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Das Geheimnis der Zuckerbäckerin Historischer Roman von Jasmund, Birgit (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.10.2018
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Das Geheimnis der Zuckerbäckerin

Der Duft von Zimt und Mandeln. Dresden, 1730: Die junge Magd Christina träumt davon, Bäckerin zu werden. So oft es geht, schleicht sie sich in die Backstube und probiert neue Köstlichkeiten aus. Dann wird ihr ein ungewöhnliches Angebot gemacht: Sie soll in die Rolle einer Adeligen schlüpfen. Sie wird in die feudale sächsische Gesellschaft eingeführt, und mit einem Mal ist ihr Leben unbeschwert und voller Vergnügungen. Als sie sich jedoch verliebt, steht sie plötzlich vor einer schweren Entscheidung: Folgt sie ihrem Herzen oder kämpft sie für ihren Traum? Die packende Geschichte über die Entstehung des berühmten Dresdner Stollens. Birgit Jasmund, geboren 1967, stammt aus der Nähe von Hamburg. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Kiel hat das Leben sie nach Dresden verschlagen. Wenn einem dort der Wind so richtig um die Nase weht, hält sie nichts im Haus. Im Aufbau Taschenbuch Verlag sind von ihr bereits die historischen Romane "Die Tochter von Rungholt", "Luther und der Pesttote", "Der Duft des Teufels", "Das Geheimnis der Porzellanmalerin", 'Das Erbe der Porzellanmalerin', "Das Geheimnis der Zuckerbäckerin" sowie bei Rütten & Loening die Liebesgeschichte "Krabbenfang" erschienen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 05.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841215888
    Verlag: Aufbau Verlag
    Größe: 2375 kBytes
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Das Geheimnis der Zuckerbäckerin

Eins
April 1730

I n Meister Mingels Backstube in Radebeul hing eine Laterne über dem abgenutzten Holztisch in der Mitte des Raumes und verbreitete ihr warmes Licht. Eine brennende Kerze stand auf dem Regalbord mit den hölzernen Dosen für Gewürze und Nüsse. Eine zweite Kerze beleuchtete die Backformen und Bleche, die in einem Gestell neben dem Ofen auf ihren Einsatz warteten. Noch war es mitten in der Nacht und selbst für einen Bäcker zu früh, um mit der Arbeit zu beginnen. Statt des Meisters und seines Sohnes stand die Magd Christiana an dem langen Tisch und verrührte Eier, weißes Mehl, gute Butter und Zucker zu einem Teig. Sie bearbeitete ihn kräftig mit dem Holzquirl, bis er eine lockere goldgelbe Konsistenz annahm.

Den Teig teilte sie auf ein gutes Dutzend kleine Förmchen auf, die sie mit einem Holzschieber in den Ofen bugsierte. Über mehrere Klappen regelte Christiana die Luftzufuhr und damit die Temperatur im Ofen. In dessen Wärme stand eine zugedeckte Steingutschüssel mit einem Hefeteig. Ihn hatte sie als Ersten zubereitet und zum Gehen neben den Ofen gestellt. Im Teig hatten sich bereits große Poren gebildet, und er hatte sein Volumen nahezu verdoppelt. Sie tippte ihn mit dem Finger an und entschied, er könne noch eine kurze Zeit warten.

Aus Butter, Zucker, Eiern und Vanillemark schlug sie eine luftige Creme als Zier für das Dutzend Törtchen im Ofen. Außer mit der Creme verzierte sie die Törtchen noch mit getrockneten Pflaumen und Rosinen. Einen Moment betrachtete sie ihr Kunstwerk. Viel Zeit konnte sie sich nicht lassen, denn der Hefeteig wartete auf seine weitere Verarbeitung. Sie formte ihn zu drei Strängen und flocht daraus einen Zopf, den sie in den Ofen schob.

Ein einfacher Hefezopf, vielleicht noch mit Mandeln bestreut, war aber nicht, was Christiana vorschwebte. Ihre Idee rankte sich um etwas Komplizierteres. Deshalb schlug sie Eiweiß steif, vermischte es mit Zucker und gemahlenen Nüssen, bis eine geschmeidige Makronenmasse entstanden war. Diese wollte sie auf den Hefezopf streichen. Da Makronenmasse im Ofen mehr trocknen als backen musste, begann nun der knifflige Teil. Mehrmals schaute sie nach, ob der Hefezopf lange genug gebacken hatte, um ihn mit der Makronenmasse zu bestreichen und ihn danach noch bei niedriger Hitze eine Viertelstunde in den Ofen zu stellen. Die Zungenspitze schaute zwischen Christianas Lippen hervor, als sie mit einem Löffel vorsichtig das Nussmus auf dem Zopf verteilte. Aufatmend schob sie das Gebäck ein letztes Mal in den Ofen und wartete eine kleine Weile, bis die Makronenmasse locker aufgegangen war und oben eine feste Kruste gebildet hatte. Der Hefezopf sah nun recht braun aus. Aber es mochte noch gehen - gerade noch.

Sie ordnete alle Backwaren auf dem großen Tisch an, auf dem sonst die Teige geknetet wurden, dämmte die Luftzufuhr am Backofen, damit das Feuer nur noch glimmte, und verließ die Backstube. Es war immer noch dunkel, als sie die Küche erreichte. Die Hälfte des Raumes nahm der von oben heruntergelassene Hängeboden ein, auf dem sich ihr Bett befand. Sehnsüchtig warf Christiana einen Blick darauf, aber ihr war klar, dass die Zeit nicht mehr reichte, um noch einmal unter die Decke zu kriechen, ehe sie Wasser vom Brunnen holen und in der Küche das Herdfeuer schüren musste. Das Backen hatte sie den Schlaf der halben Nacht gekostet, aber in der warmen Backstube zu stehen, den Duft der Teige und fertigen Kuchen zu riechen - sie konnte sich nichts Schöneres vorstellen.

Leider bestand ihre Arbeit im Hause Mingel darin, die Küche zu versorgen, der Meisterin und ihrer Schwiegertochter aufzuwarten, sich um Haus und Garten zu kümmern. In die Backstube kam sie nur zum Fegen, oder wenn sie tagsüber ein paar Minuten Zeit fand, um Meister Mingel und seinem Sohn über die Schultern zu schauen. Was sie über das Backen wusste, hatte sie auf diese Weise aufgeschnappt.

Wenn sie in manchen Näch

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