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Caesar Roman von Haefs, Gisbert (eBook)

  • Verlag: Heyne
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Caesar

Der neue große Roman von Gisbert Haefs, dem herausragenden Erzähler der antiken Welt Das Ende der römischen Republik steht bevor. Inmitten der blutigen Wirren wird der Krieger Quintus Aurelius von Cicero und anderen Politikern gezwungen, Gaius Julius Caesar auszuspionieren. Wie kann dieser Machtbesessene gestoppt werden - oder sollte man es gar nicht versuchen? Gisbert Haefs versteht es mit seinen Erfolgsromanen auf virtuose Weise, die Antike faszinierend lebendig werden zu lassen. Im Winter 53/52 v. Chr. nimmt das Ende der römischen Republik seinen Anfang. Während sich die Senatsaristokratie immer mehr vom Volk entfernt, bestimmen Bandenkämpfe und politische Morde das tägliche Leben Roms. In Gallien wird Gaius Julius Caesar mit jedem Beutezug reicher und damit mächtiger - zu mächtig in den Augen des Senats. Cicero und andere römische Politiker zwingen den ehemaligen Krieger Quintus Aurelius mit unsauberen Mitteln, sich als Feldkoch Caesars zu verdingen und ihn für den Senat auszuspionieren. Immer wieder trifft er dabei in Rom, in Gallien, in Ägypten auf die hinreißende Kalypso, eine ebenso gebildete wie gerissene Hetäre, mit der ihn bald eine bittersüße Liebschaft verbindet. Und während sich die römischen Machtkämpfe ihrem Höhepunkt nähern, fragen sich Kalypso und Aurelius immer mehr: Was sind wirklich Caesars Ziele? Und ganz gleich, wie sie aussehen mögen - wäre nicht alles andere besser als eine Verlängerung des blutigen Todeskampfes der verrotteten Republik? Gisbert Haefs, 1950 in Wachtendonk am Niederrhein geboren, lebt und schreibt in Bonn. Als Übersetzer und Herausgeber ist er unter anderem für die neuen Werkausgaben von Ambrose Bierce, Rudyard Kipling und Jorge Luis Borges zuständig. Zu eigenem schriftstellerischen Erfolg gelangte er nicht nur durch seine Kriminalromane, sondern auch durch seine farbenprächtigen historischen Werke "Hannibal", "Alexander" und "Troja". Mit "Raja" hat Gisbert Haefs ein grandioses Werk vorgelegt, das einmal mehr seinen Ruf als Meister des historischen Romans bestätigt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 512
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641101077
    Verlag: Heyne
    Größe: 2347 kBytes
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Caesar

G eduldete Gäste sollten keine Forderungen stellen, sondern den Wünschen der Gastgeber nachkommen. Ich war nicht mittellos, als ich hier eintraf, doch würde das karge Vermögen keinesfalls für eine solche Unterkunft reichen. Ein geräumiges Haus, zwei Dienerinnen, Brot und Wein, dazu Bücher und Papyros und der weite Blick über die grüne Hochebene - können Flüchtlinge mehr erhoffen? Die Herren der Festung, die in den Hügeln am Rande der Hochebene die Nordgrenze hütet, versorgen mich mit allem, dessen ich bedarf; dafür erwarten sie nichts als Aufzeichnungen, Berichte über den Feind im Westen. Zunächst jedenfalls; wer weiß, was geschieht, wenn die Aufzeichnungen abgeschlossen sind oder nicht den Wünschen genügen?

Berichte über den Feind, seine wichtigsten Männer, die großen Einrichtungen, die Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte, die unveränderlichen Grundlagen. So will ich, o ihr Herren der Festung, all das aufschreiben, was mir wesentlich erscheint - Dinge, die lange vor meiner Zeit geschahen, und anderes, was ich miterlebt habe.

Beginnen sollte ich wohl mit einem Ende, dem Ende des Kriegs gegen Hannibal. Er brachte Rom Sieg und Unheil. Iberien, im Krieg erobert, kam nie zur Ruhe; Makedonien, im Krieg mit den Puniern verbündet, wurde in mehreren Feldzügen niedergeworfen; das große Reich der Seleukiden, deren Herrscher Antiochos dem Hannibal Zuflucht gewährte, wurde besiegt und entkräftet; im Dritten Punischen Krieg schließlich wurde Karchedon, das die Römer Karthago nannten, völlig zerstört, im selben Jahr auch das ehrwürdige Korinth, und in diesen Städten starb fast eine Million Menschen durch römisches Schwert und Feuer. In den durch Hannibals Heer, aber fast schlimmer durch römische Strafzüge verwüsteten Landen Italiens wurden zahlreiche römische Kolonien gegründet, und da viele Bauern als Soldaten gestorben waren, geriet immer mehr Boden in die Hände großer Grundherren, die ihn von Sklaven bearbeiten ließen. Dies geschah auch mit Bauernlanden, deren Besitzer den Krieg überlebten, die aber wegen ihres langen Waffendienstes den Boden nicht hatten bestellen können.

Hinzu kam, daß nun billiges Getreide aus Sizilien, Sardinien und Afrika eingeführt wurde, so daß der Getreideanbau zumindest in den küstennahen Gebieten sich nicht mehr lohnte. Wo guter Boden verfügbar war, pflanzte man daher statt Getreide Weinstöcke und Ölbäume an - die nicht bald Erträge bringen konnten. Zu ihrer Nutzung waren viel Geld und noch mehr Zeit nötig, und beides besaßen die kleinen Bauern nicht. Daher wurden immer mehr Ländereien immer billiger verkauft und im Auftrag der Reichen von Sklaven bearbeitet.

Diese erhielten keinen Lohn, was die Erzeugnisse billig machte, was weitere Bauern, die nicht so billig arbeiten konnten, zum Aufgeben und zur Flucht ins Elend der Städte zwang, in denen Getreide für immer mehr arbeitslose Menschen unerschwinglich wurde.

Gewinner waren die Ritter: Männer, die über ein Vermögen von mindestens vierhunderttausend Sesterzen verfügten und es sich leisten konnten, zum Kriegsdienst ein eigenes Pferd mitzubringen. Kurz vor dem Krieg gegen Hannibal hatte man beschlossen, daß Senatoren sich nicht mit Geschäften, vor allem nicht mit dem Fernhandel, abgeben sollten. Eigentlich war dies eine kluge Entscheidung; man wollte sicherstellen, daß jene, die über Krieg und Frieden bestimmten, ihre Beschlüsse im Sinne des Gemeinwohls fällten, ohne an eigene Vorteile zu denken.

Während des langen, furchtbaren Krieges konnten die Legionen sich nicht im Winter auflösen und sich im Sommer dann weitgehend selbst versorgen, dazu waren es zu viele, und sie waren über allzu große Gebiete verstreut. Die Soldaten mußten ausgerüstet und genährt werden; hierzu waren Heeresversorger nötig, und dies mußten Leute mit Vermögen sein. Da die Senatoren nicht in Frage kamen, übertrug man diese Aufgaben Männern aus dem Ritterstand. Sie machten ungeheure Gewinn

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