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Bratapfel am Meer Romantischer Winterroman von Barns, Anne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.09.2019
  • Verlag: MIRA Taschenbuch
eBook (ePUB)
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Bratapfel am Meer

"Bring meine Kette zurück zu meiner großen Liebe, nach Juist!" Nur wenige Stunden vor ihrem Tod hat Caros Patientin ihr dieses Versprechen abgenommen. Nun steht Caro auf dem Klinikflur, der ihr alltäglicher Arbeitsplatz ist, und hält Elfriedes kunstvoll gearbeitete Perlenkette in den Händen. Sie spürt, dass dieses Schmuckstück ein ganz besonderes Geheimnis birgt, und beschließt, zum Jahreswechsel auf die kleine Nordseeinsel Juist zu fahren. So kann sie Elfriedes Wunsch erfüllen und sich, bei eisigem Wind und rauer Brandung vor den Fenstern, mit heißem Apfelpunsch die kleine Auszeit nehmen, nach der sie sich schon lange sehnt. "Ich habe sehnsüchtig auf das neue Buch von Anne Barns gewartet und wurde nicht enttäuscht." Leserstimme auf Amazon "Ein wunderschöner Roman, der mich zum Lachen und Weinen gebracht hat." Leserstimme auf Lovelybooks über "Apfelkuchen am Meer" Anne Barns ist ein Pseudonym der Autorin Andrea Russo. Sie hat vor einigen Jahren ihren Beruf als Lehrerin aufgegeben, um sich ganz auf ihre Bücher konzentrieren zu können. Sie liebt Lesen, Kuchen und das Meer. Zum Schreiben zieht sie sich am liebsten auf eine Insel zurück, wenn möglich in die Nähe einer guten Bäckerei.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 16.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783745750379
    Verlag: MIRA Taschenbuch
    Serie: Mira Taschenbuch 37
    Größe: 4001 kBytes
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Bratapfel am Meer

1. Kapitel

Es gibt Dinge, die ich für immer mit meiner Großmutter verbinden werde. Sie war es, die mir Radfahren beigebracht hat. Von ihr habe ich gelernt, wie man Kirschen entkernt. Und sie hat mir gezeigt, wie man den weltbesten aller Stollen backt, ohne Hefe, ohne Gehzeiten, und er schmeckt sofort nach dem Backen.

Ich schütte Zitronat und Orangeat in den Mixer, gebe zwei Eier dazu und püriere alles zu einer homogenen Masse. Im Originalrezept werden die kandierten Zitrusschalen in gehackter Form zum Teig gegeben. Aber als Kind mochte ich es gar nicht, auf die relativ festen kleinen Teilchen zu beißen. Deswegen hat Oma immer den kleinen Kniff angewendet, sie vorher zu pürieren. Genau wie die Zwiebeln, die sie so in die Fleischklopse gemogelt hat, denke ich, und ein Lächeln huscht über mein Gesicht.

Seit heute Nachmittag läuft der Backofen auf Hochtouren. Die Küche sieht aus wie ein Schlachtfeld. Etliche Schüsseln, Löffel, Messbecher, leere Eierschachteln, halb volle Mehl- und Zuckerpackungen, leere Backpulvertüten und andere Verpackungsreste stapeln sich auf der Arbeitsplatte. Eine Mehlspur verläuft vom Küchentisch über den Fußboden bis zur Spüle. Und an den Fliesen kleben Teigspritzer. Wie ich das wieder geschafft habe, weiß ich nicht.

Egal, denke ich und schütte die Eiermischung in die Schüssel mit den restlichen Zutaten. Das Geschirr kann warten, das Leben nicht! So steht es auf dem Blechschild, das ich letztens in einem kleinen Geschenkladen entdeckt habe und unbedingt kaufen musste. Jetzt hat es einen Ehrenplatz, dort, wo bis vor sechs Monaten noch Jörns Smoothie-Maker stand. Beide gehören mittlerweile der Vergangenheit an. Ein kleiner Stich fährt durch mein Herz. Es wird noch eine Weile dauern, bis ich endgültig darüber hinweg bin. Aber immerhin breche ich inzwischen nicht mehr unkontrolliert in Tränen aus. Ich straffe die Schultern. Positiv denken, Caro. Das Single-Dasein hat auch seine Vorteile. Und außerdem steckt in jeder Krise auch eine Chance, wie man so schön sagt. Noch einmal schaue ich auf das Blechschild, nehme mir felsenfest vor, mich nie wieder auf einen Mann mit Ordnungstick einzulassen, und greife genussvoll mit beiden Händen in den Teig.

Beim Kneten beobachte ich die dicken Schneeflocken, die schon seit heute Morgen schwerfällig vom Himmel fallen. Auf den Straßen liegt zentimeterhoch Schnee. Irgendwo in der Nähe schippt ein Nachbar die Straße. Ein Geräusch, das man die letzten Tage häufiger hört. Gut, dass ich erst im neuen Jahr wieder mit Schippen dran bin, denke ich. Und dass ich unbedingt jemanden finden muss, der das für mich erledigt, wenn ich Frühdienst habe.

Im Wohnzimmer, das sich direkt an die offene Küche anschließt, läuft meine Weihnachtsplaylist. Gerade im Moment höre ich meine Lieblingsversion von "Ave Maria". Wie immer breitet sich dabei eine wohlige Gänsehaut auf meinem Körper aus. Ich weiß nicht, warum, aber irgendwie berührt mich der Song ganz besonders, wenn Nina Hagen ihn mit ihrer tiefen und ganz speziellen Stimme singt.

Da der Teig noch zu feucht ist, schütte ich etwas Mehl dazu. Schließlich knete ich Haselnüsse und Datteln unter, fülle die Masse in eine Stollenform und stelle sie in den Ofen.

Ich wische mir die Hände ab, lasse mich auf einen der Küchenstühle sinken und schaue zur Uhr. Kurz vor sieben, jeden Moment müsste Jörn hier auftauchen, um mir Einstein zu bringen. Kaum habe ich den Gedanken zu Ende gedacht, klingelt es zweimal ganz kurz hintereinander. Ich atme tief ein, zähle bis fünf, und prompt klingelt es zum dritten Mal. Manche Dinge ändern sich nie. Geduld war noch nie Jörns Stärke. Ich stehe auf, öffne die Tür und warte.

"Da bist du ja, du alter Ganove." Mein Herz geht auf, als der Bobtail die Treppe herauf- und auf mich zugestürmt kommt. Er wackelt vor Freude mit dem ganzen Körper und springt an mir hoch. "Unten bleiben", schimpfe ich. "Du bist ganz nass." Ich schnappe nach dem H

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