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Das Erbe der Königin von Gregory, Philippa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Das Erbe der Königin

Der Preis für die Krone Englands kann das eigene Leben sein England, 1539: Jeder bei Hofe weiß, dass die Frauen Heinrichs VIII. gefährlich leben: Hat er einmal das Augenmerk auf eine andere gerichtet, so schwebt die Königin an seiner Seite in Lebensgefahr. Die deutsche Anna von Kleve kommt als vierte Gemahlin des Herrschers nach England. Die schüchterne junge Frau ist fasziniert vom höfischen Leben, doch schon bald begreift sie, welche Abgründe hinter der schillernden Fassade lauern. Neben Anna versuchen auch die Hofdamen Jane Boleyn und Katherine Howard, sich bei Heinrich durchzusetzen. Ihnen allen ist bewusst: Nur eine kann die Gunst Heinrichs, die Krone Englands und den Kampf um Leben und Tod gewinnen ... Ein historischer Roman aus der Plantagenet-und-Tudor-Reihe von Bestsellerautorin Philippa Gregory. Ebenfalls bei beHEARTBEAT lieferbar: 'Die Hofnärrin', 'Der Geliebte der Königin' und 'Die ewige Prinzessin'. eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert. Philippa Gregory, 1954 in Kenia geboren, studierte Geschichte in Brighton und promovierte an der Universität Edinburgh über englische Literatur des 18. Jahrhunderts. Sie arbeitete als Journalistin und Produzentin für Fernsehen und Radio und verfasste Kinderbücher, Kurzgeschichten, Reiseberichte sowie Drehbücher. Bekannt ist sie aber vor allem für ihre historischen Romane, darunter die Titel der Plantagenet-und-Tudor-Reihe, in denen insbesondere die Rosenkriege und das elisabethanische Zeitalter thematisiert werden. Philippa Gregory lebt mit ihrer Familie in Nordengland. Homepage der Autorin: http://www.philippagregory.com.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 588
    Erscheinungsdatum: 01.04.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732567027
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1700 kBytes
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Das Erbe der Königin

A NNA , H ERZOGIN VON K LEVE , D ÜREN , H ERZOGTUM K LEVE , J ULI 1539

Ich wage kaum, zu atmen. Ich bin so reglos wie ein Stein, trage ein starres Lächeln auf dem Gesicht, habe die Augen weit aufgerissen. Kühn schaue ich den Künstler an und hoffe, dass ich vertrauenswürdig wirke, dass mein offener Blick Ehrlichkeit ausdrückt, aber nicht unbescheiden wirkt. Mein geborgter Schmuck war das Beste, was meine Mutter auftreiben konnte: Er soll einem kritischen Betrachter zeigen, dass wir nicht ganz mittellos sind, obwohl mein Bruder meinem zukünftigen Gemahl keine Mitgift anbieten wird. Der König wird mich um meiner angenehmen Erscheinung und meiner politischen Verbindungen willen zur Gemahlin nehmen müssen. Sonst habe ich nichts zu bieten. Aber er muss mich heiraten. Ich bin fest entschlossen, die erwählte Braut zu sein. Denn von hier fortzukommen, bedeutet mir alles.

Auf der anderen Seite des Zimmers wartet meine Schwester auf ihre Sitzung. Sorgfältig vermeidet sie jeden Blick auf mein Bildnis, das sich unter den raschen Strichen des Künstlers formt. Möge Gott mir vergeben, aber ich bete darum, dass die Wahl des Königs nicht auf sie fällt. Sie ist ebenso erpicht darauf wie ich, Kleve zu verlassen und in einem Sprung auf den prächtigen Thron Englands zu gelangen, aber sie hat es nicht so nötig wie ich. Kein Mädchen auf der ganzen Welt hat es so nötig wie ich.

Damit soll nichts gegen meinen Bruder gesagt sein, weder jetzt noch künftig. Er ist der mustergültige Sohn meiner Mutter und ein würdiger Erbe des Herzogtums Kleve. Während der letzten Lebensmonate meines Vaters, als dieser zunehmend dem Wahnsinn verfiel, war es mein Bruder, der ihn in seiner Kammer zu Boden rang und die Tür zusperrte und dem Volk weismachte, sein Herrscher leide an einem Fieber. Es war mein Bruder, der meiner Mutter verbot, die Ärzte kommen zu lassen. Selbst den Priestern, die den Teufel aus dem wirren Geist meines bedauernswerten Vaters austreiben sollten, wurde der Zutritt verweigert. Es war mein Bruder, der listenreich, aber schäbig darauf beharrte, wir sollten sagen, unser Vater sei ein Trinker, damit unser Ruf nicht durch den Makel des Wahnsinns getrübt werde. Es wäre unserem Vorwärtskommen in dieser Welt nicht förderlich, wenn auch nur der geringste Zweifel gegen unser Geschlecht bestünde, sagte er. Nur, wenn wir unseren eigenen Vater verunglimpften, wenn wir ihn einen Säufer nennen würden, ihm die dringend benötigte Hilfe versagten, dann könnten wir es zu etwas bringen, hat mein Bruder gesagt. Auf diese Weise kann ich eine gute Partie machen. Auf diese Weise kann meine Schwester eine gute Partie machen. Auf diese Weise kann mein Bruder eine gute Partie machen, und die Zukunft unseres Hauses ist gesichert - auch wenn mein Vater dafür seine Dämonen allein und ohne Hilfe bekämpfen musste.

Hinter seiner Zimmertür wimmerte er, dass er jetzt brav sein wolle - ob wir ihn denn nicht herauslassen könnten? Doch mein Bruder entgegnete stets mit fester Stimme, dass er nicht herauskönne. Damals fragte ich mich, ob wir nicht in einem schrecklichen Irrtum befangen waren, ob mein Bruder nicht ebenso wahnsinnig war wie mein Vater, und meine Mutter dazu, und ob nicht ich die einzige Vernünftige in unserem Hause war - denn nur ich war fassungslos ob unserer Haltung. Doch ich behielt meine Gedanken für mich.

Seit meiner frühesten Kindheit habe ich unter der Fuchtel meines Bruders gelitten. Natürlich stand immer schon fest, dass er eines Tages über die Herzogtümer Rhein und Maas herrschen würde. Sie sind gewiss nicht groß, liegen aber im Herzen Europas, und jede mächtige Nation und jeder große Herrscher buhlen daher um unsere Freundschaft, ob Frankreich, das habsburgische Spanien oder Österreich, ob der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, der Papst höchstselbst oder nun Heinrich von England. Kleve ist das Schlüsselloch zum Herzen

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