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Das geheime Rezept für zweite Chancen Roman von Barrett, J. D. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.06.2018
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Das geheime Rezept für zweite Chancen

Was, wenn man eine zweite Chance auf das ganz große Glück bekommt?
Essen war schon immer Lucys Rettung. Schon als Kind war der Apfelkuchen ihrer Großmutter für sie das Größte. Später hat sie sich in einen Koch verliebt, der sich leider als treulose Tomate entpuppte, und ihre Liebe fiel in sich zusammen wie ein schlechtes Soufflee. Als sie voller Liebeskummer durch die Straßen Sydneys streift, stößt sie auf ein leer stehendes Haus, das sie gleich magisch anzieht. Lucy ist sofort klar: Hier soll ihr eigenes Restaurant entstehen. Als sie dann noch das Rezeptbuch ihres Vorgängers findet, weiß sie, dass das Essen auch diesmal ihre Rettung sein wird und ihr sogar auf himmlische Weise den Weg zur großen Liebe zeigt.

J.D. Barrett schreibt Drehbücher für das australische Fernsehen und ist Redakteurin. Ihre Leidenschaft ist gutes Essen und das Kochen köstlicher Menüs. Sie ist Australierin, wohnt aber abwechselnd in Sydney und Byron Bay, Australien, und in Los Angeles, USA. Das geheime Rezept für zweite Chancen ist ihr Debütroman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 18.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641202873
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: The Secret Recipe for Second Chances
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Das geheime Rezept für zweite Chancen

1

L ucy

Ich weiß gar nicht genau, ob es da ein bestimmtes Essen gab, bei dem ich zur Gänze begriff, dass das mit Leith und mir vorbei war. Wobei ... doch, gab es. Es muss der in Folie gegrillte Snapper gewesen sein, mit einer Füllung aus Kaffirlimette, Ingwer und Zitronengras, den ich während unseres gemeinsamen Urlaubs in Seal Rocks zubereitet habe ... Da hatten wir eigentlich wieder zueinanderfinden wollen, einen Neuanfang wagen. Und dann hat er eine Gräte als Zahnstocher benutzt. Leith missbraucht so ziemlich alles, jedes Ding, jeden Gegenstand, jedes Kleidungsstück, jede Speisekarte und alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, als Zahnstocher ... weshalb er vermutlich auch so strahlend weiße, gesunde Zähne hat.

Lag es am Fisch oder an der gruseligen Erkenntnis, dass mich sein ganzes Essverhalten zutiefst anwiderte: wie er mit dem Kiefer klapperte, wie laut er schluckte, wie er sich mit der Gabel die Erbsen in den Mund schaufelte? An dem Tag ertappte ich mich jedenfalls dabei, wie ich mir vorstellte, meine Gabel zu nehmen, ihm schwungvoll die Erbsen über den Kopf zu streuen und ihm dann mit voller Wucht die Zinken in den Handrücken zu rammen.

Nein, Zen war das nicht unbedingt, es war nicht nett, und es war nicht real, aber das berauschende Glücksgefühl bei dieser Vorstellung brachte mich zu der Erkenntnis, dass es für uns beide keinen Neuanfang geben würde.

Das und die Tatsache, dass er drei andere Frauen gevögelt hatte, zwei davon waren unsere Angestellten.

Aber der schlimmste und unverzeihlichste seiner unzähligen Fehler war, dass er nicht gerne sein Essen teilte. Wie hatte ich bloß jemanden heiraten können - einen Kochkollegen noch dazu -, der nicht gerne sein Essen teilte? Für Leith ist es jedes Mal ein kleiner Wettkampf: Wer bestellt das bessere Gericht, die bessere Salatkombination, das bessere Getränk? Mit ihm war keine Harmonie zu finden, weder in einer Schüssel Pasta noch sonst wo.

Aber ich will erst gar nicht damit anfangen, mich zu fragen, was ich mir bloß dabei gedacht habe - das tun meine beste Freundin und meine Mutter schon zur Genüge -, zumal ich ihn mal sehr geliebt habe und das mit uns beiden damals wirklich schön war.

Gemeinsam haben wir das Circa aufgebaut, unser Restaurant, das zu einer angesagten Location für Yuppies mittleren Alters geworden ist, die mittels exklusiver Speisekarte und Service wie aus dem Bilderbuch ein bisschen Ablenkung suchen von ihrer sterbenslangweiligen Spießerehe.

Ich frage mich manchmal, wie viele der Gerichte, die wir hier täglich servieren, tatsächlich Menschenleben retten, einfach weil sie die Leute für eine Weile von ihrem tristen Alltagsleben ablenken - kannst du mal bitte kurz aufhören, dich in Selbstmitleid zu suhlen, da auf dem Tablett ist ein brennendes Hühnchen, und es wird gerade an unseren Tisch gebracht. Sicher mehr als man glaubt. Zwischenzeitlich ist das Circa auch ein Lieblingsort für gut betuchte Hipster geworden, die ihrer Liebsten einen unvergesslichen Heiratsantrag machen wollen. Ich muss schon sagen, es entbehrt nicht einer gewissen bittersüßen Ironie, dass ich in den vergangenen drei Jahren unendlich viele Verlobungsringe in Torten, Soufflés, Suppen und Salaten habe verschwinden lassen (verschluckt wurde bisher noch keiner - das betreffende Gericht wird allerdings in den seltensten Fällen auch tatsächlich gegessen, weil alle Beteiligten so damit beschäftigt sind, es ausgiebig von allen Seiten zu fotografieren), während meine eigene Ehe den Bach runtergegangen ist.

Die allermeisten Antragsteller entscheiden sich allerdings dafür, der Liebsten den Ring schlicht und ergreifend an den Finger zu stecken. Einige gehen dafür sogar auf die Knie. Und immer kurz vor dem Dessert. Weshalb die Anzahl der Pannacottas, Crèmes brûlées und anderen sahnig-buttrigen Kreationen, die liebevoll und perfekt zubereitet uns

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