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Das Echo unserer Träume Roman von Ashcroft, Jenny (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.11.2018
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Das Echo unserer Träume

Singapur 1897: Die Zwillingsschwestern Harriet und Mae leben auf dem Anwesen des strengen David Keeley, der eine von beiden zur Frau nehmen soll. Während Mae versucht, dem Hausherren zu gefallen, möchte Harriet ihr eigenes Leben führen. Doch als sie sich in den wohlhabenden Alexander Blake verliebt, führen Davids Eifersucht und Maes Schmerz zu einer furchtbaren Tragödie ...
London 1941: Die junge Ivy Harcourt wird vom britischen Geheimdienst ins kriegszerrüttete Singapur versetzt. Sie kann nicht ahnen, dass sie auf der fernen Insel nicht nur die Liebe finden, sondern auch auf ein erschütterndes Geheimnis aus dem Leben ihrer Großmutter Mae stoßen wird.

Jenny Ashcroft, 1980 in England geboren, verbindet in ihren Romanen ihre Leidenschaft für exotische Schauplätze und Historie. Sie studierte Geschichte in Oxford und lebte und arbeitete viele Jahre in Asien und Australien. Heute wohnt sie mit ihrem Mann und drei Kindern in Brighton.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 624
    Erscheinungsdatum: 19.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641227999
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: Island in the East
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Das Echo unserer Träume

1. K APITEL

London, Januar 1940

Ivy blieb vor der Tür des Wartezimmers stehen und holte tief Luft. Ihr Blick ging zu ihren Arbeitsschuhen auf dem Linoleum des Krankenhauses und den an den Knöcheln Falten werfenden Nylonstrümpfen. Du schaffst das . Sie strich die Jacke ihrer Navy-Uniform glatt und trat ein.

Im Wartezimmer war es still. An einer Eichentür am anderen Ende des Raums hing ein Messingschild mit der Aufschrift DOCTOR MICHAEL GREGORY, MBCHB, MD, CCT, FRCPSYCH . Abgewetzte gepolsterte Stühle standen an zwei der anderen Wände aufgereiht, ein Schreibtisch an der dritten. Ein Empfangsfräulein, etwa so alt wie Ivy - also noch keine Mitte zwanzig -, saß dort. Sie hatte ein zerfleddertes Time Magazine vor sich und eine Zigarette in der Hand.

Sie schaute lächelnd zu Ivy hoch. "Hallo."

"Hallo. Ivy Harcourt. Ich habe einen Termin bei Doctor Gregory."

"Ja, natürlich." Das Empfangsfräulein deutete mit ihrer Zigarette auf die Eichentür. "Es wird nicht mehr lange dauern. Er spricht noch mit einem Matrosen, der gerade vom Mittelmeer zurück ist. Nehmen Sie Platz."

Ivy setzte sich auf den nächstbesten Stuhl und merkte, wie dessen Federn knarzten. Sie schlug die Beine übereinander und stellte sie gleich danach wieder parallel nebeneinander.

Das Empfangsfräulein musterte sie neugierig. "Eine Tasse Tee?"

"Nein danke", sagte Ivy.

"Kakao?"

"Nein, sehr freundlich."

"Dann Kaffee? Wir haben Camp."

Ivy schüttelte den Kopf. "Vielen Dank." Sie konnte sich nicht vorstellen, irgendetwas zu trinken.

Die junge Frau taxierte sie weiter. "Geht es Ihnen gut?", fragte sie schließlich.

"Anscheinend nicht." Ivy lachte gezwungen. Es klang schrecklich nervös. "Ich schätze, deshalb bin ich hier."

Das Empfangsfräulein wollte offensichtlich noch mehr sagen, doch da ging die Eichentür auf. Ein blasser Junge in weißer Matrosenuniform schlich gesenkten Hauptes heraus. Ein anderer Mann folgte ihm. Doctor Gregory, schloss Ivy aus seinem Tweedanzug und dem souveränen Auftreten. Er trug eine Brille und ein knallrotes Taschentuch in der Brusttasche. Ivy fragte sich, wie oft er das wohl seinen Patienten anbot.

Er drehte sich zu ihr. Seine Augen blickten freundlich.

"Officer Harcourt", sagte er, "kommen Sie herein."

Das Sprechzimmer war klein und wurde von einem Gasofen beheizt. Es gab darin einen Schreibtisch aus Mahagoni, zwei gepolsterte Stühle und ein einziges Fenster, das kreuz und quer mit braunem Klebeband bedeckt war, damit es bei einem Bombenangriff nicht zersplitterte. Auf dem Linoleumboden lag ein Teppich, und eine Vase mit Plastikblumen stand auf dem Schreibtisch. Jemand hatte versucht, den Raum ein wenig gemütlich zu machen.

Doctor Gregory ließ Ivy auf einem der Stühle Platz nehmen und setzte sich selbst auf den anderen. Er streckte den Arm aus und angelte sich eine Akte und auch seine Pfeife vom Tisch. Ob es sie störe, wenn er rauche. (Das tat es nicht.)

"Nun denn", sagte er. "Sie haben ja einiges hinter sich."

Ivy räusperte sich. "Mir ..." Ihre Stimme versagte. Sie setzte erneut an. "Mir geht es gut."

"Ihre Rippen bereiten Ihnen keine Schmerzen mehr?"

"Nein."

"Auch keine Atembeschwerden mehr?" Demonstrativ vertiefte er sich in ihre Akte. Ivy dachte sich, dass er das ihr zuliebe tat, damit es weniger so aussah, als wüsste er ohnehin bereits alles über sie. "Sie hatten eine hässliche Infektion wegen des Staubs", sagte er. "Ich lese hier, dass Sie neun Stunden lang verschüt

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