text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Das Ende meiner Welt Roman von Norman, Charity (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.02.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Das Ende meiner Welt

Beim Backpacken in Neuseeland steigt die Studentin Cassy in ein Auto voller lächelnder Fremder - und landet im Paradies: in Gethsemane, einer Selbstversorger-Gemeinschaft am idyllischen Lake Tarawera. Hier führen die Leute ein nachhaltiges Leben, und alle sind zutiefst glücklich. Cassy lässt sich immer mehr auf die Gemeinschaft ein und entfernt sich dabei Stück für Stück von ihrem alten Leben. Als ihre Familie bemerkt, dass sie Cassy an eine zerstörerische Sekte zu verlieren droht, ist es bereits zu spät ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 543
    Erscheinungsdatum: 23.02.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732550081
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: See You in September
    Größe: 972 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Das Ende meiner Welt

EINS

Diana

Juli 2010

Die letzten Minuten in Cassys Zimmer waren eine so kostbare Erinnerung. Nicht mehr lange, dann würden sie sie zum Flughafen fahren. Aber es herrschte keine gedrückte Stimmung, schließlich fuhr sie nur in die Ferien. Sie würde zurück sein, ehe sie es sich versahen.

Diana hörte Gelächter und steckte den Kopf durch die Tür. Da waren sie, ihre beiden Töchter, die eine einundzwanzig, die andere fünfzehn, beide größer als ihre Mutter. Cassy hatte alles, was sie mitnehmen wollte, auf den Fußboden geworfen und versuchte jetzt, das ganze Zeug in ihren Rucksack zu stopfen. Tara lag auf dem Bett, die dunklen Haare wie ein Fächer auf dem Kissen ausgebreitet, und hörte Musik aus ihrem Smartphone. Für Diana hörte es sich blechern und sinnfrei an, aber über Geschmack ließ sich bekanntlich nicht streiten.

"Mum", rief Tara, "sag ihr um Himmels willen, dass sie viel zu viele Socken mitnimmt!"

Diana setzte sich auf die Bettkante und warf einen flüchtigen Blick auf ihr Spiegelbild, das ihr ein gerötetes Gesicht und einen grauen Haaransatz zeigte. Ungepflegt , dachte sie ohne Bedauern. Man kann es nicht anders nennen . Egal. Wenn es sein musste, konnte sie sich immer noch aufbrezeln.

Tara setzte sich auf und tat so, als hielte sie mit beiden Händen einen Kochlöffel und rühre in einem Kessel um. "Wann werden wir drei uns wiedersehen?", krächzte sie mit Hexenstimme. "Bei Donner, Blitz ..."

"Am 3. September", fiel Cassy ihr ins Wort. Sie bückte sich und zog drei Paar Socken aus ihrem Rucksack. "Der Flieger landet vierundzwanzig Stunden vor Imogens Trauung."

"Ich finde, das ist ganz schön knapp", bemerkte Diana.

"Ja, das sagt Imogen auch. Sie ist ganz besessen von dieser Hochzeit. Von dem armen Jack redet sie überhaupt nicht. Als ob er bloß eine Randfigur wäre."

"So schlimm ist es bestimmt nicht."

Cassy zog eine Schnute. "Sie sagt, ich darf auf keinen Fall schön braun werden."

"Das ist nicht dein Ernst!" Tara schnappte nach Luft. "Dieses Brautmonster!"

"Du sagst es. Sie will keine sonnengebräunte Göttin als Brautjungfer neben sich haben, weil sie sonst so käsig aussieht."

"Sag ihr, sie soll so tun, als ob. Sich irgendwas ins Gesicht schmieren. Sie wird ihr ganzes Eheleben lang so tun als ob." Tara zog vielsagend die Brauen hoch.

Diana gab sich schockiert, aber ihre Töchter machten sich über sie lustig. "Wir haben 2010, Mum, nicht 1810!" Wenn die beiden sich verbündeten, waren sie ein fantastisches Team.

"Hab ich dir die Kleider der Brautjungfern schon gezeigt?", fragte Cassy. "Grauenvoll! Warte mal." Sie griff zu ihrem Handy und wischte durch die Fotos, bis sie das richtige gefunden hatte: Das Kleid war ein grelllila Albtraum mit Puffärmeln.

"Nicht gut", stöhnte Tara und schirmte ihre Augen ab. "Gar nicht gut! Oje, oje, oje!"

Cassy starrte bestürzt auf das Foto. "Becca ist blass und klapperdürr, für sie sind das Kleid und die Farbe ideal. Ich werde darin aussehen wie Barney, der Dinosaurier."

"Zahl es ihr doch heim", schlug Diana vor. "Heirate Hamish, und lass Imogen einen orangeroten Overall tragen."

"Eine geniale Idee! Aber ans Heiraten möchte ich noch nicht denken, Mum. Wir sind viel zu jung dafür."

"Stimmt", pflichtete Tara ihr bei. "Andererseits, ein Spatz in der Hand ... Hamish sieht nicht übel aus, er hat Geld wie Heu, und - ganz großes Plus - Dad mag ihn."

Diana lauschte aufmerksam. Sie traute sich nur selten, Cassy auf ihr Privatleben anzusprechen, aber Tara konnte sich das anscheinend erlauben.

Cassy ging in die Hocke und stopfte einen Waschbeutel mit beiden Händen in den Rucksack. "Ich glaube, manchmal geh ich ihm auf die Nerven. Unsere Interessen sind einfach zu unterschiedlich."

"Du meinst, er ist kein Ökofreak wie du und Grandma Joyce", spottete Tara. "Ich meine - Gott

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen