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Das Blut der Pikten - Feuersturm Roman von Bauer, Matthias (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.02.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Das Blut der Pikten - Feuersturm

Der große Krieger Kineth und seine Pikten sind von Grönland nach Schottland aufgebrochen, um ihr Volk zu retten. Um eine alte Prophezeiung zu erfüllen, haben die alte Festung Burghead erobert. Als sie in den Krieg zwischen dem britannischen König Æthelstan und dem schottischen König Konstantin mit seinen Wikingerhorden hineingezogen werden, müssen sich die Mannen in Kampf und Hinterhalt, zwischen Intrigen und Täuschung bewähren. Das Schicksal der letzten Pikten entscheidet sich inmitten der größten Schlacht, die je auf britannischem Boden stattgefunden hat ...

Bastian Zach wurde 1973 in Leoben geboren und arbeitete für verschiedene Werbe- & Multimedia-Agenturen in Wien.
Matthias Bauer wurde 1973 in Lienz geboren und war im Tiroler Verlags- und Ausstellungsbereich tätig. Zusammen schreiben sie als Zach/Bauer Romane (unter anderem die "Morbus Dei"-Trilogie) und Drehbücher, zuletzt zum internationalen Blockbuster "Northmen - A Viking Saga". Mit dem großen Epos "Das Blut der Pikten" erwecken sie die Welt der Wikinger zum Leben,

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 624
    Erscheinungsdatum: 12.02.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641218225
    Verlag: Heyne
    Serie: Die Pikten-Saga .2
    Größe: 3424 kBytes
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Das Blut der Pikten - Feuersturm

Das rhythmische Stampfen der Hufe ließ Harold wie in Trance dahinreiten.

Er liebte dieses Gefühl, wenn er eins war mit seinem Pferd, eins war mit dem Wald, durch den er ritt, eins mit der Welt, die ihn umgab - und die während seiner dreißig Lenze besser zu ihm gewesen war als zu den meisten seiner Landsleute. Er hatte eigentlich immer genug zu essen gehabt, sein Weib war eine arbeitsame, gottesfürchtige Schönheit, und von seinen sechs Kindern hatten immerhin vier die ersten zehn Winter überlebt. Und so wusste Harold, dass der Herr zeit seines Lebens seine schützende Hand über ihn gelegt hatte.

Was er nicht wusste, war, dass der Herr am heutigen Tag anderweitig beschäftigt war und keine Zeit haben würde, ihn zu beschützen. Aber Harold würde dies in Kürze schmerzlich erfahren.

Sein Ziel war die Festung von Torridun, hoch oben im Norden Albas, jenem unwegsamen Gebiet, das einst von den Völkern mit den blauen Bemalungen in der Haut beherrscht wurde und in dem erst seit knapp einhundert Jahren Frieden und Recht herrschten. Harolds Aufgabe als Kurier war das Überbringen einer Nachricht von König Konstantin, Herrscher über Alba, an dessen Neffen Máel Coluim. Dieser residierte wie jedes Jahr kurz vor Einbruch des Winters in dieser Festung, um dem dortigen Fürsten die Macht und Präsenz seines Onkels zu vergegenwärtigen. Denn sonst vergaßen die Grafen und Aldermannen 1 allzu schnell, wo ihre Gefolgschaft lag, das wusste Harold.

1 Englisch: Ealdorman, Earl. Adelstitel. Die "Earldormen" oder "Aldermannen" standen im angelsächsischen Britannien an der Spitze einer Grafschaft und verfügten über persönliche, in ihrem Sold stehende Kämpfer.

Doch dies bedeutete nicht, dass er die Strecke im wilden Galopp nahm. In der Ruhe lag die Kraft, da war er sich sicher, und daher war Harold dafür bekannt, nicht der schnellste Bote, aber der zuverlässigste zu sein. Denn von dieser Zuverlässigkeit hing sein Leben ab. Also mied er Straßen ob der hiesigen Wegelagerer, und er wusste, wann es besser war, eine Münze springen zu lassen, statt mit dem Siegel des Königs zu drohen. So ritt er seit Jahren durchs Land, hatte in dem einen Dorf Freunde, mit denen er sich betrank, in dem anderen Dorf ein Liebchen, das ihn verwöhnte. Das Leben meinte es gut mit ihm.

Das Knacken eines Astes riss den Kurier aus seinen Gedanken. War da ein Tier? Ein Bauer, der Holz sammelte?

Mit einem Mal stieg Harold der stechende Geruch von verkohltem Holz in die Nase, als ob er von Dutzenden Lagerfeuern umgeben war. Nun war der Kurier hellwach. Kein Lagerfeuer der Welt würde so einen alles durchdringenden Gestank erzeugen - hier brannte etwas Größeres ...

Harold zügelte sein Pferd, bis es stand, legte die Hand auf den Griff seines Schwerts und sah sich um. Rings um ihn ragten braunrote Waldkiefern empor. Ihre Wurzeln versanken in dem mit Moos bedeckten Boden, der ob des morgendlichen Regens, der erst vor Kurzem aufgehört hatte, immer noch dampfte. Alles schien friedlich zu sein.

Trotzdem keimte in Harold ein beklemmendes Gefühl auf, bemächtigte sich rasch seines gesamten Körpers. Sein Atem beschleunigte sich, Schweiß trat ihm auf die Stirn. Sein Blick schnellte hektisch zwischen den Bäumen hin und her.

Mit festem Griff nahm Harold die Zügel in die Hand und wollte seinem Pferd gerade in die Flanken schlagen, als er aus dem Augenwinkel wahrnahm, wie eine absonderliche, mit Laub und Ästen bestückte Gestalt auf ihn zusprang.

Er wurde vom Pferd gerissen, schlug hart auf dem weichen Boden auf. Wirre Eindrücke prasselten auf ihn ein.

Das Geschrei von Kriegern -

Eine Gestalt - eine Frau? -, die sich über ihn beugte -

Ein Schwertgriff, der rasch näher kam -

Ein dumpfer Schlag.

Eine kleine Flamme züngelte auf der verkohlten Oberfläche eines Holzbalkens, reckte sich in den grauen Himmel. Erst in der Nacht zuvor war sie zum

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