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Das Geheimnis des Himmels Historischer Roman von Schoch, Horst (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.12.2013
  • Verlag: Brunnen Verlag Gießen
eBook (ePUB)
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Das Geheimnis des Himmels

Die Geschichte des Fernrohrs in einem spannenden Roman Herzogtum Sachsen, im Jahr 1527. In einer kleinen Universität werden Dokumente gefunden, die auf den ersten Blick keinen Sinn ergeben. Sie gelangen in den Besitz des wissbegierigen Magisters Bernhardi. Während einer Reise nach Magdeburg, wo die Reformation bereits an Boden gewonnen hat, erhält er den entscheidenden Hinweis zur Entschlüsselung. Das Dokument entpuppt sich als die Lebensbeichte eines Heinrich von Saalfeld, der behauptete, ein Gerät erfunden zu haben, mit dem man Himmelskörper und ferne Dinge viel näher sehen könne. Eine ungeheuerliche Erfindung, denn sie galt als gefährlich für den Glauben und das herrschende Weltbild. Dieselbe Organisation, die bereits Saalfeld zum Schweigen brachte, kommt nun auch Bernhardi auf die Spur. Sein Versuch, die Wahrheit ans Licht zu bringen, wird zu einem dramatischen Wettlauf gegen die Zeit ... Ein spannender historischer Roman um eine bahnbrechende Erfindung vor dem Hintergrund der Reformationszeit. Er gewährt interessante Einblicke in spätmittelalterliche Berufe und Lebensumstände. Leserstimme: Der farbenprächtige, kenntnisreiche Roman hat mich bis zur letzten Seite gefesselt. Es ist ein Buch für jeden, der von der Gegenwart der Vergangenheit fasziniert ist. Christoph Born, Autor von Das Gutenbergkomplott

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 04.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783765571060
    Verlag: Brunnen Verlag Gießen
    Größe: 1791 kBytes
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Das Geheimnis des Himmels

3

Der Tumult hinter den geschlossenen Türen war nicht zu überhören. Auf dem Gang, der zu den Sälen führte, in denen die Vorlesungen und Übungen abgehalten wurden, stutzte der Rektor der Universität, Magister Reinhardus. Plötzlich wurde dicht neben ihm eine Tür aufgerissen. Dr. Wenzel stürmte mit hochrotem Kopf heraus, dabei hätte er fast den völlig überraschten Rektor umgerannt. Aus der offen stehenden Tür drangen lebhaftes Stimmengewirr, einzelne Zwischenrufe und Gelächter. Es schien, als würde die Situation da drinnen eskalieren.

"Aber werter Herr Kollege, was ist denn geschehen? Ihr seid ja völlig außer Euch! Und was soll der Tumult hier bedeuten? Aufruhr?"

"Das ist eine Ungeheuerlichkeit! Man macht sich über Aristoteles und die scholastischen Meister lustig! Während ich über Meister Gabriel Biel las und aus seinem Collectorium über die natürlichen Kräfte zum Guten dozierte, wagte man es, mir zu widersprechen! Gerade an der Stelle, wo erklärt wird, in welcher Weise der Wille frei ist, gute und verdienstliche Werke zu tun, die zur Seligkeit führen, eine Lehre, die mich immer mit Stolz erfüllt hat und die ich als Freiheit zur Suche nach dem Tun des Guten ausgelegt habe, gerade an dieser Stelle erschollen Zwischenrufe! Als ich denjenigen, der am lautesten dagegen protestierte, aufforderte, sich zu erkennen zu geben, standen gleich mehrere auf und schrien mich nieder!"

Dr. Wenzel war völlig außer Atem. Ob vor Wut oder wegen der Hitze des Gefechtes – das war für Reinhardus nicht zu erkennen.

"Dann ist es also wahr ...", entfuhr es dem Rektor.

"Ja, wir werden von den Lutherischen unterwandert. Und zwar nicht mehr im Stillen, sondern ganz offen. Das könnt Ihr doch nicht zulassen!"

"Das werde ich auch nicht zulassen. Ich wollte es nicht ernst nehmen, aber anscheinend war das ein Fehler."

"Was gedenkt Ihr jetzt zu tun?"

"Jetzt ist schnelles Handeln geboten. Seid Ihr in der Lage, wieder in den Hörsaal zu gehen und die Aufrührer noch eine Zeit lang zu beschäftigen?"

Dr. Wenzel zögerte.

"Das soll ich mir weiter bieten lassen?", fragte er, sich wieder stark verfärbend.

"Nur zum Schein. Ich werde unterdessen Hilfe von der herzoglichen Wache herbeiholen. Wie Ihr wisst, bin ich als Rektor dazu befugt. Sorgt nur dafür, dass kein Student so lange den Saal verlässt. Da Ihr wisst, wozu es dient, werdet Ihr die Situation leichter überstehen. Am besten, Ihr provoziert zurück. Je übler der Zustand im Saal, desto leichter wird sich meine Maßnahme rechtfertigen lassen."

Nachdenklich nickte Wenzel und trat langsam den Weg zurück in den Hörsaal an, während Reinhardus, der kurzen Prozess zu machen gedachte, zur herzoglichen Wache eilte.

Der Lärm im Hörsaal hatte sich nicht gelegt. Als Dr. Wenzel ihn wieder betrat, wogte im Raum eine handfeste Diskussion. Es war ersichtlich, dass auch Anhänger der herkömmlichen Lehre, oder zumindest die, die sich keine Störung des Unterrichts gefallen lassen wollten, das Wort ergriffen hatten.

Alle akademische Tugend schien wie fortgeblasen zu sein, keiner hörte mehr auf die Argumente der anderen. Und selbst wenn noch einige dazu bereit gewesen wären – durch den ohrenbetäubenden Lärm war dies unmöglich. Da der Hörsaal zudem aus allen Nähten platzte, war die Verwirrung vollkommen. Als die Studenten b

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