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Bubenspitzle im Angebot Roman von Flegel, Sissi (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.12.2015
  • Verlag: Silberburg-Verlag
eBook (ePUB)
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Bubenspitzle im Angebot

Drei Frauen und ein Mann in seinem zweiten Frühling, den der Hafer sticht. Das sind die Zutaten für Sissi Flegels heitere Beziehungskomödie. Nina ist Biologin und mit ihrem Job in der Stuttgarter Wilhelma und ihrer Familie voll ausgelastet. Doch ihr Mann benimmt sich plötzlich sonderbar. Was Alex da aus dem Gartenhäusle im Remstal macht, sieht verdächtig nach Liebesnest aus. Und was hat er nur alleine auf der Insel Mainau vor? Marie hingegen, Mitte fünfzig und Autorin süffiger Liebesromane, fühlt sich endlich reif für die Ehe. Den geeigneten Mann dafür gilt es allerdings erst noch zu finden. Wie sie sich auf die Suche macht und was sie dabei erlebt, macht sie kurzerhand zum Thema ihrer Kolumne, die regelmäßig in einer Frauenzeitschrift erscheint. Dass beide Frauen mehr miteinander zu tun haben werden, als ihnen vielleicht lieb ist, stellt sich in dieser beschwingten Komödie erst nach einigen turbulenten Wirrungen heraus. Und dann tritt auch noch Linda auf den Plan, bevor es zum Showdown am Bodensee kommt. Sissi Flegel, in Schwäbisch Hall geboren, arbeitete als Lehrerin und Lehrerausbilderin, bevor sie sich voll und ganz ihrer großen Leidenschaft widmete: dem Schreiben. Sie veröffentlichte zahlreiche Romane für Kinder und Jugendliche, wofür sie Preise und Auszeichnungen erhielt. Seit einigen Jahren schreibt sie auch Unterhaltungsliteratur für Frauen. Die Autorin lebt in der Nähe von Stuttgart, ist verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 30.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842517127
    Verlag: Silberburg-Verlag
    Größe: 1280 kBytes
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Bubenspitzle im Angebot

1. Kapitel

Im Rom der Cäsaren interessierte sich das Publikum hauptsächlich dafür, ob der Gladiator im Circus Maximus von der wilden Bestie zerrissen wurde oder wider Erwarten mit dem Leben davonkam, was den Zuschauern gründlich den Spaß verdarb.

Das mal vorab.

Heute, Gerd Siemoneit-Barum behauptet das und ich glaube ihm auch, achtet und respektiert der Dompteur die Raubkatzen in der Manege seines Zirkus', allerdings bin ich der Meinung, dass sich in der Manege des Leben zwischen früher und heute so gut wie nichts geändert hat, egal, wie friedlich wir uns auch nach außen hin geben.

Ich weiß, wovon ich rede.

Zum Beispiel hatte ich an diesem Frühlingsmorgen schon den Kaffeetisch gedeckt, Brezeln und Wecken aufgebacken, frische Erdbeermarmelade, Wurst und Käse, Obst sowie zwei weichgekochte Eier auf den Tisch gestellt und wartete nun auf meinen Mann. Der Wirtschaftsteil der Tageszeitung lag neben seinem Teller, ich nippte am Orangensaft und las gerade den ersten Satz des Leitartikels, als Alex in die Küche stürmte, sich auf den Stuhl und einen bunten Katalog neben die Tasse fallen ließ.

"Schatz, wir machen eine Reise!"

Es spielt keine Rolle, ob ich zwölf Stunden am Stück geschlafen habe; morgens brauche ich meine Ruhe. Ich komme nicht so schnell in die Gänge und hasse es, mit nüchternem Magen weitreichende Entscheidungen treffen zu müssen.

"Wirklich?" Ich reichte Alex die Butter.

"Nina! Jetzt, wo ich wieder gesund bin, berste ich vor Energie! Ich finde, wir sollten unsere Tage genießen! Was hältst du von Neuseeland? Da wollte ich schon immer mal hin. Oder wie wäre es mit der Südsee? Baden, Schnorcheln, Wasserski! Und abends einen Drink mit Blick aufs perlmuttfarbene Meer!"

Wenn Alex poetische Wörter benutzt, werde ich wachsam. "So weit weg ...", murmelte ich.

"Je weiter, desto besser!" Er strich Leberwurst auf die untere Hälfte des Laugenweckles.

"Zuerst dachte ich ja an Ägypten, aber ich finde, das Land kann warten. Das nehmen wir uns vor, wenn wir nicht mehr so gut zu Fuß sind. Nina, wo sind die Radieschen?"

"Stehen direkt vor deiner Tasse."

"Hab ich gar nicht gesehen. Jedenfalls ... es bleibt also bei Neuseeland? Oder wäre dir die Südsee lieber? Sag's, und ich buche die Reise. Ich dachte an Juni, spätestens Juli."

"Müssen wir das gleich entscheiden? Du weißt, dass ich morgens nicht so schnell denke."

"Aber genau deshalb frage ich dich doch jetzt!", rief er.

Ich schnappte nach Luft. "Du gemeiner Tiger!"

Er lachte und schlug dem Ei den Kopf ab.

Tiger sind Einzelgänger. Sie bewegen sich in bewaldeten Gegenden mit dichtem Unterholz, pirschen sich lautlos in die Nähe ihres Opfers und greifen immer - immer! - aus dem Hinterhalt an. Genau wie Alex, mein Mann. Er wartet einen günstigen Zeitpunkt ab, überfällt mich mit einem Vorschlag, und bevor ich noch weiß, wie mir geschieht, hat er die Entscheidung getroffen - natürlich mit meiner Billigung, wie er meint.

"Schottland."

"Wie?"

"Die Reise geht nach Schottland." Meine Stimme war laut und fest. "Im Juni."

"Da regnet es, und kalt ist es auch. Warum also Schottland?"

"Ich wollte schon immer mal eine Whisky-Brennerei besuchen. Man trinkt dort lauwarmen Whisky."

"Du kippst doch keine scharfen Schnäpse!"

"Vielleicht finde ich Gefallen daran?" Endlich war ich wach geworden. "Die Hebriden wären auch nicht schlecht. Da tosen die Wogen nur so gegen die Felsen. Muss echt dramatisch aussehen, Alex. Diesen Anblick solltest du dir gönnen, bevor du zu feige für eine Bootsfahrt durch stürmisches Gewässer bist."

"Nina, du spinnst", sagte er kurz und bündig und widmete sich endlich dem Wirtschaftsteil.

Während er las, beobachtete ich den Mann, mit dem ich seit 27 Jahren verheiratet war. Seine Haare und die buschigen Augenbrauen waren grau geworden, aber Nase und Kinn waren markant wie eh und je.

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