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Das Geheimnis des Schneemädchens Roman von Levy, Marc (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.04.2016
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Das Geheimnis des Schneemädchens

Um ihr Leben zu retten, schickte er sie fort. Doch nun soll das Geheimnis um das Schneemädchen gelüftet werden ...
Im Wrack eines Flugzeugs, das im ewigen Eis des Mont-Blancs gefangen ist, findet Suzie Backer den Beweis dafür, dass ihre Familie zu Unrecht des Hochverrats beschuldigt wurde. Als der Reporter Andrew Stilman ihr begegnet, wittert er nicht nur eine einzigartige Geschichte, sondern er ist auch von dieser geheimnisvollen Frau fasziniert. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach der Wahrheit, doch dabei wecken sie schlafende Hunde und bringen sich in tödliche Gefahr. Denn ihre Nachforschungen führen sie auf die Spur einer unmöglichen Liebe und eines Mannes, der für ein gewisses 'Schneemädchen' sein Land und alles, woran er glaubte, verriet ...

Marc Levy ist 1961 in Frankreich geboren. Mit achtzehn Jahren engagiert er sich beim französischen Roten Kreuz, für das er sechs Jahre tätig ist. Gleichzeitig studiert er Informatik und Betriebswirtschaft an der Universität in Paris. Von 1983 bis 1989 lebte er in San Francisco, wo er sein erstes Unternehmen gründete. 1990 verließ er die Firma und eröffnete mit zwei Freunden ein Architektenbüro in Paris. Er entdeckte schon früh seine Liebe zur Literatur und zum Kino und schrieb mit siebenunddreißig Jahren seinen ersten Roman, "Solange du da bist", der von Steven Spielberg verfilmt und auf Anhieb ein Welterfolg wurde. Seitdem wird Marc Levy in neunundvierzig Sprachen übersetzt, und jeder Roman ist ein internationaler Bestseller. Marc Levy, der mit seiner Familie in New York lebt, ist mit 40 Millionen verkauften Büchern der erfolgreichste französische Autor weltweit.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 25.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641158330
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: Un sentiment plus fort que la peur
    Größe: 839 kBytes
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Das Geheimnis des Schneemädchens

Kapitel 1

24. Januar 2013

Der Sturm tobte über dem Gebirgszug, heftige Böen wirbelten den Schnee auf und reduzierten die Sichtweite praktisch auf null. Die beiden angeseilten Bergsteiger konnten kaum die Hand vor Augen sehen. Es war fast unmöglich geworden, in diesem weißen Magma voranzukommen.

Seit zwei Stunden dachte Shamir an nichts anderes als ans Umkehren, aber Suzie hatte sich in den Kopf gesetzt weiterzugehen und nutzte das Heulen des Windes aus, um seine Ermahnungen ganz einfach zu überhören. Sie hätten anhalten und ein Loch graben müssen, um darin Schutz zu suchen. Bei diesem Tempo würden sie die Hütte vor Einbruch der Nacht niemals erreichen. Shamir fror entsetzlich, sein Gesicht war mit Reif überzogen, und die zunehmende Taubheit seiner Glieder bereitete ihm Sorgen. Alpinismus in großer Höhe kann sehr schnell zu einem Versteckspiel mit dem Tod werden. Der Berg kennt keine Freunde, sondern nur Eindringlinge; wenn er einem seine Türen verschließt, muss man ihm bedingungslos gehorchen. Dass Suzie sich nicht daran erinnern wollte, was er sie gelehrt hatte, bevor er sich bereit erklärt hatte, sie zu begleiten, machte ihn wütend.

In viertausendsechshundert Meter Höhe mitten im Schneesturm ist es geboten, einen kühlen Kopf zu bewahren, und so suchte Shamir in seinen Erinnerungen nach etwas, um sich zu beruhigen.

Letzten Sommer hatten Suzie und er begonnen, am Grays Peak im Arapaho Nationalpark zu trainieren. Aber Colorado ist völlig anders, und die klimatischen Bedingungen sind nicht mit denen zu vergleichen, mit denen sie an diesem ausklingenden Tag konfrontiert waren.

Diese Besteigung des Grays Peak hatte eine Wende in ihrer Beziehung eingeleitet. Zurück im Tal, hatten sie in einem kleinen Motel in Georgetown übernachtet und zum ersten Mal ein Zimmer geteilt. Die Unterkunft besaß nicht den geringsten Charme, das Bett aber war so groß, dass sie es zwei Tage lang nicht verließen. Zwei Tage und zwei Nächte, im Laufe derer einer die Wunden am Körper des anderen gepflegt hatte, die der Berg ihnen zugefügt hatte. Es bedarf bisweilen nur einer kleinen Geste, einer Aufmerksamkeit, um sich überzeugen zu lassen, jenen anderen gefunden zu haben, der einem so ähnlich ist. Genau das hatte Shamir im Laufe dieser kleinen Auszeit gespürt.

Ein Jahr zuvor hatte Suzie an seiner Tür geklingelt, mit einem Lächeln, das ihn sofort entwaffnet hatte. In Baltimore sind Menschen, die lächeln, eher eine Seltenheit.

"Wie es scheint, sind Sie der beste Bergführer und -lehrer des ganzen Bundesstaates!", sagte sie statt einer Begrüßung.

"Selbst wenn das stimmen würde, wäre es keine besondere Leistung, denn Maryland ist so flach wie eine Wüste! Die höchste Erhebung beläuft sich auf tausend Meter und ein paar Zerquetschte. Ein fünfjähriges Kind hätte keine Probleme, sie zu ..."

"Ich habe in Ihrem Blog den Bericht über Ihre Expeditionen gelesen."

"Was kann ich für Sie tun, Miss?", antwortete Shamir.

"Ich brauche einen Führer und einen geduldigen Lehrer."

"Ich bin nicht der beste Bergführer des Staates und auch kein Lehrer."

"Mag sein, aber ich bewundere Ihre Technik und schätze Ihre Einfachheit."

Suzie trat ungebeten ins Wohnzimmer und erklärte ihm den Grund ihres Besuchs. Sie wollte innerhalb eines Jahres eine erfahrene Alpinistin werden, wobei sie zugab, noch nie geklettert zu sein.

"Warum jetzt und warum so schnell?", wollte Shamir wissen.

"Manche Leute hören eines Tages den Ruf Gottes - ich höre den des Bergs. Ich habe jede Nacht denselben Traum. Ich sehe mich in totaler Stille die verschneiten Gipfel erklimmen, und das ist überwältigend. Warum also nicht den Traum wahr machen und mir die Fähigkeiten aneignen?"

"Beides schließt sich nicht aus", gab Shamir zur Antwort. Und angesichts von Suzies fragender Miene fügte er noch hinzu: "Von Gott und vom Berg gerufen zu werden. Aber Gott ist stiller, der

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