier. Sollte sie ihr wahres Ich bekämpfen? Oder als Richterin anderen Menschen redlich Hoffnung durch Gerechtigkeit geben? Besser doch den Weg einer mysteriösen Gesetzlosen nehmen? Die Alternative auf dem anderen Pfad böte tiefe Befriedigung. Sie war verrückt nach Glück.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 218
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783710333057
    Verlag: united p.c.
    Größe: 726kBytes
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Blutpfad

Kapitel 1
- Wirre Zeichen -

Celine war unglücklich. Sie stand mit einer betrübten Sicht auf ihr Leben wie vor einer Milchglasscheibe und wusste keinen Ausweg. Unruhe herrschte in ihr. Diffuse Ängste verstärkten ihre Sorgen. Sie litt stark und fuhr an jenem eisigen Morgen zur Arbeit. Zuerst ging alles gut. Routine leitet, solange man nicht besondere Achtsamkeit zeigen muss. Die Ampel vor ihr stand auf Grün. Sie würde wohl, ohne stoppen zu müssen, auch diese Kreuzung überqueren können. Doch der Fahrer vor ihr war übertrieben vorsichtig. Kaum war das Grün den Bruchteil einer Sekunde hinter dem Gelb verschwunden, bremste der Mann hart und ebenso war ihr Aufprall: hart und plötzlich. Celine hätte keine Chance gehabt, das Desaster zu verhindern. Schneematsch lag glitschig auf der Straße. Immerhin hatte sie versucht, noch zu bremsen. Doch der Abstand zum anderen Auto war zu gering gewesen. Ihr Wagen rutschte und blieb nicht stehen. Es knallte. Für einen Moment senkte sie den Kopf auf das Lenkrad, verharrte dumpf verwirrt. Sie schaute nach vorn, nicht etwa auf das andere Auto, sondern auf die rote Ampel, die das alles nichts anging, bevor sie auf Grün umschaltete - für die freie Fahrt, die ihr jetzt nicht mehr erlaubt war. Niemand kam auf sie zu. Der Scheibenwischer versuchte quietschend, im Sekundentakt klare Sicht zu schaffen. Selbst wenn das gegen den Nieselregen länger als einen Moment gelungen wäre, blieb es ihr verwehrt, eine klare Sicht in sich selbst zu finden. Im ersten lichten Moment stieg sie aus. Sie bewegte nun doch etwas, nämlich der Gedanke, vielleicht jemanden verletzt zu haben. Ein kleiner, alter Mann saß angeschnallt in seinem dunklen Mercedes.

"Rufen Sie die Polizei!", schrie er.

Celine hörte ihn durch die Scheibe so, wie sie ihre Gefühle bis zum Unfall wahrgenommen hatte. Erschrocken zog sie das Handy aus der Jackentasche, überlegte nicht lange und nach einer kurzen Weile eilte ein Polizeiauto herbei. Da wusste Celine schon, dass dem kleinen, alten Mann und seiner Frau nichts passiert war. Angespannt saßen und standen sie alle vor der Ampel, die immer wieder von Grün auf Gelb auf Rot und wieder auf Grün sprang. Andere Autofahrer fuhren neugierig und vorsichtig an ihnen vorbei. Niemand hatte angehalten, weil man keine Verletzten und auch keinen ernsthaften Crash sah. Die Kälte machte ihr nichts aus. Das Haar war nass. Celine zitterte. Das lag aber am Schrecken und nicht am Wetter an diesem kalten Wintermorgen.

Aus dem Polizeiwagen stiegen zwei Polizisten, einer davon war Oliver, ihr bester Freund. Mit kundigem Blick schaute er sich den Unfall an und eilte dann herbei, um ihr das Blut von der Stirn zu wischen, das Celine nicht bemerkt hatte. Aus der Tasche holte er aus einer Hülle ein sauberes, gefaltetes Taschentuch, drückte es auf seine Lippen, um es feucht zu machen, und wischte anschließend sachte das Blut weg. Er kam ihr wie ein Vater vor.

Für ihn war die Sache klar. Celine würde alle Schuld auf sich nehmen müssen. Nein, Papiere könne er nicht manipulieren. Damit müssten sie beide leben. Oliver war ihr bester Freund, sie hätte ihm nie abverlangt, für sie zu lügen und zu betrügen. Ihr Pech vor der Ampel wollte sie hinnehmen. Oliver hatte zwar Fürsorge gezeigt, doch in ihm war der korrekte Polizist stärker als ihr vertrauter Weggefährte. Es gab keinen Grund, die Schuld auf andere zu schieben. Dann wurde alles protokolliert; mit Fotos und Aussagen, mit Nachfragen und Unterschriften, mit Kopien der Ausweise. Oliver befahl den Beteiligten, die Straße zu räumen und die Autos an den Straßenrand zu fahren.

Wie spät war es geworden? Celine hatte sich plötzlich daran erinnert, einen wichtigen Termin zu haben. Oliver müsste ihr helfen. Knapp eine Viertelstunde hatte sie noch Zeit, um in ihrer schwarzen Robe ruhig und nüchtern vor dem Angeklagten zu sitzen und das Urteil zu sprechen. Zwei ganze

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