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Das Erbe der Insel: Isle of Wight - Teil 1 Roman von Harris, Wendy K. (eBook)

  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)
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Das Erbe der Insel: Isle of Wight - Teil 1

Ein furchtbares Familiengeheimnis von der rauen Kulisse der Isle of Wight: Der gefühlvolle Roman 'Das Erbe der Insel' von Wendy K. Harris jetzt als eBook bei dotbooks. Die Schriftstellerin Jane erbt ein altes Cottage auf der Isle of Wight - von Lilly, der stets tot geschwiegenen Schwester ihrer Mutter. Auf der Suche nach Antworten fährt Jane auf die Insel und lernt Lillys Familie und Freunde kennen: den schweigsamen Fischer Neptun, die kauzige, aber warmherzige Emmeline und Marguerite, Lillys verträumte Tochter. Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlt Jane sich willkommen und geliebt und lauscht begeistert Emmelines Erzählungen von der wilden Zeit vor vierzig Jahren ... Doch die drängendsten Fragen bleiben unbeantwortet: Warum haben Janes Eltern die Insel damals Hals über Kopf verlassen? Warum wurden aus vier Freunden Feinde fürs Leben? Und warum hüllen sich alle in Schweigen? Jane ahnt, die Antworten werden ihr Leben verändern. Ebenso bewegend wie mitreißend: die große Familiensaga von Wendy K. Harris. "Es hätten ruhig hundert Kapitel werden dürfen." Bild am Sonntag Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Das Erbe der Insel' von Wendy K. Harris. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Nach verschiedenen beruflichen Stationen, etwa als Bankangestellte in London oder Homöopathin in Herefordshire, lebt Wendy K. Harris mit ihrem Mann und ihren fünf Kindern auf der Isle of Wight, wo sie ihrer großen Leidenschaft nachgeht - dem Schreiben. Bei dobooks veröffentlicht sie: 'Das Flüstern der Insel'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 442
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783961481705
    Verlag: dotbooks GmbH
    Originaltitel: The Sorrow of Sisters
    Größe: 1073kBytes
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Das Erbe der Insel: Isle of Wight - Teil 1

3

"Armer Henry. Klingt, als hättest du dem alten Knaben ganz schön zugesetzt", sagte Chas und unterzog seine Zähne im Spiegel der Frisierkommode einer eingehenden Untersuchung.

"Nein, Chas. Ganz schön zugesetzt hätte ich ihm, wenn ich ihm den schlaffen Hals umgedreht hätte."

Chas schloss den Mund und schlug die Zähne aufeinander, um ihre Stabilität zu testen. Er fummelte immer an irgendwelchen Körperteilen herum, um sie auf ihre Strapazierfähigkeit und Anzeichen von Verschleiß zu überprüfen. Ich dachte oft, dass er einen guten Automechaniker abgegeben hätte. Jetzt richtete er sich auf, drehte sich zur Seite, hielt die Luft an und inspizierte seinen eingezogenen Bauch. Nach ein paar Sekunden atmete er normal weiter und ließ alles wieder bequem herabhängen.

"Das hat dich wirklich getroffen, Janey, stimmt's? Sie war doch nur 'ne alte Tante. Wahrscheinlich haben wir alle irgendwo eine. Warum regst du dich so darüber auf?"

"Ach, ich weiß auch nicht." Ich warf mein Buch aufs Nachttischchen und ließ mich ins Bett zurückfallen. "Ich fühl mich bloß mal wieder übergangen. Abgesehen von Dad war sie meine einzige Blutsverwandte. Ich finde das wichtig. Ich weiß, sie hat mir ihr Cottage nur hinterlassen, weil es keine anderen Nachkommen gibt, aber ich hätte sie gern kennen gelernt. Wenn Dad stirbt, ist Schluss. Ich bin die Letzte aus unserer Familie."

Chas knöpfte seine Schlafanzugjacke zu und stopfte sie in die Hose. Als er ins Bett stieg, gab die Matratze unter seinem Körpergewicht stark nach. "Du hast ja mich", sagte er und legte mir den Arm um die Schultern.

Ich spürte den Trost, den sein warmer Körper mir spendete. Ich lehnte mich an ihn und roch seine Imperial-Leather-Seife. Ja, Gott sei Dank hatte ich ihn. Doch manchmal hinterließ das Fehlen einer Familie in mir eine große Leere. Ich fragte mich, wie ich mich ohne meinen Vater fühlen würde, auch wenn er mich auf die Palme brachte und sich meiner Liebe entzog. Und Chas, den ich über alles liebte und von dem ich zu sehr abhing - angenommen, er starb plötzlich. Wie würde es sich anfühlen, ganz allein auf der Welt zu sein, ohne jede Bindung, ohne Wurzeln? Würden meine Freunde mir jemals genauso viel bedeuten? Für sie stand die eigene Familie an erster Stelle. An wen konnte ich meine Lebenserfahrung weitergeben? Ich vermute, nur eigene Kinder sind daran wirklich interessiert.

Chas schien sich besser mit unserer Kinderlosigkeit abzufinden als ich. Er hatte ja auch eine Riesenfamilie, die sich jährlich um diverse Neffen und Nichten erweiterte. Seine Verwandtschaft war umfangreich, mit großen Mündern, Ohren und Augen wie Rotkäppchens Großmutter. Chas versuchte immer, ihr zu entkommen, ohne mit Haut und Haaren gefressen zu werden. Seine Familie war so umfangreich wie meine kümmerlich war. Er wusste das reduzierte Leben zu schätzen, das nur aus uns beiden bestand. Ich rang mit Worten, er mit Zahlen. Er drückte mir einen Kuss aufs Haar.

"So was passiert sonst keinem, stimmt's? Ein Schreiben aus heiterem Himmel, das alte Tantchen Lill stirbt am Neujahrstag und hinterlässt dir ihre weltlichen Güter. Könnte aus einem Roman von dir sein."

"Ganz bestimmt nicht. Ich würde nie über so was Abgedroschenes schreiben." Frechheit! Zuerst mein Vater, und jetzt trivialisierte auch noch mein Ehemann meine Schreiberei. Machten sich hinter meinem Rücken etwa alle über meine Bücher lustig? "Falls es dir noch nicht aufgefallen ist, ich nehme meine Arbeit sehr ernst. Außerdem besaß sie keine weltlichen Güter."

"Ein altes Cottage - das ist ein weltliches Gut."

"Dad sagt, es ist 'ne Bruchbude und keinen Penny wert."

"Jeder Besitz hat seinen Wert - und sei es nur der Abbruchwert."

Ich merkte, dass er sich damit beschäftigt hatte. Chas teilte das Leben in drei Spalten ein: Schulden, Guthaben und ein ausgeglichener Kontostand. Wahrscheinlich kann man nicht anders, wenn man sich den ganzen Tag damit befasst.

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